Die Feuerwehr Pfreimd war als Patenverein der Iffelsdorfer Feuerwehr am Montagabend gerade dabei, beim Abbau des Festzelts in Untersteinbach zu helfen, als sie von Tierfreunden zu einem nicht ganz alltäglichen Rettungseinsatz gerufen wurde: In Perschen war ein kleiner, noch nicht flugfähiger Turmfalke aufgrund von Sturmböen aus seinem Nest in etwa 15 Meter Höhe geschleudert worden. Mit Hilfe der Drehleiter wurde das aufgeregte Vogelbaby unter den Augen der kreisenden Eltern wohlbehalten zu seinem Geschwisterchen in die große Eiche in der Nähe des Bauernmuseums befördert.
„Die Aktion hat einiges an öffentlichem Aufsehen hervorgerufen“, berichtet der Pfreimder Feuerwehrkommandant Hannes Menzl, der die Rettungsaktion zusammen mit Christian Heitzer und Christian Paulus steuerte. Schließlich wurde parallel dazu gerade im Bauernmuseum der Kirwabaum aufgestellt, der eigentlich schon seit Samstag in die Höhe ragen sollte. Nun tat sich auf der anderen Straßenseite ebenfalls ein Spektakel auf.
Sicher im Eimer
Ursprünglich hatten Anwohner das Vogelbaby entdeckt und eine Tierärztin verständigt. Sicherheitshalber wurde der Findling in einen Kübel mit Heu gesteckt. Denn nach dem Sturz, bei dem das federleichte Kerlchen unverletzt im Gras gelandet war, drohten andere Gefahren, beispielsweise durch den Verkehr. Schließlich wurde der Pfreimder Storchenbetreuer Arnold Kimmerl kontaktiert, der zusammen mit dem LBV-Kreisvorsitzenden Zeno Bäumler auch erst eruieren musste, wie sinnvoll hier eine Rettungsaktion ist und was es in Sachen Naturschutz zu beachten gibt.
Schnell stellte sich heraus, dass das Küken immerhin vier Wochen alt sein dürfte und noch etwa eine Woche brauchen würde, bis es flugfähig ist. „Körperlich fit, Flügel intakt, der hat gute Chancen weiterzukommen“, diagnostizierte Kimmerl. Immerhin gebe es auch Fälle, in denen Vögel wegen Futtermangel aus dem Nest geworfen werden. „Da kann man dann nichts machen“, weiß der Fachmann. Nächster Schritt: die Suche nach dem „Elternhaus“ des kleinen Falken. Das Retterteam entdeckte schließlich ein verdächtiges Objekt.
"Hantiges" Opfer
Als nicht ganz so einfach entpuppte sich dann die Reise auf der Drehleiter mitten in die Baumkrone einer dicht belaubten Eiche. „Wir mussten uns erst eine Schneise durch die Äste sägen“, berichtet Kommandant Menzl. Als Quartier hatte die Turmfalkenfamilie nämlich quasi als „Nachmieter“ das ziemlich gut versteckte Nest einer Elster gewählt. Gute Gründe gab es natürlich auch, dabei Handschuhe zu tragen, allein schon für den Eigenschutz. Laut Menzl sei das kleine Unfallopfer durchaus „etwas hantig“ gewesen und habe dabei auch seinen Schnabel eingesetzt.
Auch eine potenzielle Gefährdung von oben hatten die Feuerwehrmänner im Blick: Dort kreisten – in sicherer Distanz – die Eltern des kleinen Pechvogels, der im Nest als Erstes wieder auf sein Geschwisterchen traf. Damit war auch für Kimmerl klar, dass man das richtige Zuhause angesteuert hatte. Einsatz erfolgreich abgeschlossen. „Die Feuerwehr ist eben immer 24/7 da“, stellt Menzl im Rückblick klar, also 24 Stunden, sieben Tage die Woche – und auch für solche Fälle.















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