14.09.2020 - 10:42 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Im Oberviechtacher Stadtwald klaffen keine "Löcher"

Das Ziel des CSU-Antrages lautet: Fördermittel für den Stadtwald zu bekommen. Doch Förster Markus Lobinger sieht es positiv, wenn nicht so viel vom neuen Konjunkturpaket des Bundes für Oberviechtach abfällt.

Vom Erholungsgebiet bis zum wertvollen Lebensraum: Die Funktionen des Waldes sind vielfältig. Der Zustand des Oberviechtacher Stadtwalds hat Förster Markus Lobinger den Stadträten erläutert.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

(ptr) Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) startet ein Konjunkturpaket für den Deutschen Kommunalwald. 500 Millionen Euro sind als Prämie zur Erhaltung und nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder vorgesehen. Diese Tatsache veranlasste die CSU/CWG/JU-Fraktion zu einem Antrag, das Thema "Kommunaler Wald" auf die Tagesordnung der jüngsten Stadtratssitzung zu stellen. Damit sollte abgeklärt werden, ob die Stadt Fördermittel abgreifen kann. Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky übergab das Wort an Revierförster Markus Lobinger, der den Wald seit 2007 betreut.

Noch vieles offen

Bevor dieser den Zustand des Stadtwaldes erläuterte, schränkte er ein: "Es gibt noch keine näheren Angaben zu dem am 4. August vorgestellten Konjunkturpaket des Bundes. Erst müssen die Länder ihre Vorschläge machen." Eventuell laufe es auf eine Flächenprämie mit automatischer Zuwendung hinaus, was bei rund 2,2 Millionen Hektar Wald ganze 227 Euro pro Hektar wären. "Wenn nur stark geschädigte Wälder gefördert werden, bekäme Oberviechtach weniger. Das ist aber durchaus positiv", betonte Lobinger. Denn in der Region lägen keine großen Sturmschäden vor und es gebe auch keine "Löcher" durch Borkenkäferschäden.

Nachdem der Förster die Hoffnung auf eine gut dotierte Finanzspritze etwas gedämpft hatte, informierte er über den Bewirtschaftungsplan 2010 bis 2029 für den Stadtwald. Der Klimawandel sei schon seit dem heißen Sommer 2003, und damit schon lange ein Thema bei der Waldbewirtschaftung. Das bedeute einen Umbau nach der Holzernte hin zu Mischbeständen, beziehungsweise die Pflege jüngerer Bestände.

Förster Markus Lobinger informiert über den Stadtwald.

"122 Hektar inclusive Rechtlerwald sind im Stadtbesitz", informierte der Förster. Heuer seien noch keine Käfernester mit mehr als 25 Festmeter Schadholz aufgetreten. Die Voraussetzung dafür: "Die Nester früh finden und wenn sie entdeckt sind, schnell aufarbeiten." Zur entspannten Lage trage auch der Umstand bei, dass heuer eine halbwegs günstige Witterung im Oberviechtacher Land herrschte. "Ich bin froh, dass derzeit so wenig Schadholz anfällt, da es aktuell desaströse Preise am Markt gibt", betonte der Förster. Beim Verkauf bleibe meist kein Reingewinn übrig, der die Aufforstungskosten deckt. Außerdem appellierte Markus Lobinger: "Ich kann der Stadt den Verkauf nicht verbieten, empfehle es aber nicht." Denn auch für Tauschfälle sollte man sich Waldbesitz vorhalten.

Infofahrt in den Wald

Nachdem die Stadträte noch etliche Fragen hatten, die Zeit wegen der Haushaltsberatung aber drängte, verständigte sich das Gremium auf Vorschlag von Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky darauf, sich mit dem Förster im Staatswald zu treffen. Die Infofahrt wird in das Weberholz, mit zwölf Hektar die Perle des Stadtwaldes, führen. Insgesamt verteilt sich der Kommunalwald auf 47 Standorte im Stadtgebiet und zwar südlich von Konatsried bis nach Pirk. "Ich freue mich auf unser Treffen draußen an meinem Arbeitsplatz Wald", bekräftigte der Revierförster. Dann hat er auch Zeit, die Naturverjüngung zu erklären und die Esskastanie als derzeit beliebte Alternative vorzustellen. Doch Markus Lobinger ist sich sicher: "Die Fichte wird auch die nächsten Jahre bestimmend sein."

Der Bürgermeister informierte das Gremium, dass im Freibad vom 20. Mai bis 2. September 9382 Besucher gezählt wurden. Die Zahl sei "extrem gut", denn trotz Corona und der späteren Öffnung habe es Jahre gegeben, die schlechter waren. Rund 1000 Karten wurden ausgegeben. Teplitzky dankte Bademeister und Freibad-Personal für den besonderen Einsatz. Aufgrund der guten Witterung bleibt das Bad noch bis Sonntag, 20. September geöffnet.

Die neue Försterin Christina Bösl hat einige Ideen für den Forst

Oberviechtach

Teplitzky informierte das Gremium über einen Antrag des Tierschutzvereins Schwandorf zur Anpassung der jährlichen Gemeinde-Pauschale zur Unterbringung von Fundtieren. Bei der Bürgermeister-Dienstversammlung am 22. Juli hatte der Tierschutzverein vorgeschlagen, ab 1. Januar 2021 die Pauschale von 50 Cent auf einen Euro pro Einwohner zu erhöhen. Gründe dafür seien die steigenden Tierarzt- und Personalkosten. Außerdem bat das Tierheim um einen freiwilligen Zusatzbeitrag (50 Cent pro Einwohner), der noch 2020 ausbezahlt werden soll. Nachdem die Beträge im Verfügungsbereich des Ersten Bürgermeisters liegen, war kein Beschluss erforderlich.

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