(bl) "Bis Ende Juni lagen wir heuer eigentlich sogar in der Prognose-Erwartung, erst in den letzten sechs Wochen hat der Wind etwas schlapp gemacht", berichtet Erich Wust, Geschäftsführer der Bürgerwindenenergie Neunburg GmbH & Co.KG. Und generell etwas schlapper als erwartet erwies sich der Wind auch in den knapp drei Jahren, seit sich im Neunburger Ortsteil Penting die Rotorblätter drehen.
Zwar erfüllt die Anlage, die seit September 2015 läuft, "technisch vollumfänglich die Erwartungen", aber "das Windaufkommen am Standort liegt hinter den prognostizierten Erwartungen zurück". Basiert hatten die Erwartungen auf einem entsprechenden Gutachten mit Windmessung über ein ganzes Jahr.
In Zahlen ausgedrückt liefert das Pentinger Windrad etwa 10 bis 12 Prozent weniger Energie, als ursprünglich angenommen. "Offen und ehrlich gesehen - die Windausbeute ist etwas ernüchternd", gesteht Geschäftsführer Wust. Gerade in der Hauptwindrichtung West-Südwest fehlt der Schwung. "Bei Ostanströmung haben wir dagegen überdurchschnittliche Erträge." Aber eben nicht genug, um die Flaute aus dem Westen auszugleichen.
"Wir haben zwar Sicherheitsabschläge einkalkuliert, aber die waren wohl etws zu optimistisch angesetzt", meint Wust. Und was das Gutachten betrifft, so seien die gesammelten Daten eben nur eine Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse. Für exakte Ergebnisse müsse man eben in Nabenhöhe von 140 Metern messen, und dieses Verfahren sei dann nicht finanzierbar.
Kein "Totalschaden"
"Das Ganze ist aber definitiv kein wirtschaftlicher Totalschaden", rückt der Geschäftsführer der Bürgerwindanlage das Ergebnis zurecht, "glücklicherweise können wir einen Großteil der Verluste mit niedrigen Kosten ausgleichen". Auch sei die Liquidität "völlig ausreichend".
Für die ersten beiden Betriebsjahre habe man keine Tilgungsleistungen vorgesehen, und im zweiten Jahr hätten die Gesellschafter nun freiwillig auf zwei Prozent der Rendite verzichtet. Ursprünglich hatte man mit sechs Prozent Kapitalertrag gerechnet. Von den rund 90 Gesellschaftern, die alle aus der Umgebung kommen, habe jedenfalls keiner seine Anteile verkaufen wollen. "Wir haben hier eine sehr homogene Gesellschafter-Struktur mit vertretbaren Einlagen, da sind keine Leute die gleich Beträge von 100.000 Euro hineingesteckt haben", verdeutlicht Wust die solide Basis der Bürgerwindanlage.
"An der Technik liegt es jedenfalls nicht, dass die ein oder andere Kilowattstunde fehlt", so sein Fazit nach 5,4 Millionen Kilowattstunden im langjährigen Mittel (statt 5,8) bei einer technischen Verfügbarkeit von 99 Prozent. "Mit einer Windmühle so viel Strom zu produzieren, das ist trotzdem ein Riesen-Baustein für die Energiewende." Immerhin könne man damit rein rechnerisch 1500 Haushalte mit Strom versorgen.
Zu früh für Schlussstrich
Die Gesellschafter und auch Bürgermeister Martin Birner stünden nach wie vor mit Stolz hinter dem Projekt, zeigt sich Wust optimistisch und preist die umfassende Akzeptanz des Projekts. Mit weiteren Prognosen ist er vorsichtig: "Wir können tatsächlich erst nach 20 Jahren einen Schlussstrich ziehen."
Offen und ehrlich gesehen - die Wind-Ausbeute ist etwas ernüchternd.



















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