12.04.2019 - 16:38 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Roßhaupt wird neu gebaut

55 Jahre hat der Hochbehälter Roßhaupt auf dem Buckel. Die sind nicht spurlos vorübergegangen. Außerdem ist er mit 1000 Kubikmeter Speichervolumen viel zu groß, was eher problematisch ist. "Sanieren wäre ein Unding", findet der Stadtrat.

Von außen sieht der Hochbehälter Roßhaupt noch recht passabel aus. Doch 55 Jahre lügen nicht. Der Stadtrat entschied sich für die Variante "Neubau".

Franz Maling und Florian Schmidt vom Ingenieurbüro Kienlein aus Buch am Erlbach waren dem Hochbehälter im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gegangen. Sie hatten in einer Vorentwurfsplanung Schäden untersucht und vor allem eruiert, ob eine Sanierung noch wirtschaftlich ist oder ein Neubau die zukunftsträchtigere Lösung darstellt. In der jüngsten Stadtratssitzung (wir berichteten), präsentierten sie das Ergebnis, bei dem es natürlich auch um die Kosten ging.

Erhebliche Schäden

Franz Maling dokumentierte Setzungsrisse im Gebäude und überall starke Korrosion. Der Einstiegsbereich sei problematisch, in der Wasserkammer gibt es Schäden an Wänden und Decken. Auch an der Betonbewährung und an der Erdbehälterabdichtung hat der Zahn der Zeit genagt. "Mit 1000 Kubikmetern Speichervolumen ist die Wasserkammer viel zu groß", informierte Maling, "denn wir wollen ja frisches Wasser". Er bezifferte den durchschnittlichen Tagesverbrauch auf 250 Kubikmeter zuzüglich von zweimal 98 Kubikmetern für den Feuerschutz. Der Fachmann schlug vor, einen neuen Wasserbehälter auf nicht mehr als 500 Kubikmeter auszulegen und machte deutlich: "Ein Umbau des bestehenden Behälters auf 500 Kubikmeter und dazu eine Sanierung ist ein Unding und lässt sich auch nicht wirtschaftlich darstellen. Er schlug deshalb einen Neubau des Hochbehälters vor, für den es letztendlich vier Varianten gibt. Variante eins ist ein Stahlbetonbehälter mit einer so genannten Zendraim-Betonoberfläche. Hierfür errechnete das Ingenieurbüro Netto-Baukosten von 1,52 Millionen Euro.

Die zweite Möglichkeit ist ein Stahlbehälter mit einer Auskleidung aus Edelstahl; hierzu nannte Maling Kosten von 1,39 Millionen Euro. Bei der Variante drei ist der Stahlbetonbehälter mit PE-HD-Platten ausgekleidet, was in der Summe 1,38 Millionen Euro kostet. Am teuersten ist ein freistehender Edelstahltank in einem Hallenbauwerk. Hierfür sind 1,58 Millionen Euro errechnet. In diesen Kosten sind jeweils auch neue Rohrleitungen, Elektro- und Datenkabel, eine Belüftungsanlage sowie der Wegebau zum Hochbehälter enthalten. Hinzu kommen aber noch die Ingenieurkosten. Und für den Rückbau des bestehenden Speichers würden weitere 75 000 Euro anstehen. Aber der muss zunächst einmal stehen bleiben, bis der neue in Betrieb geht.

Grundstückstausch

Ins Gespräch kam auch noch die Frage, ob die neue Anlage wieder auf dem bestehenden Gelände gebaut werden soll. Das Planungsbüro hatte einen Grundstückstausch mit einem Nachbarn angeregt, weil dadurch ein besserer Geländezuschnitt möglich wäre. Nach kurzer Diskussion sprach sich der Stadtrat einstimmig für diesen Vorschlag und den Neubau in der Variante "Stahlbetonbehälter mit Edelstahlauskleidung" aus.

Zum Zeitplan führte Maling aus, das die Planung heuer soweit gebracht wird, dass die Maßnahme im Herbst ausgeschrien werden kann. Realistisch sei dann ein Baubeginn im Frühjahr 2020 mit Inbetriebnahme Ende 2020 und der Erledigung von Restarbeiten im Frühjahr 2021.

Es wurde zwischendurch zwar immer wieder Teile erneuert, aber insgesamt sind viele Leitung stark verrostet und Schäden an Wänden und Decken vorhanden.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.