10.10.2019 - 12:32 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Wissensdurst digital stillen

Eine moderne Schule kommt ohne Notebooks nicht mehr aus. Der Stadtrat stellt deshalb für die IT-Ausstattung der Grundschule einen weiteren Förderantrag. Neu ist ein Zuschuss fürs "drahtlose Netz".

Die Mädchen und Buben der 3a an der Doktor-Eisenbarth-Grundschule freuen sich, wenn Lehrer Peter Grosser die Tablets in den Unterricht einbaut. Der Stadtrat stellte nun auch für 2019 einen Förderantrag für weitere Anschaffungen auf dem Weg zum „Digitalen Klassenzimmer“.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Mit Handys sind Kinder meist schon vor der Einschulung vertraut. Die digitale Welt verändert zunehmend auch das Lernen, denn komplexe Zusammenhänge lassen sich durch die neuen Medien verständlich und ohne Papieraufwand für Kopien darstellen. Das "Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer" war ein Tagesordnungspunkt der jüngsten Stadtratssitzung. Der Freistaat unterstützt im Masterplan "Bayern Digital II" bei der IT-Ausstattung der Schulen. Das Budget wird jährlich individuell ermittelt und denjenigen, die einen Antrag auf Förderung gestellt haben, durch die Regierungen mitgeteilt.

Geld auch fürs Netz

Die Doktor-Eisenbarth-Grundschule erfüllt die Voraussetzungen, wozu auch ein Medienkonzept-Team gehört. "Für das Jahr 2018 wurde der Stadt Oberviechtach eine Zuwendung von maximal 17 909 Euro bewilligt", informierte Kämmerer Michael Hösl die Stadträte. Sobald die zuwendungsfähigen kosten erreicht seien, werde der Verwendungsnachweis vorgelegt. Auch im Jahr 2019 ist wieder ein Förderantrag für das digitale Klassenzimmer einzureichen, wofür sich das Gremium einstimmig aussprach. Das Budget kann innerhalb drei Jahren abgerufen werden, was die Planungssicherheit der Sachaufwandsträger erhöht. Eine zahlenmäßige Aufführung der Kosten ist im Antragsformular nicht vorgesehen. "Es kann wieder von einem Betrag um die 18 000 Euro ausgegangen werden", stellte Hösl fest.

Der Kämmerer informierte noch über ein weiteres Förderprogramm. So haben Bundesregierung und Länder den "Digital-Pakt Schule 2019 bis 2024" ins Leben gerufen, um die digitale Bildungsinfrastruktur an den Schulen auszubauen (Fördersatz bis zu 90 Prozent). Dabei geht es um den Aufbau oder die Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und der schulischen W-Lan-Infrastruktur. Der Höchstbetrag für die gesamte Laufzeit beträgt für die Stadt Oberviechtach 79 563 Euro. Der Bewilligungszeitraum endet im Juni 2023. "Wir haben also noch Zeit", sagte Hösl. Für den Antrag ist unter anderem eine Investitionsplanung notwendig, welche auf den schulischen Medienkonzepten basiert. Der Vorteil: Alle ab 17. Mai 2019 begonnenen Maßnahmen sind grundsätzlich im "Digital-Pakt" förderfähig.

Partnermitgliedschaft

Die Stadt Oberviechtach ist seit 1993 Mitglied beim Verein "Die Ortenburger". Ebenso wie Ehemalige, Freunde und Förderer des Ortenburg-Gymnasiums überweist die Kommune jährlich 51,12 Euro (100 Mark). "Es geht nicht um diese Beitragshöhe, sondern um den Umfang", betonte Bürgermeister Heinz Weigl zu einem schriftlich gestellten Antrag. Darin bittet der Verein die Stadt um eine Partnermitgliedschaft, befristet auf drei Jahre mit einem Jahresbeitrag von 1000 Euro. Im Gegenzug dafür entfällt der Zuschuss in gleicher Höhe und auch der Schriftverkehr für das Austauschprogramm des Gymnasiums mit Schulen in Frankreich und Tschechien. Die Partnermitgliedschaft ab dem Jahr 2020 wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Der nächste Punkt "Übernahme der Erwachsenenbildung durch den Landkreis" steht bei allen Landkreis-Kommunen zur Beratung an. Hintergrund ist, dass Landrat Thomas Ebeling um eine Mitteilung bittet, ob grundsätzlich die Bereitschaft besteht, die Aufgaben der Erwachsenenbildung an den Landkreis zu übertragen. Dazu herrschte in Oberviechtach Einverständnis; Detailfragen sind noch zu klären. "Es ist nur eine Willensbekundung", betonte der Bürgermeister. Für die endgültige Entscheidung zur angedachten Übertragung der Erwachsenenbildung wird der Beschluss erst später fallen.

Wie Kämmerer Michael Hösl dazu noch kurz informierte, wurde der Stadtrat am 10. Juli 2018 über die Kooperation der Volkshochschulen im Landkreis Schwandorf (ohne die VHS Schwandorf) unterrichtet. Das Gremium stimmte damals sowohl dem Förderantrag und der Kooperation als auch dem Beitrag von einem Euro je Einwohner zu. "Der neue Verbund hat zwischenzeitlich die Arbeit aufgenommen und ein gemeinsames Programm mit Internetauftritt erstellt", betonte Hösl. Stadträtin Lydia Hösl fragte nach, ob es Probleme mit Räumlichkeiten gebe, nachdem ein Yoga-Kurs nicht zustande gekommen sei. Dies war Hösl als Vorsitzendem des Volksbildungswerkes Oberviechtach-Schönsee nicht bekannt. "Wer einen Kurs anbieten möchte, sollte sich an den Vorsitzenden wenden und nicht irgendwo nachfragen", lautete der Rat des Bürgermeisters.

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