Stationär vor ambulant: CSU reagiert auf geplanten Trägerwechsel in der Asklepios-Klinik Oberviechtach

Oberviechtach
20.01.2023 - 16:00 Uhr

Der Status Quo "ist nicht verhandelbar", betont CSU-Ortsvorsitzender Tobias Ehrenfried. Auch nach dem geplanten Trägerwechsel im Krankenhaus Oberviechtach müsse die Regel- und Notfallversorgung aufrechterhalten bleiben.

Auch unter neuer Trägerschaft müsse die stationäre Versorgung im Oberviechtacher Krankenhaus sichergestellt sein. Der CSU-Ortsverband spricht sich für eine vertragliche Regelung aus.

"Die Pläne für mehr ambulante Versorgung dürfen nicht zu Lasten der stationären Bettenzahl gehen", heißt es in einer von CSU-Vorsitzenden Tobias Ehrenfried, Kreisrätin Barbara Ruhland und Drittem Bürgermeister Günter Gilch unterzeichneten Stellungnahme.

Das Krankenhaus Oberviechtach sei für eine adäquate Versorgung des nordöstlichen Landkreises Schwandorf unverzichtbar und daher auch im Krankenhausbedarfsplan des Freistaats Bayern sichergestellt. Gerade für die medizinische Notfallversorgung nehme die Asklepios-Klinik Oberviechtach einen bedeutenden Stellenwert ein. Aus diesen Gründen habe sich die Bayerische Staatsregierung entschlossen, den geplanten Ersatzbau mit 22 Millionen aus Landesmitteln zu fördern. Der Freistaat Bayern lege hiermit ein klares Bekenntnis zum Standort Oberviechtach ab.

"Für die zukünftige Ausrichtung des Hauses und den weiteren Bestand ist das Vertrauen der Bevölkerung in unserer Region unerlässlich", heißt es in der Mitteilung weiter. Nur durch transparente und rechtzeitige Information geplanter Veränderungen könne dies weiterhin erreicht werden. Umso überraschender sei für die Beteiligten vor Ort die Ankündigung des bisherigen Betreibers in der Presse gekommen, die Trägerschaft in neue Hände legen zu wollen.

Vertraglich festschreiben

Durch die nunmehr kontroverse Berichterstattung bestehe bei der Bevölkerung Verunsicherung über den Fortbestand der medizinischen Regelversorgung in Oberviechtach, "die wir durch schwierige Debatten und Entscheidungen mit der Übergabe der Verantwortung an Asklepios erst vor wenigen Jahren sicherstellen konnten", heißt es im Schreiben des CSU-Ortsverbandes. „Wir erwarten von der IWG-Unternehmensgruppe, dass die bisherigen und bereits zugesagten medizinischen Versorgungsleistungen beibehalten werden“, stellt CSU-Kreisrat und Vorsitzender Tobias Ehrenfried fest. Dies umfasst insbesondere die zentrale Notaufnahme sowie Innere Medizin und Chirurgie. Dies müsse auch langfristig sichergestellt und vertraglich festgeschrieben werden.

Neubaubezug erst 2027

„Der Fokus hat nach wie vor auf der stationären Basis-Notfallversorgung zu liegen“, zeigt sich Dritter Bürgermeister Günter Gilch entschlossen. Ein Ärztehaus und weitere ambulante Versorgungsangebote könnten nur Ergänzungen zum bisherigen Angebot sein, heißt es im den Schreiben des CSU-Ortsverbandes. Ambulante Angebote und die Gewinnung von Fachärzten würden ausdrücklich begrüßt. Entgegen bisheriger Ankündigungen einer Bezugsfertigkeit des Neubaus bis 2025 verschiebe sich die Zeitachse nun auf Ende 2027. Ein Jahr später solle der auf fünf Jahre ausgelegte vertragliche Auftrag an Asklepios auslaufen, den Krankenhausbetrieb weiterzuführen.

„Es ist sicherzustellen, dass auch nach dem Ablauf der Kooperationsvereinbarung die Regel- und Notfallversorgung erhalten bleibt“, blickt CSU-Kreisrätin Barbara Ruhland in die Zukunft. Eine Fachklinik oder ein Ärztehaus könnten nicht anstelle einer wohnortnahen klinischen Basisversorgung gesetzt werden.

 
 

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