21.01.2019 - 14:31 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Seelenlandschaften bewahren

Verschandelte Landschaften empfindet er als Vernichtung, die ihm im Herzen wehtut. Seit Jahrzehnten ist Klaus Arbter ein unbeugsamer Kämpfer für ein ursprüngliches Heimatbild.

Dr. Klaus Arbter beim Vortragsabend in Pechbrunn.
von Willi PöhlmannProfil

"Mystische Landschaften, von verschiedenen Stimmungen beeinflusst, bestimmen mitunter das Gefühlsleben der dort lebenden Menschen zu Gott und ihren Heiligen", erklärte der Referent den Sinn seines Vortrags "Seelenlandschaften" bei der KAB. Monika Schmiedel, Beauftragte der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), begrüßte die Gäste. "Jede Landschaft hat seinen mystischen Bezugspunkt, der bei einem Spaziergang zu verschiedenen Zeiten oder Wetterbedingungen anders ausfällt", fuhr Arbter fort. Es tue ihm im Herzen weh, wenn er sehe, wie viele dieser wunderbaren Landschaften im Laufe der Jahre verschwunden seien. Bis vor kurzem sei nichts dafür getan worden, diese möglichst im Urzustand zu erhalten.

"Betrachtet man einmal die Landschaft rund um Tirschenreuth von einem Ballon aus, erkennt man erst, welch wunderbare Landschaft das Waldnaabtal mit seinen unzähligen Teichen darstellt." Auch sei dabei die Vielfalt und die Blumenpracht der kleinen Oasen zwischen den Wäldern und den Hauslandschaften zu erkennen. Wer mit offenen Augen durch die heimische Landschaft gehe, werde sich deren Schönheit bewusst, die Neues mit Altem und Tradition verbinde. Vor der Flurbereinigung sei die Landschaft von den vielen kleinen Bachläufen, die den Feldern und Wiesen ihre Formen gaben, geprägt gewesen. Inzwischen habe ein Umdenken begonnen und man sei dabei, einige der Fehler rückgängig zu machen. "Trotz ihrer abwechslungsreichen Vielfältigkeit strahlt die Oberpfälzer Landschaft eine gewisse Ruhe aus, die sich auch im Gemüt der hier lebenden Menschen niederschlägt", sagte Arbter. Als Gegensatz stellte Arbter die herbe Landschaft Frankens gegenüber. Seinen Vortrag untermalte er mit Bildern, die den Wechsel der Jahreszeiten und Wetterveränderungen eindrucksvoll darstellten. Auch die stimmungsvollen Bilder verschiedener Gebäude bedurften keines Kommentars.

Hintergrund:

Liebe zur Natur und Fotografie

Klaus Arbter wurde 1937 in Römerstadt in Nordmähren (Sudetenland) geboren. 1946 wurde er mit seiner Familie aus der Heimat vertrieben und zog nach vier Jahren in Unterfranken 1950 mit nach Weiden, wo der Vater eine Zahnarztpraxis eröffnete. Nach dem Abitur in Weiden und dem Studium der Chemie, Biologie und Geografie begann er 1963 als Gymnasiallehrer in Bayreuth. 1965 wechselte Klaus Arbter ans Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth, wo er neben seiner Lehrertätigkeit 1972 seinen Doktor der Geografie machte. Bedingt durch sein Interesse an der Natur wurde Dr. Klaus Arbter 1973 Vorsitzender des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Tirschenreuth. Dieses Amt führte er 34 Jahre lang aus. Seine Liebe zur Natur und zur Fotografie ließen ihn bei seinen unzähligen Exkursionen in die Umgebung von Tirschenreuth, viele Landstriche Frankens und darüber hinaus über 25 000 Dias produzieren, aus denen er eine kleine Auswahl für seinen Vortrag im katholischen Pfarrheim zusammengestellt hatte.

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