07.04.2020 - 12:53 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Museum hängt in der Luft

Die Verehelichungs-Gedenktafel von Sebastian Versch und Barbara Schön spiegelt ein Stück Oberviechtacher Ortsgeschichte wider.
von Autor SLUProfil

In Zeiten des Coronavirus hat auch das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum seine Pforten geschlossen. Doch ganz zum Erliegen sind die Aktivitäten um die Heimatgeschichte noch nicht gekommen.

Die ursprünglich für den 29. März angesetzte offizielle Eröffnung für das Jahr 2020 musste, ebenso wie der vorgesehene Kunsthandwerkermarkt, abgesagt werden. Dies betraf und betrifft auch weitere in den Monaten März und April geplante Veranstaltungen, und zwar am 20. März die Eröffnung der Ausstellung von Heimatpfleger Ludwig Berger zum Thema „Die letzte Fahrt der Dampflok von Oberviechtach nach Nabburg“ mit einem Vortrag von Georg Lang, und am 17. April den Vortrag von Kreisarchäologe Kurt Engelhardt mit dem Titel „Die frühmittelalterliche Nekropole von Iffelsdorf/Pfreimd“.

Es bleibt abzuwarten, ob und wann diese Termine nachgeholt werden können. Offen ist auch das für 15. Mai geplante Liederkabarett mit Hubert Treml und Franz Schuier; ebenso der vorgesehene Vortrag von Ludwig Schießl „Doktor Eisenbarth in der bildenden und darstellenden Kunst“ (16. Juni).

Auch wenn der öffentliche Betrieb im Museum derzeit ruht, völlig sind die Aktivitäten noch nicht zum Erliegen gekommen. Ein Beispiel dafür ist das Angebot des gebürtigen Oberviechtachers Max Tretter (München), dem Haus erneut mehrere Exponate aus seiner Privatsammlung zur Verfügung zu stellen. Eines dieser Objekte ist eine Gedenktafel zur Verehelichung von Sebastian Versch (geboren am 30. Mai 1850) und Barbara Schön (geboren am 25. Juli 1852), die sich am 29. September 1873 in Oberviechtach das Ja-Wort gaben.

Die Familie Versch bewohnte vor der Familie Ludwig Tretter das Haus Nabburger Straße 43 1/2 (heute Nabburger Straße 11). Max Tretter vermutet, dass die Gedenktafel beim Auszug der Familie Versch zurückgelassen wurde und dadurch unter die eigenen Papiere der Familie Tretter und schließlich nach München gelangte. Dort tauchte sie jetzt als Dachbodenfund zusammen mit vier Kuverts wieder auf. Die Kuverts sind an die Amtsgerichtsdieners-Witwe Babette Versch adressiert, bei der es sich höchstwahrscheinlich um die auf der Gedenktafel erwähnte Braut Barbara Schön handelt. Es wäre sicherlich ein interessantes Forschungsprojekt zu eruieren, von wem und warum solche Gedenktafeln grundsätzlich erstellt wurden.

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