08.10.2019 - 10:44 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Wegschauen ist der größte Fehler

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand geht es um Minuten. Die Schüler des Ortenburg-Gymnasiums lernen, dass schnelle Hilfe aber möglich ist.

Der Anästhesist Patrick Holler übt mit den Schülern des Ortenburg-Gymnasiums das richtige Reanimationsverhalten an Puppen.
von Georg LangProfil

„Außer Wegschauen und Nicht-Helfen kann kein Fehler gemacht werden!“, betont Patrick Holler während der „Woche der Wiederbelebung“ vor den Schülern des Ortenburg-Gymnasiums. Er ist Anästhesist am Klinikum St. Marien Amberg und ist mit Ärztekollegen und Pflegern an seine ehemalige Schule zurückgekehrt, um auch bei Schülern die Angst vor der Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand zu nehmen.

Gespannt lauschen die Jugendlichen der Schilderung des Mediziners, wenn ein Mensch regungslos am Boden liegt und Passanten unsicher oder sogar achtlos weitergehen. Dabei ist die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff eine Sache von Minuten. Einprägsam wird das richtige Verhalten in einem möglichen Notfall vermittelt: Prüfen – Rufen – Drücken.

Das Prüfen bezieht sich auf die Atmung. Hat diese ausgesetzt, dann ist die Herz-Kreislauf-Wiederbelebung mit einem rhythmischen Drücken auf das Brustbein erforderlich. Gleichzeitig muss der Helfer einen Passanten konkret ansprechen, den Notruf 112 abzusetzen. Nach der Theorie, die Patrick Holler zusammen mit einem Pfleger schülergerecht präsentiert, dürfen die Jugendlichen selbst an den zehn Reanimationspuppen aktiv werden, die das Klinikum im Zusammenwirken mit der AOK angeschafft hat.

Am Ortenburg-Gymnasium waren drei Ärzte und drei Pfleger im Einsatz, um über 500 Schülern das richtige Verhalten bei der sogenannten Laienreanimation zu vermitteln. „Ein Leben Retten 100Pro Reanimation“ lautete das Motto, mit dem Ärzteverbände bundesweit die Einstellung zur Reanimation und zur Ersten Hilfe ändern wollen.

Oberstudiendirektor Ludwig Pfeiffer dankte dem medizinischen Team vom Amberger Klinikum für seinen Einsatz am OGO, bei dem übrigens auch die Lehrer in einer eigenen Fortbildung entsprechend geschult wurden.

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