Oberviechtach
26.11.2018 - 11:00 Uhr

Plus in der Lohntüte redlich verdient

Über fünf Prozent mehr Geld haben die Bauarbeiter in der Lohntüte: Bei der Tarifrunde 2018 hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ein Happy-End erreicht. Kritik wird an "Trittbrettfahrern" unter den Kollegen geübt.

Gewerkschaftssekretärin Petra Katens (stehend) erläuterte ihren Kollegen von der IG Bau den ausgehandelten Tarifvertrag 2018. Dabei sei für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe viel erreicht worden. Bild: frd
Gewerkschaftssekretärin Petra Katens (stehend) erläuterte ihren Kollegen von der IG Bau den ausgehandelten Tarifvertrag 2018. Dabei sei für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe viel erreicht worden.

Bei der Mitgliederversammlung des IG-Bau-Ortsverbandes Oberviechtach war von "mangelnder Solidarität" die Rede. Adressaten dieser Kritik waren Kollegen auf dem Bau, die nicht der Gewerkschaft angehören, aber die in harten Tarifverhandlungen erreichten Verbesserungen im finanziellen und sozialen Bereich in Anspruch nehmen. Davon gebe es nach wie vor viele. Solche Mitarbeiter wurden in der Versammlung als "Trittbrettfahrer" bezeichnet.

In einem kurzen Jahresrückblick blendete Ortsvorsitzender Günter Dengler auf den Vortrag "Patientenverfügung" und den gemeinsamen Ausflug zurück. Bei der Jubilarehrung in Klardorf seien auch drei Kollegen aus dem Bereich Oberviechtach/Nabburg für 40-jährige Treue zur Gewerkschaft ausgezeichnet worden. Gewerkschaftssekretärin Petra Katens erklärte den Anwesenden, dass für sie vor allem der Einsatz um die sozialen Belange der Arbeiter auf dem Bau zu einer Herzensangelegenheit geworden sei. Sie müsse sich häufig darüber wundern, wie wenig sich die Betroffenen selbst um ihr Wohl und die ihnen gesetzlich und tariflich vereinbarten Rechte kümmern.

Katens ließ die Tarifrunde in diesem Jahr Revue passieren. Dabei habe die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) ein hervorragendes Ergebnis für die rund 800 000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe erkämpft. Die Löhne und Gehälter im Tarifgebiet West seien seit 1. Mai um satte 5,7 Prozent gestiegen. Im November sprang eine Einmalzahlung von 250 Euro heraus, im Juni 2019 folgt eine weitere Einmalzahlung von 600 Euro und im November 2019 gibt es weitere 250 Euro. Dieser Tarifvertrag laufe bis 30. April 2020.

Mit guter Verhandlungstaktik sowie machtvollen Demonstrationen der Beschäftigen in Berlin sowie durch Protestaktionen und den Einsatz von Gewerkschaftlern in den eigenen Betrieben seien diese Einkommensverbesserungen erreicht worden. Gerade am aktuellen Tarifabschluss sei zu sehen, was eine starke Gewerkschaft für ihre Mitglieder erreichen kann. Diesen "qualitativ hochwertigen Tarifvertrag" hätten sich die Beschäftigten in der jetzigen Bauhochkonjunktur auch redlich verdient.

Die Branchensekretärin wertete den Tarifvertrag auch als Signal an die Schulabgänger, dass auf dem Bau gutes Geld verdient werden könne. Bereits in der Ausbildungszeit könne mit einem erreichten Mehreinkommen von bis zu 170 Euro monatlich gerechnet werden. Abschließend appellierte Petra Katens an ihre Kollegen, die Erfolge der Gewerkschaft gegenüber bisher nicht organisierten Kollegen deutlich herauszustellen, um diesen so eine Mitgliedschaft schmackhaft zu machen. "Je stärker die IG Bau ist, umso mehr kann für die Mitglieder im Bauhauptgewebe erreicht werden", verdeutlichte sie.

 
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