Udo Weiß war ein geschätzter und beliebter Mitbürger. Das wurde in der großen Trauergemeinde deutlich, die am Freitag von ihm Abschied nahm. Die Trauerfeier wurde in die größere katholische Stadtpfarrkirche verlegt. Aber auch hier fanden aufgrund der coronabedingten Auflagen nicht alle Teilnehmer Platz, ebenso wenig wie bei der anschließenden Beisetzung auf dem Friedhof, wo viele Besucher vor dem Tor auf Einlass warten mussten, bis die ersten Trauergäste den Friedhof verließen, damit die erlaubte Teilnehmerzahl eingehalten werden konnte.
Pfarrer Norbert Schlinke stellte die Leitworte des Psalms 73, 25-26 in den Mittelpunkt, als er Leben und Wirken von Udo Weiß würdigte. Dieser war auf den Tag genau 68 Jahre vor seinem Sterben in der einstigen Friedhofskapelle getauft worden, die seinerzeit der evangelischen Gemeinde als Kirche diente. Die Leitworte des Psalms wollte der Geistliche auch als Trost für die Gattin Elfriede und die Familie des plötzlich Verstorbenen verstanden wissen.
„Unsere Kirchengemeinde ohne Udo Weiß ist fast undenkbar!“, erklärte Gabi Gilch als stellvertretende Vertrauensfrau im Kirchenvorstand. Die Bilanz, die sie für den Verstorbenen zog, belegte diese Aussage: 38 Jahre im Kirchenvorstand, 20 Jahre dort Vertrauensmann, beinahe 40 Jahre Lektorendienst, 53 Jahre Mitwirkung im Posaunenchor. Walter Wölfel zeigte in einer Anekdote auf, wie Udo Weiß als Schüler zu diesem kirchenmusikalischen Ensemble kam. „Alles, was er tat, war geprägt von seiner Leidenschaft für den Menschen. Er war geradlinig und vertrauenswürdig“, erklärte Gabi Gilch und nannte Details, mit denen er im gesellschaftlichen Leben der Kirchengemeinde Bezüge zu den Mitmenschen herstellte: Bildershows, musikalische Beiträge, Vermittler bei Konflikten. Aufgrund seines vielfältigen Engagements in der Oberviechtacher Öffentlichkeit sah sie in Udo Weiß „ein wichtiges Bindeglied zwischen katholisch und evangelisch“.
Die zuverlässige ehrenamtliche Öffentlichkeits- und Pressearbeit von Udo Weiß wurde mehrfach hervorgehoben, so auch von Bürgermeister Rudolf Teplitzky, der in seiner Trauerrede insbesondere an die drei Stadtratsperioden des Verstorbenen von 2002 bis 2020 erinnerte und ihn als „bürgernahen Kommunalpolitiker“ würdigte. Kollegialität, Ausgeglichenheit und Hilfsbereitschaft zeichneten Udo Weiß aus. Dessen politisches Engagement bei der Parteifreien Wählergemeinschaft (PWG) hob auch deren Sprecher Michael Preiß hervor. „Die Arbeiterwohlfahrt verliert eine Persönlichkeit und einen Freund!“, erklärte Michael Wellnhofer. Regina Frauendorfer erwähnte die Nachwuchsförderung, der sich Udo Weiß im Tennisclub verschrieben hatte. Die Vorsitzende des Festspielvereins, Bianca Reil, erinnerte an die verschiedenen Rollen im Eisenbarth-Festspiel.
Der evangelische Posaunenchor, dem Udo Weiß mehr als ein halbes Jahrhundert angehörte, gab ihm auf dem Friedhof auf eindrucksvolle Weise das musikalische Geleit.











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