Die DB Energie GmbH will im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Regensburg und Marktredwitz eine 110-Kilovolt-Leitung zwischen den Unterwerken Burgweinting, Irrenlohe, Weiden und Pechbrunn errichten. Mit dem Streckenausbau sollen die Region Nordostbayern besser an das gesamtdeutsche Schienennetz angeschlossen und die Lücke im elektrifizierten Netz zwischen Nürnberg, Leipzig und Prag geschlossen werden. In Pechbrunn ist dafür auch ein Unterwerksstandort geplant.
Vom Verlauf der geplanten Stromtrasse zeigte sich der Gemeinderat alles andere als begeistert. Bürgermeister Stephan Schübel brachte es auf den Punkt: "Wir sind mit der Variante der Elektrifizierung nicht einverstanden." Er erhielt dafür einstimmig Zuspruch vom Gemeinderat. Wie der Rathauschef informierte, würden zur Elektrifizierung 25 Meter hohe Masten benötigt, die im Abstand von 200 Metern errichtet würden. Die Kläranlage und der Bauhof würden laut Plan überspannt werden, auch ein benachbarter Aussiedlerhof hätte durch die Stromleitung wohl Probleme bei einer späteren Erweiterung. "Das ist keine gute Variante, sie überquert wichtige landwirtschaftliche Gebäude", erklärte Schübel.
Nach seinen Worten will die Bahn die 136 Kilometer lange Stromtrasse selbst bauen, weil sie nicht von anderen Netzbetreibern abhängig sein möchte. Im Gemeinderat tauchte die Frage auf, warum die Bahn nicht Strom aus dem öffentlichen Netz beziehe oder die Stromversorgung in Form einer Oberleitung ausführe. „Eine Erdverkabelung soll auch nicht möglich sein“, informierte Schübel.
Sicher sei, dass die Stromtrasse entlang der A93 gebaut werden solle. Wo das Umspannwerk Pechbrunn hinkommen soll, sei noch nicht klar. Für den Baubeginn werden laut Bürgermeister die 2030er-Jahre anvisiert.
Dominik Wolf (CSU) meinte: „Wir haben schon die Autobahn, jetzt sollen wir noch zusätzlich Strommasten bekommen.“ Thomas Dehmel (SPD) machte deutlich, dass zunächst der Standort des Unterwerkes in Pechbrunn geklärt werden müsse. Er sah Belastungen für ein mögliches neues Baugebiet durch diese Stromleitungen. „Eine Trasse durch Wohngebiete kann ich nicht unterstützen“, sagte Dehmel und erntete dafür Zuspruch seiner Parteikollegin Isgard Forschepiepe. Bürgermeister Stephan Schübel sah dies auch so, zumal diese Stromtrasse wohl ein Leben lang durch die Wohngebiete laufen würde. Christian Grillmeier (CSU) sah die Pechbrunner durch Autobahn und Stromtrasse der Bahn doppelt bestraft.
Für Bürgermeister Stephan Schübel gibt es noch viel Klärungsbedarf. „Wir werden unsere Einwendungen direkt an die Bahn übermitteln.“ In jedem Fall müsse geprüft werden, ob die Bahn nicht Strom vom Bayernwerk beziehen könnte und wo der Standort des Unterwerk-Neubaus sein soll. Der Gemeinderat war sich einig, dass die Stromtrasse existenzgefährdend für die Landwirte sei, nun erhoffe man sich entsprechende Auskünfte von der Bahn.
Wasser-und Kanalbau
Begonnen haben die Wasser- und Kanalbauarbeiten in Groschlattengrün im Bereich der Straße "Am Neubau". Im Zuge des Ausbaus wird dort auch die Straße erneuert. Die Arbeiten sollen bis Oktober laufen.
Denkmaleinweihung
Demnächst soll das neu errichtete Denkmal im Gedenken an den einstigen Todesmarsch in Pechbrunn eingeweiht werden. Bis dahin sollen dort noch zwei Ruhebänke aufgestellt werden, die zum Verweilen und zum stillen Gedenken einladen. Vor 80 Jahren kamen in Pechbrunn 36 Häftlinge ums Leben, die vom Konzentrationslager Buchenwald zum Konzentrationslager Flossenbürg getrieben werden sollten.
Kaputter Radweg
Durch umfangreiche Baumfällarbeiten und den Abtransport der Stämme wurde ein Radweg von Pechbrunn nach Mitterteich stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bayerischen Staatsforsten haben ihn zwischenzeitlich wieder grob hergerichtet, nach dem Ende der Waldarbeiten soll er neu hergerichtet werden, informierte Stephan Schübel. „Bislang ist der Weg höchstens mit einem Mountainbike befahrbar, nach der Instandsetzung sollte es wieder ein schöner Radlweg durch den Wald sein.“
Mobile Grillstätte
Überzeugen konnte die Gemeinde die Ikom Stiftland mit der geplanten Schaffung einer mobilen Grillstätte. „Wir erhalten eine Förderung und können diese umsetzen“, sagte Bürgermeister Schübel.
Tempo 30
Noch immer ist die vom Ende der Werkstraße bis in den Wald hinein geforderte Tempo-30-Regelung nicht umgesetzt worden, wie Ute Döhler (Bündnis 90/Die Grünen) anmerkte. Weiter stehe dort ein Tempo-40-Schild. „Ich kümmere mich darum“, versprach der Bürgermeister.
Wärmeplanung
Eine weitere Frage der Grünen-Gemeinderätin galt der Resonanz bei der Fragebogenaktion zur Wärmeplanung. „Wir haben 550 Fragebögen verteilt, bislang sind rund 300 zurückgekommen“, sagte Bürgermeister Stephan Schübel.
Strom-Bündelausschreibung
Zur Teilnahme an der Bündelausschreibung für die Strombeschaffung der Jahre 2026 bis 2028 erklärte Schübel: „Unsere Gemeinde braucht jährlich rund 195 000 kWh Strom, vor allem für den Bauhof und die Kläranlage.“ Die Teilnahme an der Bündelausschreibung biete die Chance, günstigere Strompreise zu erhalten. Zur Diskussion standen drei Möglichkeiten: Graustrom (Ökostromanteil unterschiedlich), 100 Prozent Ökostrom ohne Neuanlagenquote und 100 Prozent Ökostrom mit Neuanlagenquote. Die vier SPD-Räte, Ute Döhler, Dominik Wolf und Bürgermeister Stephan Schübel votierten für letztgenannte Möglichkeit. Die restlichen Räte, alle von der CSU, hätten die zweite Variante bevorzugt.
Bauanträge
Die Zustimmung des Gemeinderats erhielt ein Antrag auf Erteilung einer isolierten Befreiung für die Errichtung einer 1,60 Meter hohen Einfriedung „An der Kleewiese“ in Pechbrunn. Zustimmung gab es zudem für die Errichtung eines Geräteschuppens mit Flachdach, ebenfalls „An der Kleewiese“.

















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