22.03.2019 - 14:46 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Thema "Verbindungsbau" köchelt noch

Nach dem Start der Bauarbeiten am Stadtarchiv appelliert der Museumsverein erneut an die Stadträte, die Synergieeffekte einer Anbindung an das Museum zu beachten. Eine Fülle von kulturellen Möglichkeiten wären möglich.

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Als feststand, dass das Soutschka-Haus am Taubenplatz für den Neubau des Stadtarchivs abgerissen wird, platzte ein Traum des Museumsvereins. Laut Ludwig Schießl habe man damit geliebäugelt, das frühere Mulzhaus gegenüber der Marktmühle einmal als Depot und als Oberviechtacher Kulturzentrum nutzen zu können. Dies sei in gewisser Weise mit einem Zwischenbau noch immer möglich: Beide Gebäude würden zu einer kulturellen Einheit mit einer Reihe von Synergieeffekten „verschmelzen“.

In der Diskussion zum Raumkonzept für das Stadtarchiv spielten zwar auch die Wünsche von Museumsverein und Heimatkundlichen Arbeitskreis eine Rolle. Doch diese hatten sich mehr versprochen. Sie forderten ein geräumiges Depot für die museale Sammlung, eine behindertengerechte Toilette, einen Zwischenbau vom Archiv zum Museum sowie einen Aufzug für ein barrierefreies Erreichen der Abteilungen. Vor allem die Kosten (rund 250 000 Euro) für den Verbindungsbau bewegte die Gemüter. Schließlich verständigte sich der Stadtrat dann auf eine eventuell spätere „Andock-Variante“.

Bei der Jahreshauptversammlung des Museumsvereins in dieser Woche kochte das Thema wieder hoch. Vorsitzender Karl-Heinz Foißner und Ludwig Schießl, seit 31 Jahren Vorsitzender des Doktor-Eisenbarth-Arbeitskreis International, fanden sich daraufhin zum Pressegespräch in der Redaktion von Oberpfalz-Medien ein. „Nachdem die Bauarbeiten jetzt im Frühjahr wieder starten, richten wir einen Appell an den Stadtrat, die Position zu überdenken, um nicht die einmalige Chance einer kulturellen Weiterentwicklung aus der Hand zu geben“, betont Schießl. Denn noch sei es möglich, einen Zwischenbau ohne spätere Eingriffe in die Bausubstanz ins Auge zu fassen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Beide wollen das Thema noch einmal in den Blickpunkt rücken, „bevor es zu spät ist“. Karl-Heinz Foißner spricht die räumliche Verzahnung von einigen Abteilungen mit dem Stadtarchiv und dem Eisenbarth-Archiv an. Seine Hauptargumente sind aber Barrierefreiheit und Inklusion im öffentlichen Gebäude: „Durch den Zwischenbau ergäbe sich ein Zugang zum Aufzug und zu der Behindertentoilette im Archiv.“ Eine bauliche Verbindung erleichtere den Transport von Ausstellungswänden und Lasten aus dem Depot sowie auch die Bewirtung bei Veranstaltungen. „Wir haben viele engagierte Ehrenamtliche. Doch die sollte man auch nicht überstrapazieren“, bekräftigt Foißner.

„Geld ist das letzte Argument“, meint Ludwig Schießl. Denn die Kosten für das Stadtarchiv würden sich mittlerweile in einer Höhe bewegen, die nur durch eine möglichst vielfältige Nutzung zu rechtfertigen sei. Allein die Bodenplatte habe Unsummen verschlungen. „Auch wenn es zynisch klingen mag, so fallen die relativ geringen Kosten für den Zwischenbau kaum mehr ins Gewicht“, meint Schießl und ergänzt: „Der Museumsverein ist bereit, sich mit einem hohen fünfstelligen Betrag zu beteiligen“. Beide sprechen den überregional guten Ruf des Museums an, das große Interesse am museumspädagogischen Begleitprogramm und das facettenreiche Jahresprogramm des Kulturzentrums. „Der Zwischenbau steht für eine Fülle von kulturellen Möglichkeiten“, bekräftigt Ludwig Schießl. Nun setze der Museumsverein seine Hoffnungen auf die neue „Demokratiebewegung“ in Oberviechtach, die sich vor allem beim Kindergartenbau und den Grundschul-Kombiklassen gezeigt habe.

„Ich finde es gut, dass sich die Bürger am Meinungsbildungsprozess beteiligen und das Feld nicht mehr allein den Stadträten überlassen“, sagt der pensionierte Studiendirektor. Aber er stellt auch klar: Ein Bürgerbegehren für den Verbindungsbau werde es nicht geben. Man belasse es bei einem erneuten Appell an die Stadträte, „über den Schatten zu springen und als Sachwalter einer guten Sache aufzutreten“.

Ludwig Schießl

Karl-Heinz Foißner

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