Oberviechtach
20.02.2019 - 14:42 Uhr

Morsche Eichen nicht zu halten

Baumschutzverordnung und Denkmalschutzvorschriften sowie ein 675 Meter langer Otterschutzzaun beschäftigten am Dienstag den Bauausschuss.

Während die zwei morschen Eichen (Mitte) neben dem Transformator-Gebäude am Ortseingang von Antelsdorf der Säge zum Opfer fallen, bleibt der gesunde Kirschbaum daneben stehen. Die vergangenen Tage hat der Bauhof bereits die überhängenden Äste entlang der GVS zur Staatsstraße 2159 geschnitten. Bild: Portner
Während die zwei morschen Eichen (Mitte) neben dem Transformator-Gebäude am Ortseingang von Antelsdorf der Säge zum Opfer fallen, bleibt der gesunde Kirschbaum daneben stehen. Die vergangenen Tage hat der Bauhof bereits die überhängenden Äste entlang der GVS zur Staatsstraße 2159 geschnitten.

Nur eine kurze Sitzung hatten die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstag zu absolvieren. Zunächst informierte Bürgermeister Heinz Weigl in der ersten Sitzung des Jahres über drei Eilentscheidungen, die im Sinne der Antragsteller getroffen wurden.

Sicherheit geht vor

Die "Immovi GmbH" hatte einen Antrag auf Genehmigungsfreistellung zum Neubau eines Kettenhauses mit Garage gestellt, entsprechend dem Bebauungsplan "Am Schießanger". Eine Tektur (veränderte Dachneigung) lag zum Abbruch und Neubau eines Sauenstalls "Maßnahme zur tiergerechten Haltung" für Oberlangau vor. Und die DLB Draht und Litzen GmbH hatte einen Antrag auf Verlängerung der baurechtlichen Genehmigung zum Bauabschnitt II (Erweiterung der Lager- und Produktionshalle am Sandradl) gestellt.

Zur Baumschutzverordnung lag nun in der Sitzung ein Antrag von der Stadt selber vor. Auf Anraten von Bauhofleiter Hans Ruml ging es um die Entfernung von zwei Eichen auf einem städtischen Grundstück in Antelsdorf (Gemarkung Hof). Laut Ausführung des Bürgermeisters stehen die beiden morschen Bäume direkt an der Straße in einer Hangböschung am Ortsende. "Die Sicherheit geht vor", sagte der Bürgermeister und appellierte an die Räte, der Fällaktion zuzustimmen. Dies erfolgte dann auch ohne Gegenstimmen. Eine Ortsbesichtigung wurde als nicht notwendig erachtet. Hans Ruml erklärte auf Nachfrage der Redaktion, dass die Fällaktion nicht so einfach werden wird. Nachdem sich eine Transformator-Station in unmittelbarer Nähe zu den Bäumen befindet, müsse erst mit dem Bayernwerk Kontakt aufgenommen werden. Außerdem sei ein Hubsteiger erforderlich. Einstimmigkeit herrschte auch bei den vier vorliegenden Bauanträgen, welche Bauamtsleiter Andreas Mandl näher erläuterte. So kann ein Landwirt in Pirkhof den Anbau einer Schmutzschleuse mit Ausbau des Dachgeschosses an das Wohnhaus verwirklichen.

Fischotter aussperren

Für den Ausbau eines Dachgeschosses zu einer Büroeinheit in der Nabburger Straße samt Erneuerung des Daches mit Einbau von Dachflächenfenstern wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Da sich das Vorhaben im Gebiet "Altstadtsanierung Oberviechtach" befindet, hat der städtebauliche Planer Siegi Wild bereits ein Beratungsergebnis vorgelegt. Außerdem stellt das Gebäude ein eingetragenes Baudenkmal dar, so dass für die Umbaupläne eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis notwendig ist. "Die Vorgaben dieser Vorschrift werden durch die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt geprüft", informierte Heinz Weigl, "wir haben nur die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen". Der geschützte Fischotter macht den Teichwirten immer mehr zu schaffen. Denn ein Tier vertilgt bis zu einem Kilogramm Fisch am Tag. Auch in Ostbayern hat der Bestand des Raubtieres im Vorjahr stark zugenommen. Ein Fischzuchtbetrieb stellte deshalb den Antrag, rund um seine fünf Teiche zwischen Bruderbügerl und Gaisthal (Gemarkung Lind) einen dauerhaften Otter-Schutzzaun errichten zu dürfen (1,50 Meter hoch und mit fest einbetonierten Pfosten). Insgesamt sollen 675 Meter Schutzzaun verbaut werden. "Auch wenn das nicht schön für das Landschaftsbild ist, geht es nicht mehr ohne Einzäunen", bewertete der Bürgermeister die kostenintensive Investition des Betriebes. Der Bauausschuss stimmte zu.

Ebenfalls positiv gesehen wurde die Verlängerung einer baurechtlichen Genehmigung aus dem Jahr 2015 für den Neubau eines Schuppens sowie von zwei Anbauten an ein Wohnhaus in der Nepomukstraße.

 
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