17.05.2019 - 10:51 Uhr
OberviechtachOberpfalz

THW Oberviechtach setzt sich seit 50 Jahren für die Mitmenschen ein

Auf ein halbes Jahrhundert schaut der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) zurück. Seit 50 Jahren stehen die Helfer in blau Mitmenschen in Notlagen zur Seite. Auslöser zur Gründung war auch ein verheerendes Sommer-Unwetter.

Nicht nur in die Region Oberviechtach rücken die THW-Helfer in Notlagen aus, heuer im Januar waren sie im oberbayerischen Krün zur Bekämpfung der Schneemassen eingesetzt.
von Ludwig BergerProfil
1983 erfolgte der Spatenstich für die eigene Unterkunft des Ortsverbandes. Zuvor waren die Helfer und ihre Ausrüstung im Landratsamt Oberviechtach, in der Berufsschule und im einstigen Kreisbauhof untergebracht.

"Dieser Geburtstag ist es wert, ihn zusammen mit der Bevölkerung zu feiern", meint Bürgermeister Heinz Weigl, der die Schirmherrschaft über die Feierlichkeiten übernommen hat. Das Jubiläum "50 Jahre THW Oberviechtach" gibt Anlass, auf Jahrzehnte erfolgreiche Zusammenarbeit zurückzublicken. Wenn es hart auf hart kommt, ist das THW seit 50 Jahren für die Menschen in der Region und darüberhinaus da.

Begonnen hat alles am 25. Januar 1956 mit einem Schreiben von TWH-Landesbeauftragten Bretz an den damaligen Oberviechtacher Landrat Josef Zwick. Die Zuständigkeit für die Region wurde Geschäftsführer Willi Winter vom Ortsverband Amberg übertragen, am 9. Mai absolvierte er den Antrittsbesuch beim Landrat. Erheblichen Anstoß zur Gründung eines THW-Ortsverbandes Oberviechtach gab im Juli 1956 ein Unwetter im Bereich Schönsee-Gaisthal, das einen Schaden von 2,6 Millionen Mark verursachte. THW-Helfer aus Amberg und Weiden errichteten damals zwei Notbrücken im Bereich Rosenhof, damit die Bevölkerung mit den notwendigsten Hilfsmitteln versorgt werden konnte.

Ab 1957 übernahm der Ortsverband Schwandorf die Betreuung des Landkreises Oberviechtach, der ein Jahr später vom THW Neunburg abgelöst wurde. Am 9. April 1969 fand schließlich die Gründungsversammlung für den Ortsverband Oberviechtach statt. Als Ortsbeauftragter wurde Walter Blau, damals Leiter der Kreis-Tiefbauabteilung, mit der Führung der Geschäfte beauftragt. Mit einem amtlichen Schreiben vom 30. Mai 1969 bestätigte der Leiter der Bundesanstalt für Zivilschutz Hans Zielinski die Neugründung des THW-Ortsverbandes.

Erstes Domizil des Ortsverbandes waren Kellerräume des Landratsamtes. Nachdem diese Unterkunft räumlich bald an ihre Grenzen stieß, wurden am 1. April 1972 Räume in der damaligen Landwirtschaftlichen Berufsschule in der Teunzer Straße angemietet. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Bauingenieur Hermann Utz das Amt des Ortsbeauftragten. Im Zuge der Gebietsreform konnte der Ortsverband schließlich die Räumlichkeiten der Tiefbauabteilung des ehemaligen Kreisbauhofs nutzen.

Als ersten fahrbaren Untersatz erhielt der Ortsverband einen VW Kombi, der mit Funkgeräten ausgestattet war. Der Ausbildungsstand verbesserte sich zusehends, und weil die Helfer nahezu am laufenden Band zu Einsätzen ausrücken mussten, gab es 1975 einen Allrad betriebenen Hanomag-Mannschaftslastwagen durch den Landesverbandes genehmigt. Als dem Ortsverband die Räumlichkeiten im ehemaligen Kreisbauhof erneut zu eng wurden, machte man sich – zusammen mit der Stadtverwaltung und Bürgermeister Josef Spichtinger – für ein geeignetes Grundstück zur Errichtung einer eigenen THW-Unterkunft stark. Im Dezember 1980 wurde der notarielle Kaufvertrag geschlossen. 1983 stellte Hermann Ahrens, Direktor der THW-Bundesanstalt und Vizepräsident des Bundesamtes für Zivilschutz, bei einem Besuch in der Eisenbarth-Stadt den Baubeginn der 1,2 Millionen Mark teuren Unterkunft in Schönseer Straße für das kommende Jahr in Aussicht.

Das Jahr der Vollendung der neuen Unterkunft markierte aber auch einen Generationenwechsel in der Führungsspitze: Bei der Jahresabschlussfeier 1984 übergab der bisherige Ortsbeauftragte Hermann Utz sein Amt an Hans Deyerl, der dieses Ehrenamt bis heute betreut. Die engagierten Mitgliedern im Ortsverband helfen aber nicht nur in der Region aus – auch bei Hochwasserereignissen im Bayerischen Wald oder wie erst heuer bei der Schneekatastrophe im Voralpenland stehen sie den Menschen zur Seite.

THW-Fest am Vaterfest:

Im Jubiläumsjahr des THW-Ortsverbandes steht das Vatertagsfest am 30. Mai besonders im Blickpunkt. Um 9 Uhr beginnt im Festzelt auf dem Gelände der Unterkunft der Festgottesdienst, später kommen kesselfrische Weißwürste und knusprige Brezen aus der „THW-Schmankerlküche" auf den Tisch. Zum Mittagsläuten wird Schweinebraten serviert, am Nachmittag locken Kaffee und Kuchen aller Variationen die Gäste an. Für Unterhaltung sorgt die Stadtkapelle Oberviechtach mit bayerisch-böhmischer Blasmusik. (bgl)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.