25.04.2019 - 15:37 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Verstauchter Fuß öffnet Blick für die Zukunft

Seniorenbeauftrager Reinhold Malzer plädiert für Barrierefreiheit. Er hat dabei aber nicht nur Senioren im Blick.

Reinhold Malzer setzt sich für barrierefreies Bauen ein.

Oberviechtach. (frd) „Der in unseren Köpfen noch immer tief verankerte Gedanke, dass barrierefreies Bauen nur für Senioren gut ist, sollten wir ganz schnell vergessen“, warnt Seniorenbeauftragter Reinhold Malzer. Er argumentiert: „Alleine ein verstauchter oder gebrochener Fuß kann uns zeigen, dass die barrierefreie Bauweise allen Generationen dienlich ist und über Jahrzehnte hinweg allen Generationen das ganz normale Leben erleichtert.“

Mit diesen Worten machte der ehrenamtliche Dozent der Seniorenakademie Bayern, der Oberviechtacher Seniorenbeauftragte den Mitgliedern des Wirtschaftsforums deutlich, was hinter der Forderung nach Barrierefreiheit steckt. Nicht erst als Seniorenbeauftragtem der Stadt Oberviechtach sei ihm klar geworden, dass es im Bereich „Barrierefreiheit“ nicht nur in öffentlichen Gebäuden auch in der Region Oberviechtach einen sehr große Nachholbedarf gibt. Dabei wäre es oft ganz einfach, bereits bei der Planung eines Wohnhauses, Büros aber auch in Werk- oder Produktionsstätten an diesen Aspekt denken. Manchmal genüge schon eine kleine Betonrampe, deren Kosten nicht einmal ins Gewicht fallen.

Meine Vision ist eine barrierefreie Region Oberviechtach, erklärte Malzer. Ihm sei schon klar, dass bis zu dieser Verwirklichung noch viel Zeit vergehen und ein großes Maß an Aufklärungsarbeit notwendig sein wird. „Eine barrierefreie Wohnung dient nicht nur den Senioren, sondern sie kann auch schwangeren Frauen, kleinen Kindern und unfallverletzten oder behinderten jungen Mitbürgern eine große Hilfe im Alltag sein“, gab er zu bedenken.

Der Seniorenbeauftragte verwies auf die erforderlichen Normen, die für das Prädikat „barrierefrei“ erforderlich sind. Positiv findet Malzer die Entwicklung, dass sich viele junge Menschen beim Bau ihres Wohnhauses mehr als früher Gedanken über eine Barrierefreiheit machen. Die Bauherren würden auch ans weit in der Zukunft liegende Alter denken, in dem sie möglichste lange im eigenen Heim wohnen wollen.

Wie der Referent weiter ausführte, ist derzeit im Durchschnitt von drei Wohnungen im Haus nur eine barrierefrei. Das liege möglicherweise auch an der nicht immer richtigen Einteilung der Wohnung, in der oft mehr als 30 Quadratmeter für ein Wohnzimmer eingeplant werden. Für ein Bad, in dem ein Rollstuhl wenden kann, sei dann oft zu wenig Platz vorhanden. Erstaunen rief die Tatsache hervor, dass 50 Prozent der Oberviechtacher Bürger bereits über 60 Jahre alt sind, – was die Notwendigkeit der Barrierefreiheit schon in naher Zukunft unterstreicht.

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