26.05.2019 - 13:13 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Spektakulär in die Barockzeit

Vieles ist neu in der 18. Inszenierung des Doktor-Eisenbarth-Festspiels. Auch neue Mitspieler können gewonnen werden.

Eisenbarths Gehilfe Martius bekommt die Qittung dafür, dass er sich mit "dunklen Gestalten" eingelassen hat.
von Georg LangProfil
Hochmotiviert präsentiert sich die Spielerschar, in der auch manch neue Gesichter auftauchen.

Die beiden Studenten Perceo und Josch eröffnen mit ihrem Einzug auf dem Marktplatz das Festspielgeschehen. Aber in diesem Jahr sind es nicht nur die angeheiterten Göttinger Studenten, die in ihrer Bierlaune das Eisenbarthlied anstimmen, sondern auch eine Schar musizierender und singender Kinder, die in der Auftaktszene erstmals zum Einsatz kommen. Eingebettet in das bunte Treiben ist die Taufe Eisenbarths, die für die erste der insgesamt sechs Szenen von "Eisenbarth erleben" bestimmend ist.

Turbulentes Schlussspiel

Passanten und Gäste erlebten am Freitag und Samstag vor allem bei der Taufszene am Marktplatz den unermüdlichen Einsatz des Ensembles, zu dem über 100 Mitwirkende zählen. Bei der Nachmittagsprobe am Samstag schaffte es Regisseur Florian Waldherr mit seiner Spielerschar gerade noch rechtzeitig zum Beginn der Vorabendmesse fertig zu werden, denn nicht nur die Auftaktszene, sondern auch das turbulente Schlussspiel vollzieht sich unmittelbar vor der Stadtpfarrkirche. Bei der letzten der sechs Szenen dürfen sich die Zuschauer auf deftige Einlagen freuen, für die noch der langjährige Regisseur Michael Eckl gesorgt hatte, der bekanntlich in diesem Frühjahr überraschend gestorben ist.

In dieser Szene erscheint die Gauklertruppe des Ortenburg-Gymnasiums in einem neuen Licht. Einige dunkle Gestalten von ihnen verpassen Eisenbarths Gehilfen Martius (Wolfgang Wabra) einige Hiebe, weil er die vereinbarte Gage nicht zahlen kann, von der Eisenbarth (Andreas Fleischer) selbst nichts wusste. Das Ganze nimmt dann einen glimpflichen Verlauf, doch es kommt am Schluss nochmals zu Querelen zwischen der Bräuwirtin und der Müllerin, die sich vehement um die letzte Flasche des Wunderelixiers in die Haare kommen. Schließlich steht das Ansehen der beiden ehrbaren Bürgersfrauen auf dem Spiel.

Spektakuläre Szenen

Die gesamte Wanderinszenierung spart nicht mit spektakulären Szenen, die das Barockzeitalter widerspiegeln. Dies trifft insbesondere auf die Szene zwei zu, in der Eisenbarths Konkurrenten mit ihren wahnwitzigen "Heilungsmethoden" auftrumpfen. Pfauenkot, Aderlass und die brutale Entfernung eines Blasensteins spielen dabei eine Rolle. Davon heben sich Eisenbarths medizinische Fähigkeiten und Methoden ab, die in der Behandlung des Grauen Stars oder bei einem chirurgischen Eingriff an einem Soldaten im Feldlazarett zum Tragen kommen. Das Festspiel will damit "eine einzigartige Hommage an den größten Sohn der Stadt" sein, wie es der Einladungsflyer anpreist.

Info:

Sechs Aufführungen

Premiere ist am Samstag, 1. Juni, 20 Uhr; 18 Uhr Empfang des Schirmherrn, Landrat Thomas Ebeling, auf dem Marktplatz. Weitere Aufführungen Sonntag, 2. Juni, 16 Uhr; Samstag, 8. Juni, 15 Uhr und 20 Uhr; Sonntag, 9. Juni, 15 Uhr und 20 Uhr. Karten gibt es bei der Tourist-Information im Rathaus (Telefon 09671/307-16) sowie online über die Homepage (www.doktor-eisenbarth.de). Alle Aufführungen sind auch in ein buntes barockes Markttreiben eingebunden.

Neu im Spielgeschehen: Waisenkinder unter der Obhut von Nonnen.
Dr. Florian Waldherr war früher Eisenbarth-Darsteller. Jetzt spielt er den zwielichtigen Alchemisten Abramo und ist zugleich Regisseur der Festspielinszenierung 2019.
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