22.04.2019 - 14:20 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Ostern: Sieg über den Tod

Die Osternachtfeier vermittelt auf vielfältige Weise den Gedanken der Auferstehung. Dieses Jahr trägt auch ein Täufling dazu bei.

An der eisernen Feuerschale vor dem Kirchenportal wurde im Kreise der Ministrantenschar die Osterkerze entzündet.
von Georg LangProfil

Mit dem lauten Knarren der großen Karfreitagsratsche riefen die Ministranten die Gläubigen zur Osternachtfeier in die Stadtpfarrkirche, da bekanntlich die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis zur Auferstehungsfeier schweigen. Während die Besucher in das Gotteshaus strömten, entfachte Kirchenpfleger Günther Flierl am Treppenaufgang der Stadtpfarrkirche das Osterfeuer. „Christus, steige herab in dieses Feuer!“, betete Stadtpfarrer Alfons Kaufmann, bevor er die gewaltige Osterkerze 2019 an der eisernen Feuerschale entzündete. Dann zog der Geistliche mit einer großen Schar Ministranten in die nachtdunkle Kirche ein.

Mit einem dreimaligen „Lumen Christi“ (Licht Christi) bewegte sich der Zug auf dem Hauptgang auf den Altar zu, bis schließlich die Ministranten das Osterlicht an die versammelten Gläubigen weitergaben und sich das Kerzenlicht der Auferstehungsfeier allmählich im Kirchenraum verbreitete. Anschließend prägten mehrere Lesungen die Osterliturgie, in deren Inhalte die Pfarrgemeinderatssprecherin Renate Troppmann einführte.

Diese Liturgie nimmt bereits mit der Schöpfung ihren Anfang. Nach der Lesung von der Erschaffung der Welt folgte der Vortag über die Befreiung der Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens und schließlich das Buch Ezechiel, wo Gott das enttäuschte Volk nicht aufgibt. Den Abschluss bildete die Lesung zur Auferstehung Christi mit ihren Auswirkungen auf das gläubige Volk. Mit dem „Gloria in excelsis deo“ kehrten Glockengeläute und Orgelmusik in die hell erleuchtete Kirche zurück. „Christ ist erstanden von der Marter alle“ sang der Chor unter Leitung von Stefan Schäufl und das Volk stimmte in das Halleluja ein.

Das Gedicht „Wer bin ich?“, das Dietrich Bonhoeffer in seiner KZ-Haft kurz vor seiner Hinrichtung niederschrieb, nahm Pfarrer Kaufmann als Einstiegsgedanke seiner Osternachtpredigt: Not und Leere werden durch Vertrauen auf Jesus überwunden werden. Der Glaube an die Auferstehung besiege den Tod und ermöglicht ein gelöstes und heiteres Leben. Den Zugang hierzu eröffne die Taufe. Mit der Weihe des Taufwassers im geschmückten Becken unter der blumenbekränzten Figur des auferstandenen Heiland erneuerte die Versammlung der Gläubigen ihr Taufgelübde. Einen Höhepunkt der Osternachtfeier bildete die Taufe der sechs Monate alten Franka Franziska Roßmann, deren Familie in besonderem Maße in die Feier eingebunden war.

Nach der österlichen Eucharistiefeier bildete die Speisenweihe den Schlusspunkt dieses herausragenden Gottesdienstes im Kirchenjahr. In der Seelsorgegemeinschaft gehört es seit Jahren zur Tradition, dass nach dem Festgottesdienst gesegnete Osterbrote an die Gläubigen verteilt werden und so verabschiedeten auch heuer Pfarrgemeinderäte die Gottesdienstbesucher mit der Überreichung der Brote an den Kirchenportalen.

Christus als Sieger über den Tod: Die blumengeschmückte Figur des Auferstandenen rückt bei der Osternachtfeier in das Blickfeld.
Bei der Speisenweihe erhalten die Osterbrote den kirchlichen Segen, bevor sie am Schluss des Gottesdienstes an die Gläubigen verteilt werden.
Bei der feierlichen Taufe wurde Franka Franziska Roßmann in die christliche Gemeinschaft aufgenommen.
An der eisernen Feuerschale vor dem Kirchenportal wurde im Kreise der Ministrantenschar die Osterkerze entzündet.
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