12.02.2020 - 14:35 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Räte taub auf dem Ohr "Vollausbau"

Auch wenn der Bürgermeister Herzblut in seinen Vorschlag legt, stellen sich die Fraktionen weitgehend taub. Es geht um rund 200 Meter einer Gemeindeverbindungsstraße in schlechtem Zustand. Vollausbau? Die Räte winken ab.

Der Stadtrat kam einstimmig überein, den Neubau des Gehwegs an der Muracher Straße im Frühjahr auszuschreiben, so dass die Maßnahme spätestens im Oktober fertig wäre. Im Bauamt geht man von acht Wochen Bauzeit aus.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Das Straßenstück, das Niedermurach mit dem Oberviechtacher Ortsteil Antelsdorf verbindet, steht nicht zum ersten Mal zur Diskussion. Grundlage ist ein Vorstoß aus Niedermurach. Dort will man die Dietersdorfer Straße ausbauen, aber nicht unbedingt am Ortsschild haltmachen. Nach diesem Schild fängt die Gemeindeverbindungsstraße an, die 460 Meter über Niedermuracher Gebiet führt und dann noch 210 Meter über Oberviechtacher.

"Nicht im Regen stehen lassen"

Die Stadträte hatten sich schon einmal gegen einen Ausbau der sehr schlechten Straße ausgesprochen, die einer Schotterpiste ähnelt. Zwischenzeitlich liegen aber erste Kostenberechnungen vor. Sie gehen von einem Eigenanteil von rund 80 000 Euro für die Stadt aus, sofern staatliche Förderung fließt. Neu war auch ein Schreiben von Bürgern aus Dietersdorf und dem benachbarten Antelsdorf, das mit 24 Unterschriften im Rathaus eingegangen ist. Beide Orte würden von einem Ausbau profitieren.

"Wir dürfen die Nachbargemeinde nicht im Regen stehen lassen," warb Weigl für die Beteiligung an dem Vorhaben der Niedermuracher. Der kleine Ort würde auch die komplette Planung für das Vorhaben schultern, "so dass wir nur Geld zur Verfügung stellen müssten". Der Bürgermeister war für einen Vollausbau und eine Verbreiterung der 3,50 Meter breiten Verbindung.

Weigls Appell prallte an den Räten ab. Auch wenn sich vereinzelt zustimmende Äußerungen aus dem Plenum vernehmen ließen, war der Stadtrat doch mehrheitlich gegen den Vollausbau. Das höchste der Gefühle wäre eine Oberflächenerneuerung, hieß es. Nach einigem hin und her ließen sich die Räte breit schlagen, ein positives Signal nach Niedermurach zu senden, was die Planung des Ausbaus anbelangt. Wenn dann exakte Kosten vorliegen, will man sich des Themas noch einmal annehmen.

Zur Rede stand auch der Weg entlang des neugebauten Lidl-Markts an der Muracher Straße. "Die Situation dort können wir nicht so lassen," betonte der Bürgermeister. Der Rat kam einstimmig überein, den Neubau des Gehwegs im Frühjahr auszuschreiben, so dass die Maßnahme spätestens im Oktober fertig wäre. Im Bauamt geht man von acht Wochen Bauzeit aus, die Kosten von ungefähr 165 000 Euro nach sich ziehen. Staatliche Förderung gibt es dafür nicht. "Aber das sollte es uns wert sein, bevor jemand zusammengefahren wird", so Weigl.

Ampel ging nicht mehr

Eine mögliche Gefahr für Fußgänger ergab sich auch aus dem schon länger andauernden Ampelausfall am Haus der Stiftung (Nunzenrieder Straße). Ob bei dem technischen Problem das Sturmtief Sabine seine Finger im Spiel hatte? Spekuliert wurde darüber. Die Anlage geht zwischenzeitlich wieder.

Eine Formalie war die Bestätigung der beiden Linder Feuerwehrkommandanten durch den Stadtrat. Es handelt sich um Stefan Pronold und seinen Stellvertreter Tobias Nesner. Überdies haben die Linder Wehrmänner von der Stadt eine neue Teeküche für 6800 Euro spendiert bekommen. Ohne Widerrede blieb auch die geplante Beteiligung der Stadt an einem Programm, das den Glasfaseranschluss des Rathauses zu großen Teilen finanzieren würde. "Für uns bleiben nur 9000 Euro", wusste Weigl.

Gegen "Lichtverschmutzung"

Auf den Weg gebracht wurde eine Änderung von Richtlinien, die mit der familienfreundlichen Gestaltung des Kaufpreises für Wohngrundstücke zu tun haben. Es gibt künftig auch einen Zuschuss, wenn Gewerbebrachen, also alte Betriebsgebäude, in Wohnhäuser umgewandelt werden.

Einem der Räte war aufgefallen, dass die Stadtpfarrkirche nicht mehr beleuchtet wird. Dafür gibt es eigentlich einen Strahler auf dem Gebäude Marktplatz 18. Das Ende der Beleuchtung, so war zu hören, hat mit einer Initiative des Freistaats zu tun, mit der die "Lichtverschmutzung" eingedämmt werden soll. Konkret: Ab 23 Uhr dürfen Wahrzeichen nicht mehr angestrahlt werden. Denn geflügelte Insekten verlassen Wiesen, Parks und Wälder und Gewässer und fliegen zum Licht, wo sie den sicheren Tod finden. Das Verbot gilt übrigens auch für die Burgruine Obermurach.

Ein weiteres Thema war schließlich noch die Parkausweis-Regelung. Sie soll nach der Kommunalwahl im Stadtrat besprochen werden.

Schnee bedeckte am Mittwoch gnädig die Schäden an dem Straßenstück, das Niedermurach mit dem Oberviechtacher Ortsteil Antelsdorf verbindet. Die Räte konnten sich bei der Sitzung am Abend zuvor nicht für einen Vollausbau entscheiden.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.