10.10.2019 - 11:53 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Pfarrer kehrt nach Afrika zurück

Für Pfarrer André Kionga Jacques Phanzu naht die Zeit des Abschiednehmens von Oberviechtach. Zu Beginn der kommenden Woche tritt er die Rückreise in die Demokratische Republik Kongo (DRK) an.

Pfarrer André Kionga Jacques Phanzu (Zweiter von rechts) gemeinsam mit Pfarrer Alfons Kaufmann bei einem Gottesdienst im Altenheim.
von Josef NiederaltProfil

Vor dem Abschied von Pfarrer André Kionga Jacques Phanzu gab er eine kurze Vorschau auf das, was ihn zu Hause erwartet. Dort, wo es am Äquator keinen Winter und keinen Sommer gibt. Den 62-jährigen Priester der Diözese Boma wird vor der Rückreise der Weg in die Apotheke führen. Die Tatsache, dass in der Demokratische Republik Kongo keine Krankenversicherung existiert, ist für Phanzu in seiner pastoralen Arbeit als Krankenhausseelsorger im Hospital Kangu eine große Herausforderung.

Eine andere ist die, dass in der Bevölkerung der Umgebung bitterste Not und Armut herrschen. Groß ist die Zahl von mittellosen Kranken, die erst eine medikamentöse oder operative Behandlung erhalten, wenn sie dafür selbst bezahlen können. Weitere Leistungen, bei denen der Pfarrer helfend einspringt, betreffen praktisch den gesamten Lebensbereich von der Geburt bis hin zum Totentransport und zu Beerdigungskosten. "Nicht selten sehe ich mich vor meinem Büro mit einer Schlange von Menschen konfrontiert, die dringend benötigte Lebensmittel oder Hilfe in einer Notsituation erbitten", sagte der Pfarrer. Von der Diözese könne er nichts erwarten. Pfarrer André zeigte sich vor allem dankbar für die Spenden: "Die Not ist so groß, dass täglich Menschen sterben, weil sie verhungern. So lange ich von Ihnen etwas bekomme, kann ich was leisten für die Kranken im Hospital, für andere Arme und Behinderte." Die Seelsorgeeinheit Oberviechtach wird die Kirchenkollekten zu den Wochenenden am 12. und 13. Oktober an Pfarrer André zur Unterstützung des Krankenhauses und seiner Arbeit dort übergeben. Bei Spenden im Umschlag mit Namen wird eine Spendenquittung ausgestellt. Pfarrer Alfons Kaufmann schrieb im Pfarrbrief an Phanzu gerichtet: "Für die Vertretungsdienste ein herzliches Vergelt's Gott, alles Gute und, so Gott will, auf Wiedersehen im nächsten Jahr!"

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