12.04.2019 - 09:43 Uhr
Oberwildenau/Luhe-WildenauOberpfalz

Bauschuttdeponie Oberwildenau bleibt geschlossen

Die Bürger wundern sich: Warum nur bleibt die Bauschuttdeponie in Oberwildenau geschlossen? Der Bürgermeister nennt keine Gründe. Das Landratsamt schon.

Schlösser sichern das Tor der Bauschuttdeponie in Oberwildenau. Betreten bleibt bis auf weiteres verboten.
von Stefan NeidlProfil

Fritz Stahl staunte nicht schlecht. Er beaufsichtigt die Bauschuttdeponie Oberwildenau und wollte wie jedes Jahr im April nach der Winterpause aufsperren. Am Tor fand er eine Kette mit einem zweiten Schloss vor, alle Informationsschilder waren abgenommen. Seine Frage nach den Gründen blieb bei der Gemeinde unbeantwortet - er würde von ihr hören, hieß es.

Auch zahlreiche Bürger wunderten sich über die verschlossenen Tore. Wer sich wie Stahl schlau machen wollte, blieb erfolglos: Jeglicher Hinweis auf die Existenz der Bauschuttdeponie ist von der Homepage des Markts Luhe-Wildenau verschwunden, auch die Gemeinderäte wissen nichts über die Sperrung.

Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien will der Bürgermeister von Luhe-Wildenau, Karl-Heinz Preißer, lediglich bestätigen, dass die Anlage nach dem Winter geschlossen blieb. Die Gründe wolle er erst den Gemeinderäten in der nächsten Sitzung Ende April erläutern, bevor er sich öffentlich äußere. Er habe die Verwaltung angewiesen, über die Schließung zu informieren, habe aber nicht kontrolliert, ob dies passiert sei. Wohin die Bürger in Zukunft ihren Bauschutt bringen sollen, wolle er mit verschiedenen Entsorgungsbetrieben besprechen.

Claudia Prößl, Pressesprecherin des Landratsamts Neustadt/WN, weiß, warum die Anlage nach dem Winter geschlossen blieb: "Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat Ende des vergangenen Jahres bayernweit eine Überprüfung der Größen und gelagerten Mengen auf Deponien veranlasst. Die Überprüfung des Standortes Oberwildenau zeigte eine Überschreitung der genehmigten Masse und Fläche. Die Genehmigung für den Betrieb der Bauschuttdeponie stammt aus den 80er Jahren. Seitdem ist die Anlage gewachsen und überschreitet die Betriebserlaubnis." Die Anlage gilt als Deponieklasse 0. Dort dürfen gering belastete mineralische Abfälle entsorgt werden. Für eine Wiedereröffnung wäre eine abfallrechtliche Genehmigung nötig. Diese erfordere diverse Fachstellenprüfungen, unter anderem für Wasser und Umwelt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.