20.01.2020 - 13:37 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Selbstbewusster durchs Leben gehen

Was kann man tun gegen ständige Schuldgefühle? Antworten auf diese Frage und einiges mehr gab es am Samstag im Schützenheim in Pechbrunn. Die örtliche SPD hatte wieder zu einem Frauenfrühstück eingeladen.

Großen Zuspruch beim Frauenfrühstück der SPD Pechbrunn-Groschlattengrün fand das aufgebaute Buffet.
von Ulla Britta BaumerProfil

Rund 60 Besucherinnen hatten sich zur 14. Veranstaltung dieser Art eingefunden. Vorsitzende und Bürgermeisterkandidatin Isgard Forschepiepe hieß im Kreis der Teilnehmerinnen auch Ute Döhler willkommen, die sich für die Grünen um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde bewirbt. Ebenfalls unter den Gästen war SPD-Bürgermeisterkandidatin Jutta Deiml aus Kemnath.

Nachdem das große Buffet gestürmt worden war, stand der Vortrag mit dem Titel "Ich bin doch selbst etwas wert" im Mittelpunkt. Referentin war Gertrud Hankl, Gemeindereferentin von Waldsassen. Isgard Forschepiepe hatte sie auch als "Supervisorin" vorgestellt. "Schreiben Sie bitte auf, auf was Sie stolz sind", lautete die Aufforderung Hankls nach einigen Ausführungen zu ihrer Person. Wie es die Referentin erwartet hatte, wollte sich kaum eine Frau mit einer besonderen Eigenschaft herausstellen. Die ausgeteilten Notizzettel füllten sich nur zögerlich. Gertrud Hankl erzählte, dass es ihr auch so gegangen sei, als sie bei einem Workshop diese Bitte gehört habe. "Das hängt mit unserem Selbstwertgefühl zusammen", erklärte die Referentin. Das Sprichwort "Hochmut kommt vor dem Fall" sei jedem frühzeitig eingetrichtert worden.

Zu den Gründen für Minderwertigkeitsgefühle zählt laut Hankl ein anerzogenes Schuldgefühl. Hier spielten auch religiöse Bezüge eine Rolle. Hankl stellte die "Spezies Mensch" als besonderes Wesen mit Gefühlen heraus. "Und wir existieren auch in den Herzen und Gedanken anderer." Als Ursachen für Komplexe nannte sie Angst, Trauer, Schuld, Eifersucht oder Liebe. Wer in der Trauer steckenbleibe, könne ein ernsthaftes Problem bekommen. Am Ende könnten die Selbstaufgabe oder gar der Suizid stehen.

Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen seien oftmals auch sehr eifersüchtig. "Hat ein Mensch als Kind keine Zuwendung bekommen, kommt er aus dem Säuglingsalter nicht heraus und sucht im Partner Mutter- und Vaterersatz", erklärte Hankl. Auch seien viele Liebesbeziehungen zum Scheitern verurteilt, wenn ein Partner Minderwertigkeitsgefühle habe. Schuld an mangelndem Selbstbewusstsein seien häufig dramatische Kindheitserlebnisse, körperliche oder seelische Verletzungen oder ein Mangel an Zuwendung. Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen kompensierten ihre Mängel oftmals mit Tugenden wie Fleiß oder Großmut, sie könnten aber auch herrschsüchtig, besserwisserisch und sogar gewalttätig werden.

Als Möglichkeit zur Überwindung von Komplexen nannte Hankl das Aufschreiben von negativen Erlebnissen. So könnten Probleme, die aus der Kindheit stammen, verarbeitet werden. Hilfreich ist laut Hankl auch die Suche nach einem spirituellen Weg zu Gott. An die Zuhörerinnen erging nicht zuletzt die Aufforderung, selbstbewusster durchs Leben zu gehen.

Referentin Gertrud Hankl.
Die Frauen griffen beim Frühstück gerne zu und nutzten die Gelegenheit für manch angeregten Plausch über Gott und die Welt.
Die Frauen griffen beim Frühstück gerne zu und nutzten die Gelegenheit für manch angeregten Plausch über Gott und die Welt.
Mit dabei waren die Bürgermeisterkandidatinnen Jutta Deiml, Ute Döhler und Isgard Forschepiepe (von links).
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