07.12.2018 - 15:39 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Zentral mit Synergieeffekten

Das Thema "Kindertageseinrichtung" bleibt spannend. Am Dienstag muss der Stadtrat über den Antrag von Josef Biebl abstimmen, ob die Standortentscheidung für das Gewerbegebiet am Bahnhof revidiert wird. Nun meldet sich die GsbW zu Wort.

Diese Visualisierung zeigt den geplanten Kindergarten aus der Perspektive vom Radweg aus gesehen. Der Kindergarten findet nach diesen Plänen im Erdgeschoss und die Krippe im Obergeschoss Platz.
von Georg Köppl Kontakt Profil

"Es ist eigentlich alles gesagt und es gibt auch keine neuen Erkenntnisse", sind sich die beiden Geschäftsführer der Gesellschaft für soziales und betreutes Wohnen (GsbW), Peter Pirzer und Michael Schlagenhaufer, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien einig. Doch einiges, was in verschiedenen Sitzungen und zuletzt in der Bürgerversammlung geäußert wurde, wollen sie nicht so stehen lassen.

Bereits Anfang März während der noch laufenden Verhandlungen habe man Bürgermeister Heinz Weigl vertraulich über den beabsichtigten Erwerb des Raiffeisengeländes informiert, so Peter Pirzer. Und auch darüber, dass die GsbW auf dem Areal eventuell einen Kindergarten planen würde. Weigl habe darauf positiv reagiert und nach Abschluss des Kaufvertrags Ende Juni die GsbW nochmal motiviert, für diesen Standort ein Konzept zu erstellen. Dieses wurde dann auch in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause vorgestellt. "Doch da haben wir schon gemerkt, dass die Stimmung des Bürgermeisters für den Standort kippt", erinnert sich Pirzer.

Nach der 12:2-Stadtratsentscheidung für das ehemalige Raiffeisen-Areal und die GsbW als Bauträger in der Stadtratssitzung am 11. September habe man am 20. September den Bürgermeister, die beiden Fraktionssprecher und einen Vertreter des BRK zu Abstimmungsgesprächen wegen der Trägerschaft eingeladen, wozu allerdings der Bürgermeister nicht erschienen sei. Angeblich sei keine Einladung bei ihm angekommen.

Beim Thema "öffentliche Ausschreibung" sieht Peter Pirzer keine Verletzung des Wettbewerbscharakters, nachdem insgesamt fünf Unternehmen/Organisationen zur Angebotsabgabe aufgefordert waren. Dass der GsbW der Auftrag zum Bau übertragen wurde, geht nach Auffassung der beiden Geschäftsführer aus einem Schreiben der Stadt vom 12. September hervor, in dem es unter anderem heißt: "Nach der gestrigen Entscheidung im Stadtrat wünschen wir eine für alle Beteiligten vorteilhafte Zusammenarbeit beim Bau der Kindertageseinrichtung. Damit die für die Zuwendungsanträge notwendigen Unterlagen frühzeitig geprüft werden können, wird an die telefonische Zusage erinnert, eine Kostenschätzung vorzulegen".

Die Bezeichnung des Standorts durch Bürgermeister Heinz Weigl als "Loch" weisen Pirzer und Schlagenhaufer energisch zurück. "Ich glaube schon, dass man mit der Revitalisierung von Industrieflächen punkten kann", sagt Peter Pirzer und verweist darauf, dass diese Belebung im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) auch besonders erwünscht und gefördert wird. Pirzer: "Nach Weigls Sprachgebrauch war auch das Müller-Gelände mal ein 'Loch' und ist nun ein Top-Wohngebiet und eine Aufwertung für die Umgebung."

Michael Schlagenhaufer stellt die zentrale Lage, die Nähe zu den Siechenwiesen als "grüne Lunge" und die Naturnähe am Radweg in Richtung Niedermurach sowie die vorhandene Nahversorgung heraus. Kinder könnten hier auch mal zu Fuß vorbeigebracht werden und die kurzen Wege zur Schule seien ein weiterer Pluspunkt. Synergieeffekte ergäben sich zudem durch das GsbW-Verwaltungsgebäude, wo Teilzeitangebote für junge Mütter geschaffen würden.

"Altlasten" sind für Pirzer kein Thema, nachdem das Areal im Altlastenverzeichnis nicht als Verdachtsfläche ausgewiesen ist und baurechtlich habe das Landratsamt und betriebsmäßig die Regierung signalisiert, dass es keine Probleme geben wird. Von "billiger Bauweise" wie vom Bürgermeister behauptet, könne nicht gesprochen werden. Die geplante hochwertige Holzständerbauweise ist nach Pirzers Aussage die gleiche wie beim Loew-Gebäude in der Kastlstraße und die habe Weigl bei der Einweihung besonders gelobt. Zum Thema "Kapazität" verweist Pirzer auf das 6000 Quadratmeter große Areal: "Da können wir problemlos erweitern, aber wir sollten erst mal schauen, ob der neue Kindergarten überhaupt voll wird". Bauchschmerzen bereitet ihm die zeitliche Verzögerung. Vor dem Hintergrund, dass möglicherweise ein Bürgerentscheid kommt, rechnet er mit einer Fertigstellung nicht vor Ende 2020 und er befürchtet zudem, dass dann die Bundesfördermittel weg sind.

Das gesamte Areal des ehemaligen Raiffeisen-Geländes umfasst 6000 Quadratmeter. „Genügend Platz für entsprechende Grünanlagen und auch für eine Erweiterung“, finden die beiden GsbW-Geschäftsführer.

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