06.10.2019 - 11:31 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher wandern wie die Weltmeister

So weit die Füße tragen: Bei der 17. Wander-Weltmeisterschaft in Österreich ist die Oberpfalz gut mit dabei: Eine Gruppe mit über 30 Teilnehmern vertritt die Farben Oberviechtachs – verstärkt um Wegbegleiter aus England und Frankreich.

Die Urlaubsregion des Salzburger Lungau bildete die landschaftliche Kulisse der 17. Wander-Weltmeisterschaft. Für die Teilnehmer aus Oberviechtach - hier Anneliese Kraus (links) und Alexandra Wild - warteten auch tierische Begegnungen auf den Strecken.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Sie sind "Wiederholungstäter", die zu Fuß kommen: Erneut war eine starke Abordnung der Wanderabteilung des TSV Oberviechtach unterwegs in der Weltspitze. 38 Teilnehmer gingen bei der 17. Wander-Weltmeisterschaft in der Marktgemeinde Sankt Michael im Lungau in Österreich (Bundesland Salzburg) an den Start. Am letzten September-Wochenende hatte diese Veranstaltung gut 1000 passionierte Fußgänger aus 14 Nationen in die Region zwischen Katschberg und Obertauern gelockt.

Die Teilnehmer vereinte das Ziel, in drei Tagen – von Donnerstag bis Samstag – so viele Kilometer wie möglich unter die Sohlen zu nehmen. Jene Startergruppe, die die größte Gesamtdistanz zurücklegt, darf sich Weltmeister nennen. In Sankt Michael konnten die Wanderer täglich aus drei Routen mit unterschiedlichen Distanzen – zwischen 6 und 22 Kilometern – und Schwierigkeitsgrad wählen. Auf konditionsstarke Fußgänger wartete außerdem die Herausforderung eines Marathons. Dieser Königsdisziplin stellten sich die Oberviechtacher Manfred Scheck, Renate Wild und Irene Reindl mit Erfolg.

Und die Marschierer aus der Eisenbarthstadt waren gut mit dabei und vereinigten im Endklassement eine Gesamtdistanz von 2521 Kilometern auf sich. Das reichte zwar nicht für den Weltmeistertitel, doch mit Platz sechs in der Gruppenwertung mischten die Wanderfreunde doch ziemlich weit vorne mit. Auch in den Jahren 2017, 2016 und 2007 waren die Oberviechtach bei der Wander-WM auf dem sechsten Rang gelandet. Ein Blick auf die Internetseite der Wanderfreunde zeigt, dass die bisher besten Platzierungen der Oberviechtacher bei Weltmeisterschaften ein fünfter Rang (2015) und ein vierter Rang (2005) waren.

Die 38-köpfige Gruppe, die unter den Farben der Wanderfreunde startete, war bunt gemischt. Als Unterstützer hatten sich die 18 Teilnehmer aus Oberviechtach nämlich einige Wegbegleiter mit ins Boot geholt: Neben 14 "Mitläufern" aus Bayern und Berlin, hatten sich auch zwei französische Wanderer sowie ein Fußgänger-Quartett aus Großbritannien zusammen mit den Oberpfälzern auf den Weg gemacht. Die Weggefährten von der Insel haben übrigens Wurzeln im Oberviechtacher Land: Es handelte sich um die Familie von Petra Cowburn, die Tochter von Wandervereinsmitglied Toni Zimmert.

Die Siegerehrung in der Festhalle von Sankt Michael begleitete das echte Flair einer Weltmeisterschaft: Fahnen schmückten das Gebäude, die Hymnen der jeweiligen Länder wurden von Musikgruppen gespielt. Der Mannschaftstitel ging heuer übrigens nach Deutschland: Die "Koala Wanderers" legten an den drei Wettbewerbstagen insgesamt 7134 Kilometer zurück. In der Top Ten waren Wandergruppen aus Deutschland, Österreich und Frankreich vertreten. Mit ihrem sechsten Platz waren die Oberviechtacher übrigens das zweitbeste deutsche Team bei dieser WM. In der Einzelwertung der Herren schaffte es der Deutsche Josef Sellmaier mit 216 gewanderten Kilometern nach ganz oben. Die beste Frau kam ebenfalls aus der Bundesrepublik: Anna Seeberger marschierte 144 Kilometer. Insgesamt hatten die knapp 1000 Teilnehmer eine Strecke von 51 298 Kilometern bewältigt.

Nach drei Tagen Weltmeisterschafts-Atmosphäre machten sich die Oberviechtacher wieder auf den Heimweg. Von größeren Blessuren waren die Wanderer verschont geblieben, lediglich einige Blasen und ein paar blaue Zehen mussten versorgt werden. "Alle Teilnehmer waren begeistert von den drei wunderschönen Tagen mit jeweils drei verschiedenen, landschaftlich überwältigten Wanderstrecken", fasste CSU-Stadträtin Lydia Eckert, die ebenfalls mit im Oberviechtacher Starterfeld war, ihre Eindrücke zusammen. Ein Höhepunkt seien auch die Strecken auf 2000 Metern Höhe gewesen, die am zweiten Tag zu bewältigen waren. Dafür ging es für die Teilnehmer per Gondel hinauf auf die Panoramaalm und die Peterbauernalm.

Und die Wanderfreunde denken schon an die nächste WM: Die 18. Auflage wird von 24. bis 26. September 2020 erneut in Österreich stattfinden – in Saalbach-Hinterglemm im Salzburger Land. Dort möchten die Oberviechtacher wieder an den Start gehen. Leidenschaftliche Fußgänger, die ebenfalls einmal das besondere Flair eines solchen Wettbewerbs erleben möchten, dürfen sich gerne anschließen. Interessenten können sich bei Alois Früchtl, Leiter der TSV-Abteilung Wandern, per E-Mail unter alois.fruechtl[at]gmail[dot]com melden.

Mit einer stattlichen Gruppe waren die Wanderfreunde aus Oberviechtach bei der Weltmeisterschaft in Österreich vertreten. Dazu gehörten auch internationale Wegbegleiter wie Petra Cowburn aus Großbritannien und ihre Familie (vordere Reihe, ab Zweite von links). Sie ist die Tochter von Wandervereinsmitglied Toni Zimmert (mittlere Reihe, Zweiter von links).

Weitere Informationen rund um die TSV-Wanderabteilung gibt es hier

Unermüdlich unterwegs:

Die Leistungen der Oberviechtacher Teilnehmer bei der 17. Wanderweltmeisterschaft konnten sich durchaus sehen lassen: So brachte es Manfred Scheck auf eine Gesamtdistanz von 127 Kilometern, Andreas Zinkl schaffte auf den Wegen im Lungau 110 Kilometer. Fast ebenso unermüdlich waren auch Irene Reindl und Renate Wild unterwegs, die beide 98 Kilometer zurücklegten. Jeweils eine Distanz von 84 Kilometern hatten Heiner Deyerl, Anneliese und Josef Kraus sowie Alexandra Wild unter die Sohlen genommen. Tamara Eckert lief 72 Kilometer und Resi Heinrich kam auf 69 erwanderte Kilometer. (mp)

Bei der Siegerehrung bekamen die Oberviechtacher (türkise Shirts) ihre Auszeichnung durch die Präsidenten des Österreichischen Volkssportverbandes, Franz Kirchweger und Rudolf Bräuml (von rechts), und Sankt Michaels Bürgermeister Manfred Sampl (links) überreicht.
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