19.09.2018 - 14:53 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Zeitreise auf dem Berg

Die Burg Murach ist als ein weithin sichtbares Wahrzeichen ein eindrucksvoller Zeuge aus dem Mittelalter. Gemeinsam mit Burgwart Manfred Senft begeben sich zahlreiche Teilnehmer auf eine interessante Zeitreise.

Burgwart Manfred Senft wusste nicht nur eine Vielzahl interessanter Details, sondern begeisterte die jungen und die älteren Teilnehmer auch mit einigen historischen Anekdoten.
von Autor ZIMProfil

Seit vor einigen Jahren die Baumreihen um die Burg Murach erheblich ausgelichtet wurden, ist das eindrucksvolle Wahrzeichen wieder weithin sichtbar. "Bei guten Witterungsbedingungen ist bereits von Nabburg aus die beleuchtete Burg zu erkennen", erklärte Burgwart Manfred Senft bei der erstmals angebotenen Erlebnisführung für Kinder und Erwachsene.

"Burg Murach ist nie erobert worden", erklärte Senft. Die Gründe liegen zum einen darin, dass der Berg nur über einen relativ steilen Weg erreichbar ist. Zum anderen waren aber auf Murach keine Schätze zu plündern. Das mittelalterliche Bauwerk diente vor allem als Verwaltungssitz zum Eintreiben von Steuern und, um der Bevölkerung Schutz vor umherziehenden, plündernden Feinden zu bieten.

Im Dreißigjährigen Krieg und zur Zeit der hussitischen Feldzüge war Murach ein wichtiger Zufluchtsort für das Oberviechtacher Land. Im äußeren Verteidigungsgürtel innerhalb der Ringmauer präsentierte Senft einige Bilder von möglichen historischen Ansichten. Auch wenn nicht eindeutig belegt ist, wie die Anlage genau ausgesehen hat, so kann man von einer sehr dichten Bebauung mit Stallungen, Wohngebäuden und Lagerstätten für Vorräte ausgehen. Interessant war die Erklärung von Begriffen wie "Haus Murach", das symbolisch für ein gemauertes Gebäude steht, oder "Ringmauer", die einerseits die gesamte Anlage umschließt und von der aus die Angreifer niedergerungen wurden.

Auch wenn bei den umfangreichen Forschungsarbeiten kein Brunnen gefunden wurde und im Mittelalter das Graben auf dem massiven Granitfels höchst beschwerlich war, musste innerhalb der Burg überlebenswichtiges Wasser vorhanden gewesen sein. Hierfür wurde das Regenwasser der zahlreichen Dachflächen aufgefangen und in Zisternen gesammelt. Zudem trank man im Mittelalter bevorzugt vergorene Getränke wie dünnes Bier oder Wein.

Weil eindringendes Wasser beim Erhalt ein großes Problem darstellt, wird die Burg jedes Jahr im Herbst von Maurern "belagert", um die Mauern stückweise instand zu setzen beziehungsweise vor dem Verfall zu konservieren. "Dabei verbaut der Freistaat Bayern als Eigentümer der Burg jährlich bis zu 200 000 Euro", erklärte Manfred Senft. Die Burg, deren erste urkundliche Erwähnung bis in das Jahr 1110 unter den Grafen von Sulzbach zurückreicht, wurde bis im 19. Jahrhundert von Pflegern bewohnt. Im Laufe der Zeit wechselten die Eigentümer mehrmals, heute ist der Freistaat Bayern für den kostspieligen Unterhalt zuständig.

Vom 20 Meter hohen Burgfried aus genossen die Besucher einen herrlichen Blick über die Landschaft. Zum Abschluss der Führung luden engagierte Obermuracher zu einer gemütlichen Brotzeit auf der Terrasse des Dorfgemeinschaftshauses ein.

Eine gelungene Premiere: Bei der interessanten Zeitreise erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Burg Murach.
Nach dem Erklimmen der 94 Stufen genossen die Besucher auf dem 20 Meter hohen Bergfried eine wundervolle Aussicht.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.