01.06.2018 - 17:31 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Premiere mit leidenschaftlichem Spiel

Ganz nahe dran am Geschehen ist das Publikum bei der Spielform der szenischen Wanderung. Überraschungen gab es bei der interaktiven Einbeziehung der Zuschauer.

Die Bleichangerkapelle ist Kulisse für den landgräflichen Hof, wo der junge Eisenbarth in Fesseln vor Gericht gezerrt wird, während sich sein Gehilfe Martius für ihn stark macht.

Oberviechtach. (lg) Begeisterung und Leidenschaft prägten die Premiere des diesjährigen Doktor-Eisenbarth-Festspiels, das an Fronleichnam seinen Auftakt nahm. Die Spielfreude der Akteure sprang auf das Publikum der ausverkauften Vorstellung über, das mit Konzentration das Geschehen der szenischen Wanderung verfolgte. Gespannt warteten um 20 Uhr die Zuschauerreihen auf das Ende des abendlichen Gebetsläutens, das für die beiden Studenten Perceo und Josch das Signal für ihren Auftritt ist, bei dem sie zusammen mit dem Publikum das bekannte Schmählied anstimmen. Dieses ruft Eisenbarths Geist (Reiner Reisinger) auf den Plan und die eigentliche Handlung mit der Taufgesellschaft beginnt.

Spektakulär und drastisch geht es auf dem nächsten Schauplatz beim Rathaus zu, wo sich auf drei Bühnen der "Markt der Scharlatane" entfaltet. Abramo (Florian Waldherr), Casco (Tobias Heindl) und Olearius (Michael Brunner) sind die Quacksalber, die - jeder auf seine Art - mit ihren aberwitzigen Aktionen das Barockkolorit repräsentieren und so den Zuschauer unterhalten, mitunter aber auch schockieren. In dieser Szene erscheinen auch der Landgraf von Hessen-Kassel (Michael Trapp) mit Gattin (Anna Waldherr) und Ratsherr Rothenbach (Stefan Eiser) mit Tochter (Theresa Ruhland), die bei den folgenden Szenen das Geschehen vorantreiben.

Hier wird der Aufstieg Eisenbarths (Andreas Fleischer) zusammen mit seinem Gehilfen Martius (Wolfgang Wabra) eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Als der junge Eisenbarth ohne Konzession heilt, droht ihm der Kerker. Abramo bezieht die Zuschauer als Zeugen ein. Der landgräfliche Hof an der Bleichangerkapelle und das Heerlager am Marktsweiher sind im Folgenden wesentliche Schauplätze, wo die Soldaten (Florian Schwindler, Sandro Bauer) das Geschehen mitbestimmen. Den prächtigen Abschluss mit der Gauklertruppe konnte das Publikum am Premierentag aufgrund eines Gewitterregens nicht mehr erleben. Ein Vorgeschmack auf deren artistische Fähigkeiten hatte es aber bereits beim Schirmherrnempfang erfahren.

Eisenbarth entfernt beim Hauptmann eine Kugel und wendet somit die Amputation des Beins ab.

Gespannt verfolgt das Publikum die fragwürdigen Aktionen der Quacksalber auf dem "Markt der Scharlatane".

An der Oberviechtacher Kirche begann alles: Hier wurde Eisenbarth 1663 mit namhaften Zeugen getauft.

Die Schergen mit Pestmasken bringen ein vermeintliches Seuchenopfer herbei.

Der Kolping-Spielmannszug verkörpert die Musiker und Soldaten im landgräflichen Heerlager.

Info:

Am heutigen Samstag sind zwei weitere Aufführungen um 15 Uhr und um 20 Uhr. Zwischen den beiden Vorstellungen entfaltet sich ein barockes Markttreiben, zu dem jedermann bei freiem Eintritt geladen ist. Am Samstag, 9. Juni, sind um 15 Uhr und um 20 nochmals zwei Aufführungen angesetzt. Karten und nähere Informationen an der Tageskasse und unter oberviechtach.de sowie im Rathaus, Zimmer 2, Telefon (09671) 307-13. Die Eintrittskarte kostet 13 Euro, Ermäßigung 5 Euro. Das Familienpaket wird für 28 Euro angeboten. (lg)

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