17.10.2019 - 10:57 Uhr
OberviechtachOberpfalz

„Vier Unverdorbene“ tischen Schmankerl aus der Kabarett-Küche auf

Unter dem Titel „Gefüllt mit Trüffeln“ tritt das Quartett „Die vier Unverdorbenen“ im Kulturzentrum in der Marktmühle auf. Passen zum Motto werden Köstlichkeiten aus der Schmankerlküche des Kabaretts serviert.

Mit viel Humor und vollem Einsatz unterhielt Karl Stumpfi (Mitte) die Gäste beim literarisch-musikalischen Abend der Freunde der Kunst unter dem Thema „Gefüllt mit Trüffeln“. Jürgen Zach (rechts), der Musik und Texte bearbeitet hatte, und die Musiker Klaus Götze und Franz Schöberl (von links) sorgten für gelungene Unterhaltung.
von Udo WeißProfil

Bei den Freunden der Kunst nahm Rezitator Karl Stumpfi das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der leiblichen Genüsse und anderer Sinnesfreuden. Dazu hatte er Texte deutscher und österreichischer Satiriker und Schriftsteller von Heinrich Heine, Heinrich Böll und Erich Kästner bis Oskar Maria Graf und Karl Kraus ausgewählt. Das literarisch-musikalische Quartett des NeKunstvereins Unverdorben mit Karl Stumpfi als Vortragskünstler sowie Jürgen Zach (Gesang, Bass, musikalische Leitung, Texte), Klaus Götze (Gitarre) und Franz Schöberl (Akkordeon), in der Neunburger Kunstszene nicht mehr wegzudenken, sorgte nun auch in Oberviechtach für einen vergnüglichen Abend.

Mit „Hey Klaus“ stellte Jürgen Zach, in Anlehnung an „Hey Joe“ von Jimi Hendrix die Hauptakteure des Abends vor. Nach der Ouvertüre „Ein Mops kam in die Küche“ folgte die Lebensbeichte des Genussmenschen Heinrich Heine. Das „Studium der Küche“ von Abraham A Santa Clara zeigte die Riesenpalette an Suppen, Braten, Sulzen, Pasteten und Torten für „ein einzig Maul“ auf . Um die Lebensmittelverknappung zu Kriegszeiten und die damit verbundenen Probleme und Streitereien ging es bei dem Österreicher Karl Kraus. Dazu kredenzte Jürgen Zach „Spagetti Carbonara e una Coca Cola“. Heinrich Bölls „Monolog eines Kellners“ war das Beispiel eines gewissenhaften Oberkellners, der jedem Gast seine Wünsche erfüllte und gerade deshalb entlassen wurde.

Für große Erheiterung sorgte Gerhard Polts „Sandkuchen“, der seinem Namen alle Ehre machte. Karl Stumpfi trug die Geschichte so authentisch vor, dass man das Würgen und Husten des Buben hautnah mitfühlen konnte, als er den trockenen Kuchen aß. In seinen Oberviechtacher Gstanzln trieb Jürgen Zach so manches Ereignis auf die Spitze, wofür es großen Beifall gab. So sei die Stadt der Goldwäscher zurzeit ganz mit „Schürfgruben“ überzogen. Anstelle des Kreisverkehrs werde sich ein Windrad am Berg drehen, und beim Streit um den neuen Kindergarten sollen einfach gleich drei gebaut werden. Dem Bürgermeister empfahl er, die Langeweile in seinem Ruhestand als Wirt im Soldatenheim zu vertreiben. Als Rausschmeißer wurde dann noch „s’ Rehragout“ serviert.

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