23.04.2019 - 16:15 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Unfallflucht macht Probleme

Die Statistik der Polizeiinspektion präsentiert sich positiv. Sechs Jahre in Folge ist kein Verkehrstoter zu beklagen, und auch die Unfälle mit Verletzten gingen in 2018 um 30 Prozent zurück. Es gibt auch negative Entwicklungen.

Ein Unfallschwerpunkt trat im Jahr 2018 im Bereich der Polizeiinspektion Oberviechtach nicht auf. Eine Vorfahrtsmissachtung führte am 20. Dezember zur Vollsperrung der Bundesstraße 22 im Bereich der Teunzer Kreuzung. Ein Auto war frontal in eine Zugmaschine gekracht.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Nach der Vorstellung der Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Oberviechtach (wir berichteten), informierte Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Senft über das Unfallgeschehen. Bürgermeister Heinz Weigl und seine Kollegen aus dem VG-Bereich (Sonja Meier, Norbert Eckl, Martin Prey und Hubert Zwack) hörten von einem Anstieg um 4,5 Prozent auf 298 Unfälle in 2018. Erfreulicherweise war, wie in den fünf Jahren zuvor, kein tödlicher Verkehrsunfall zu verzeichnen.

Aufklärung schwierig

"Ein Unfallschwerpunkt ist nicht erkennbar", betonte Karl-Heinz Senft, als er die Vorfälle in den Gemeinden aufschlüsselte (siehe Kasten). Überwiegend waren es Kleinunfälle (geringfügige Verkehrsordnungswidrigkeit, Verwarnung). Allerdings waren bei den 235 Fällen ganze 157 Wildunfälle zu verzeichnen (Steigerung um 16 Prozent). Die Statistik enthält auch 40 schwerwiegende Unfälle (Geldbuße bzw. Straftat gegeben) sowie 23 Unfälle mit Verletzten. Auch in 2018 gab es keine Schulwegunfälle, was Senft besonders freute. Hier sei man zusammen mit den Kindergärten und Schulen bei der Verkehrserziehung auf dem richtigen Weg.

Ein Problem seinen dagegen die 41 Unfallfluchten (2017: 26), von denen nur 15 aufgeklärt werden konnten. Als Schwerpunkt zeigten sich teils enge Parkplätze vor den Einkaufsmärkten in Oberviechtach. Aktenkundig wurden zwei Unfälle bei denen der Fahrer alkoholisiert war (jeweils mit Personenschaden). Obwohl bei den Kontrollen mehr Drogenfahrten (6 Blutentnahmen) auffielen, gab es keinen Unfall unter Drogeneinfluss. Als Hauptunfallursache 2018 nannte der Polizeihauptkommissar Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, gefolgt von Vorfahrtsmissachtung und Fahrbahnglätte.

Bei den Maßnahmen im Verkehrsdienst listete er 11 Blutentnahmen (ab 1,1 Promille) und 16 Blutentnahmen (0,5 bis 1,09 Promille) auf. 16 Trunkenheitsfahrten wurden verhütet. "Prävention ist bei uns hoch angesiedelt", bekräftigte Senft. Das Geschwindigkeits-Handmessgerät war 67 Stunden im Einsatz und brachte 77 Anzeigen. "Eine Ahndung erfolgt erst ab einer Überschreitung um mehr als 20 km/h", erklärte der Polizeibeamte. Die Altersstruktur der Unfallverursacher (ohne Kleinunfälle) stellt sich 2018 wie folgt dar: Junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) waren an 16 Unfällen beteiligt (davon 8 als Hauptverursacher ermittelt); Senioren ab 65 Jahren waren an 11 Unfällen beteiligt. Im Blickpunkt

Statistik:

Verkehrsunfälle in den Gemeinden

Oberviechtach

165 Unfälle insgesamt: 120 Kleinunfälle (davon 67 Wildunfälle); 13 Unfälle mit Verletzten (3 Schwerverletzte; 19 Leichtverletzte); 32 schwerwiegende Sachschadenunfälle (davon 28 Unfallfluchten, 12 aufgeklärt).

Gleiritsch

20 Unfälle insgesamt: 16 Kleinunfälle (davon 12 Wildunfälle); 4 schwere Sachschadenunfälle (3 Unfallfluchten ungeklärt).

Niedermurach

35 Unfälle insgesamt: 33 Kleinunfälle (davon 28 Wildunfälle); 2 Unfälle mit Verletzten (1 Schwerverletzter; 4 Leichtverletzte).

Teunz

34 Unfälle insgesamt: 25 Kleinunfälle (davon 15 Wildunfälle); 6 Unfälle mit Verletzten (2 Schwerverletzte, 5 Leichtverletzte); 3 schwerwiegende Sachschadenunfälle (1 Unfallflucht ungeklärt).

n Winklarn

44 Unfälle insgesamt: 41 Kleinunfälle (davon 35 Wildunfälle); 2 Unfälle mit Verletzten (3 Leichtverletzte); 1 schwerwiegender Sachschadenunfall (geklärt).

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