Vision wird immer deutlicher

Das Projekt für ein "Haus der Vereine" und ein Dorfgemeinschaftshaus wird für die Bevölkerung in Pertolzhofen zu einer großen Herausforderung. Ein Treffen rückt die aktuellen Pläne in den Fokus. Eine genannte Summe lässt manche schlucken.

Bürgermeister Martin Prey (stehend) stimmte die Vertreter der Dorfgemeinschaft auf das Projekt für den Bau von "Haus der Vereine" und Dorfgemeinschaftshaus ein. Architekt Hermann Hösl (rotes Hemd) stellte die aktuellen Pläne vor.
von Externer BeitragProfil

Das Treffen zur zweiten Bürgerbeteiligung rückte den aktuellen Planungsstand des Vorhabens in den Vordergrund. Dass die Bevölkerung von Pertolzhofen und Umgebung generationsübergreifend hinter diesem Projekt stehen, demonstrierte die mit 70 Gästen gefüllte Gaststube. Bürgermeister Martin Prey würdigte eingangs die intensive Vorarbeit durch Vereinsgemeinschaft, Verwaltung und Architekten Hermann Hösl für die Verwirklichung des Vorhabens.

Wie der Planer im Anschluss ausführte, sei für das Projekt Haus der Vereine/Dorfgemeinschaftshaus auf barrierefreie Eingänge und eine behindertengerechte Ausstattung besonders Wert gelegt worden. Auf der Rückseite des Dorfgemeinschaftshauses wurde noch eine zusätzliche Außentreppe geplant. Diese diene zum Betreten des Dachraumes und kann als Fluchttreppe für Galerie/Bar im Vereinsstodl genutzt werden. Auch das "Haus der Vereine" werde eine Außen-Rettungstreppe erhalten, die vom Zimmerstutzenstand zum Kirchensteig führt, außerdem sei eine Treppe in Richtung Parkplatz vorgesehen. Die Räume der Musikanten im Erdgeschoss sollen noch mit einem kleinen Technikraum ausgerüstet werden. Die vorgesehenen Parkplätze seien für die Gestattung ausreichend, führte Architekt Hösl aus. Die Sicherheitsvorschriften für Rettungswege und Brandschutzmauern seien berücksichtigt.

Anton Brand, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, ging auf die Finanzierung des Projektes ein. Als er eine voraussichtliche Bausumme von 1,3 Millionen Euro nannte, musste so mancher der Anwesenden schlucken. Doch sei diese Summe für ein schlüsselfertiges Projekt berechnet, Eigenleistungen würden für Einsparungen sorgen. In einem nächsten Schritt sollen die Bauantragsunterlagen beim Landratsamt eingereicht werden. Sobald die Genehmigung vorliegt, erhält das Amt für Ländliche Entwicklung die Unterlagen. Nach Prüfung würde dort eine Aussage über die Förderung getroffen. Über die genaue Höhe könne aktuell nur spekuliert werden, man sehe jedoch positiv der Entscheidung entgegen, so Brand.

Für die Vereinsgemeinschaft ergriff Wunibald Zwack das Wort. Mit den Plänen für das Projekt rücke die Verwirklichung einer Vision näher. Die ersten Idee habe es gegeben, als vor einigen Jahren das Wirtshaussterben im Ort begonnen habe. Sein Dank galt allen, die der Vereinsgemeinschaft bei diesem "riesigen Kraftakt" Unterstützung zukommen lassen. Nun heiße es, den endgültigen Förderbescheid abzuwarten. Dann werde sich zeigen, welche finanzielle Lücke zu stopfen ist. Zu klären sei auch, wie hoch die Unterstützung der Gemeinde ausfallen wird. Dann gelte es zu berechnen, wie viel an Eigenleistungen nötig wird und möglich ist. Und was an Eigenkapital, Spenden und Darlehen aufgebracht werden könne. Diese Fragen gelte es "knallhart" durchzukalkulieren, so Zwack, und es sei nicht ausgeschlossen, dass das ganze Projekt noch immer scheitern könne. Um diese große Herausforderung für das ganze Dorf zu bewältigen, müsse jeder mit anpacken und sein Scherflein dazu beitragen.

Es sei offensichtlich, dass die Dorfgemeinschaft nicht blauäugig an dieses Projekt herangehe, erkannte Bürgermeister Martin Prey. Er versicherte, dass Gemeinde und Verwaltung alle nötigen Schritte in die Wege leiten würden, um die Vision zu realisieren. Er dankte der Wirtsfamilie Winderl, die ihr Gasthaus zum Jahresende schließen wird, dass sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt habe, und so das Vorhaben der Vereinsgemeinschaft beschleunigte. Nur dadurch könne das Dorf nun mit einem bereits fertigen Konzept in den Startlöchern stehen.

Vereinsgemeinschaft neu ausrichten:

Wie Sprecher Wunibald Zwack verdeutlichte, habe die Vereinsgemeinschaft bereis Weichen für die Zukunft gestellt, damit das Vorhaben für ein "Haus der Vereine" und ein Dorfgemeinschaftshaus kein Luftschloss wird, das irgendwann in sich zusammen fällt. So soll die Vereinsgemeinschaft, die bisher nur aus den Vorsitzenden der Vereine und Gemeinde-Vertretern bestand, eine neue Ausrichtung erfahren. Künftig soll jede Privatperson für einen Beitrag von zehn Euro Mitglied werden könne, alle Vereine und juristischen Gremien (Gemeinde, Kirche) seien beitragsfrei und mit einem Vertreter in der Vorstandschaft vertreten. Im zweijährigen Turnus soll eine Vorstandschaft gewählt werden, der erste Vorsitzende müsse nicht bereits eine Gruppierung anführen. Die Gemeinnützigkeit als Verein werde angestrebt, eine neue Satzung soll ausgearbeitet werden. Wie beim Vereinsstodl soll die Vereinsgemeinschaft die Pächter-Aufgabe mit allen Rechten und Pflichten übernehmen. Zwack verwies auf eine Unterstützungsliste, in die sich alle eintragen können, die sich am Projekt beteiligen möchten. Damit soll es möglich sein, Helfer aufgrund ihrer handwerklichen Fähigkeiten zu koordinieren.

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