20.09.2019 - 15:57 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Neuer Taktgeber für Kirchenmusik in Oberviechtach

Sein Debüt an der Eisenbarth-Orgel in der Pfarrkirche hat er bereits bewältigt: Florian Schuster (24) ist neuer Organist und Chorleiter der Stadtpfarrei Sankt Johannes. Als Regionalkantor nimmt er sich den nebenamtlichen Kirchenmusikern an.

Am Arbeitsplatz in der Pfarrkirche Sankt Johannes: Florian Schuster ist neuer Organist und Kirchenchorleiter in Oberviechtach.
von Josef NiederaltProfil

„Sitzt da ein neuer Organist an der Orgel?“ Diese Frage stellte sich mancher aufmerksame Kirchenbesucher, als in der Vorabendmesse am vergangenen Samstag die ersten Takte erklangen. Und sie lagen richtig: Der „Neue“, namens Florian Schuster, gab sein Debüt an der Eisenbarth-Orgel. In Zukunft wird er öfter in der Pfarrkirche Sankt Johannes zu hören sein. Außerdem wird er die Leitung des katholischen Kirchenchors übernehmen. Im Interview mit Oberpfalz-Medien erläutert er nach seinem "ersten Auftritt" in der Eisenbarthstadt, wie sein künftiges Wirkungsfeld aussehen wird.

ONETZ: Herr Schuster, Sie sind 24 Jahre jung und wohnen in Mintraching bei Regensburg. Was hat Sie bewogen nach Oberviechtach zu kommen?

Florian Schuster: Im „info kirchenmusik“, einer vom Diözesanreferat Kirchenmusik des Bistums Regensburg herausgegebenen Zeitschrift, bin ich auf die Stellenausschreibung für die Region Weiden-Ost und Cham-Nord gestoßen. Angesprochen hat mich an dieser Ausschreibung insbesondere das breit gefächerte Aufgabengebiet.

Im Auftrag von Diözesanmusikdirektors Christian Dostal hieß Dekan Alfons Kaufmann (rechts), Florian Schuster an seinem Dienstsitz Oberviechtach willkommen. Er stellte ihn den Chormitgliedern bei ihrer ersten Probe vor. Dabei ging der neue Ensemble-Leiter, wie von einem Chormitglied zu erfahren war, gleich „in die Vollen“.

ONETZ: In welcher Weise werden Sie in Oberviechtach tätig sein?

Florian Schuster: Meine Aufgaben als Regionalkantor gliedern sich zunächst in zwei Bereiche. Neben Aufgaben in der Dienstpfarrei Sankt Johannes der Täufer in Oberviechtach als Organist und Chorleiter, stehen Aufgaben innerhalb des Regionalgebietes an. Unter anderem kümmere ich mich vorrangig um die Aus- und Fortbildung von nebenamtlichen Organisten und Kirchenmusikern.

ONETZ: Werden Sie künftig der alleinige Organist in Oberviechtach sein?

Florian Schuster: Nein. Die Dienste bestreite ich gemeinsam mit den bisherigen Organisten Paulinus Lesser und Laurenz Rahm.

ONETZ: Sie sind ehemaliges Ensemble-Mitglied der Regensburger Domspatzen. Wie war Ihre schulische Laufbahn und wie verlief die weitere Ausbildung insbesondere in kirchenmusikalischer Richtung?

Florian Schuster: Bei den Domspatzen hatte ich natürlich das große Glück, von hervorragenden Lehrern ausgebildet worden zu sein. Besonders zu nennen ist hier der Regensburger Domorganist, Professor Franz Josef Stoiber. Er hat, neben einigen anderen Lehrern, mit seiner begeisterten und begeisternden Art bei mir das Interesse für ein Studium der Kirchenmusik geweckt. Seit meinem Abitur 2014, studiere ich an der Hochschule für Kirchenmusik Regensburg „Kirchenmusik“ (2014-2018 Bachelor, seitdem Master) und seit 2016 auch Instrumentalpädagogik.

ONETZ: Ihr Wohnort Mintraching ist zirka 95 Kilometer entfernt. Werden Sie pendeln oder in bzw. in der Nähe von Oberviechtach wohnen?

Florian Schuster: Ich werde demnächst meine künftige Wohnung etwas außerhalb von Oberviechtach beziehen.

ONETZ: Hatten Sie schon einmal einen Chor geleitet?

Florian Schuster: Seit 2016 war ich Chorleiter meiner Heimatpfarrei. Neben dem großen Kirchenchor habe ich dort auch einen Kinderchor gegründet und geleitet.

ONETZ: Welche Vorstellungen haben Sie mit Blick auf die künftige Leitung des Oberviechtacher Chores? Was schwebt Ihnen vor in Richtung Liedgut oder Mehrstimmigkeit des Gesangs?

Florian Schuster: Grundsätzlich möchte ich das bestehende Repertoire bewahren und in verschiedene Richtungen behutsam erweitern. Meine Vorstellung ist eine breit gefächerte Kirchenmusik, die ein Spektrum vom Gregorianischen Choral bis zu Kompositionen der Gegenwart abbildet und für jeden Zuhörer und Chorsänger „etwas Passendes“ bereithält.

ONETZ: Blieb Ihnen neben Ihrer Schul- und Studienzeit auch Zeit für ein Hobby?

Florian Schuster: Mein vorrangiges Hobby ist seit langer Zeit die Musik, in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und Genres. So gesehen darf ich wirklich mein Hobby zum Beruf machen. Für Momente ohne Musik versenke ich mich gerne in die Lektüre guter Bücher, was eine für die Ohren bisweilen ganz gedeihliche „Hör-Pause“ bietet.

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