28.11.2019 - 14:10 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Richtbaum am Stadtarchiv steht

Die Hebfeier markiert einen wichtigen Schritt für das neue Stadtarchiv. "Es ist keine leichte Baustelle", betonen Planer und Bürgermeister. Ab Mai 2020 sollen hier Menschen und Schriftstücke einziehen.

Während die Zimmerer auf den Einsatz für den Richtspruch warten, versammeln sich die geladenen Gäste um Bürgermeister Heinz Weigl (Dritter von links) und Architekten Peter Brückner (rechts daneben) vor dem imposanten Neubau.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Leichter Nieselregen begleitete am Mittwochnachmittag das Richtfest am künftigen Stadtarchiv. Auf Einladung der Stadt fanden sich dazu die beteiligten Baufirmen, etliche Stadträte und das Planer-Team um Peter Brückner aus Tirschenreuth ein. "Wir wollen damit an eine Tradition anknüpfen", sagte Bürgermeister Heinz Weigl.

Er blickte kurz darauf zurück, dass die Stadt das alte, nicht mehr sanierbare Haus zwischen Museum und Rathaus erworben hat. Nach Abriss und Neubau könne man Platz für ein längst überfälliges Archiv schaffen und damit eine Pflichtaufgabe der Kommune erfüllen. "Es ist keine leichte Baustelle, aber es wird ein Schmuckstück im Ensemble", so Weigl. Seit Donnerstag der Vorwoche arbeitet die Zimmerei Streck aus Haag in luftiger Höhe am Dachstuhl. Nun war die Zeit für den Richtspruch gekommen: "Die Feierstunde hat geschlagen, es ruhe die geübte Hand. Nach harten, arbeitsreichen Tagen, grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land." Zimmerermeister Helmut Streck vergaß auch den Dank an alle Beteiligten nicht: "Ein Hoch allen Planern und Gestaltern, allen Firmen, allen Handwerkern und den Verwaltern." Der mit gelben Bändern geschmückte Richtbaum wurde an einen Balken genagelt. "In Scherben soll mein Glas zerspringen, Glück soll dies uns allen bringen", endete der Zimmerer.

Bei der Hebfeier im Gasthof Pösl fanden sich auch Mitarbeiter vom Bauunternehmen Michael Baumer, der Spenglerei Hösl, von Elektro Hägler, Heizung/Sanitär Pregler und Bodensteiner (Statik) ein. "Es ist eine Investition in die Zukunft", sagte Heinz Weigl, der sich darüber freute, dass die Gewerke in der Region geblieben sind. Er bezeichnete den Neubau als "etwas Schönes und Vernünftiges". Sein Lob galt dem geschäftsleitenden Beamten Wolfgang Ruhland, der die Baustelle mit viel Geduld begleite.

Dank sagte der Bürgermeister den Nachbarn: "Wir haben gut zusammengearbeitet und konnten einen Großteil der Wünsche erfüllen." Auch der Museumsbetrieb lief weiter. "Die Firma Streck hat unwahrscheinlich gut vorgearbeitet, damit wir das Dach raufkriegen", freute sich Weigl und dankte allen Firmen für ihren Fleiß. Dem schloss sich auch Architekt Peter Brückner an: "Wir haben sehr gute Handwerker aus der Region die unsere Ideen umsetzen." Er vergaß auch nicht anzufügen: "Ort, Baugrundstück und Diskussionen waren nicht einfach." Doch mit dem Neubau für das "Gedächtnis der Stadt" könne das Grundstück mit einer öffentlichen Nutzung besetzt werden. "Gießen wie eine Scheune" beschrieb er die Ausführung und betonte, dass Stadel in Oberviechtach ja Tradition haben. Begeistert führte Brückner an, dass die örtliche Baufirma Baumer den Leichtbeton selber mischen kann und so die Brettschalung "sehr, sehr gut" ausfalle. Laut Brückner wird der Schreiner das Bauwerk noch vor Weihnachten mit den Fenstern schließen. 90 Prozent der Gewerke seien vergeben. Das Ziel laute: Fertigstellung im April/Mai 2020.

Wir sind dem Ziel ein Stück näher gekommen.

Architekt Peter Brückner

Architekt Peter Brückner

In luftiger Höhe: Die Zimmerei Streck befestigte den mit gelben Bändern geschmückten Richtbaum an einem Balken.
Die ehrenamtliche Archivarin Christa Zapf besichtigt zusammen mit Wolfgang Ruhland ihren künftigen Arbeitsplatz am Marktweiher.

Nach harten, arbeitsreichen Tagen, grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land.

Zimmerermeister Helmut Streck

Zimmerermeister Helmut Streck

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