14.04.2019 - 14:27 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Rekordbierkrug als Hexenwerk

Wer sich die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" einlädt, muss einstecken können. Für das Oberviechtacher THW und seine Gäste ist das aber kein Problem. Die restlos besetzte Gymnasiums-Turnhalle beweist das überzeugend.

Schmissig, schräg und wie immer sehr unterhaltsam: Dei „Alteneihauser Feierwehrkapell’n“ wird ihrem Ruf auch beim Auftritt zum THW-Jubiläum gerecht.
von Ludwig BergerProfil

"In Oberviechtach ist das Volk gut drauf, denn laut Heinz Weigl geht's bergauf. Auch wenn man es nicht sieht, der Bürgermeister ist bemüht, gleich wie erfolglos er auch ist, er ist und bleibt ein Optimist". So musste sich der Bürgermeister von Norbert Neugirg und der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" aussingen lassen. Der Kommandant der "Feierwehr" hatte einiges zu bieten. Sowas hat die Gymnasium-Turnhalle in Oberviechtach erst selten erlebt: Gut 1000 Besucher bekamen kaum noch Luft zwischen den Pointen . Was Neugirg mit seinen Mannen an diesem Samstagabend hier den Gästen präsentierte, war Kabarett und Comedy vom Feinsten. Der Ortsverband Oberviechtach des Technischen Hilfswerks (THW) mit dem langjährigen Ortsbeauftragten Hans Deyerl ist in Feierlaune, denn in diesem Jahr wird das 50-jährige Bestehen begangen. Nachdem diese Hilfsorganisation seit ihrem Beginn schon immer was Besonderes an den Tag legte mit Hilfeleistungen auf der einen Seite und Feierlichkeiten auf der anderen, wollte sich die Truppe auch für das Jubiläum sich und der Bevölkerung etwas besonderes bieten: Was lag da näher, als die "Kollegen" von der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" nach Oberviechtach zu holen.

So marschierte die deutschlandweit vor allem aus der "Fastnacht in Franken" aus Veitshöchheim bekannte "Altneihauser Feierwehrkapell'n" mit ihrem Kommandanten Norbert Neugirg an der Spitze ein und schaffte sich mit ihrer eigenen Art der Blasmusik das Gehör. Kommandant Norbert Neugirg begrüßte die Gäste, verwechselte aber die Stadt Oberviechtach "zufällig" mit der Patenstadt Nabburg, bis ihn ein Mitglied seiner Kapelln darauf aufmerksam machte. Mit dieser und weiteren Verwechslungsgeschichten führte Neugirg durch den Abend. Unbeirrt von diesen "Missgeschicken" erzählte er Anekdote um Anekdote. Da kam das "Hexenwerk dem Weltrekordbierkrug" zur Sprache, den der Eigelsberger "Rentnervolkssturm" hergestellt habe. Das THW sei eh nur da, weil der Krug da ist.

Der Bürgermeister musste samt Stadtfinanzen nochmal herhalten: Wegen des Golde, welches angeblich hier am Wegesrand in Massen rumliegt. Aus der Liste der Namen umliegender Ortschaften bastelte Neugirg ein humoristisches Feuerwerk. Nach der Pause befasste sich Neugirg mit dem Dialekt und dessen Besonderheiten in der Gegend. Drei Stunden dauerte das Programm und erst nach Zugaben blies die "Feierwehrkapell'n" zum Rückzug.

Mit dem Engagement der "Altneihauser" ist bereits der Start in das Jubiläumsjahr mehr als gelungen. Zu Beginn dieser Auftaktveranstaltung begrüßte Hans Deyerl die zahlreichen Besucher und einige Ehrengäste und wies gleichzeitig auf den Christi-Himmelfahrtstag am 30. Mai 2019 mit seinem eigenen Festprogramm hin.

Mit so viel Freude und Beifall ging es fast durch den ganzen Abend
Neugirg live:

Zitate

"Das THW ist 50 Jahre alt, die Ausrüstung ist abbezahlt, und entsprechend flott wirkt der blaulackierte Schrott."

"Wird Gold gewaschen in Langau, wird’s Wasser in der Murach grau, und bis tief nach Teunz hinein färbt sich die Murach seltsam ein."

"Es weiß, wer den Hans Deyerl kennt, er ist in Oberviechtach der Regent, wie er in Oberviechtach das THW anführt und diese Stadt im Grund regiert."

"Bei Hans schmeckt es den Gästen immer noch am Besten, denn der Hans ist Hobbykoch, die meisten Gäste leben noch."

"Bürgermeister Weigl lässt verkünden, in Oberviechtach gäb es Gold zu finden und die ganze Welt fällt darauf rein, und findet sich in Massen ein, um im Forellenbach herumzukriechen."

Bevor es auf die Bühne ging, bekam Ortsbeauftragter Hans Deyerl (Zweiter von rechts) ein „Privatständchen“ von Neugirg und Kollegen.

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