10.02.2019 - 14:06 Uhr
Pfaben bei ErbendorfOberpfalz

Ein echtes Steinwälder Gewächs

Er sieht aus wie 70. So könnte man es sich bei Sebastian Stock denken. Doch jetzt feiert er seinen 90. Geburtstag. In die Gratulantenschar reihte sich dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl ein, die die Grüße der Stadt überbrachte.

Seinen 90. Geburtstag feiert Sebastian Stock (Dritter von rechts) in Pfaben. Dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl (links) gratulierte und wünschte ihm weiterhin besonders viel Gesundheit. Mit auf dem Bild (von links) Enkel Felix, Tochter Luise und Sohn Franz mit Ehefrau Susanne.
von Jochen NeumannProfil

Er sieht aus wie 70 - so könnte man es sich bei Sebastian Stock denken. Doch er feierte jetzt seinen 90. Geburtstag. In die Gratulantenschar reihte sich dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl ein, die die Grüße der Stadt überbrachte.

Sebastian Stock ist ein echter Steinwälder. Geboren wurde der Jubilar am 8. Februar 1929 in Pfaben. Aufgewachsen ist er mit fünf weiteren Geschwistern. Seine Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft und sein Vater war der letzte Bürgermeister der kleinen Gemeinde Pfaben, bevor sie 1938 nach Wetzldorf eingemeindet wurde.

Noch gut erinnert sich Stock an seine Kindheit zurück, als er für die Gemeinde Beiträge der Ortskrankenkasse einkassieren oder Botengänge erledigen musste. "Anfänglich machte ich das zu Fuß, später bekam ich ein Fahrrad", erzählte der Jubilar.

Glück hatte Stock in den letzten Kriegstagen. "Wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner hätten sie mich noch eingezogen." Damals war er 16 Jahre alt. Ihm wurde gesagt, der Einberufungsbescheid liege beim Postamt in Erbendorf zur Abholung bereit. "Doch ich hab ihn nicht abgeholt, sondern mich die drei, vier Tage im Haus versteckt, bis die Amerikaner kamen." Dass der Einmarsch damals kurz bevorstehen würde, wusste er. "Ich habe nämlich verbotenerweise Schwarzsender gehört."

Nicht zuletzt war er als junger Mann beim Bau der Peterskirche in Wäldern um 1950 mit dabei. Er zählte zu den Steinschleppern. "Mit dem Lastwagen waren wir im Steinwald unterwegs und luden die schweren Granitsteine auf und fuhren sie zur Baustelle."

Nach dem Krieg übernahm Sebastian Stock den landwirtschaftlichen Hof seines Vaters. 1960 heiratete er Maria Schraml aus Wetzldorf, die viel zu früh 1999 verstarb. Aus der Ehe gingen die Kinder Franz, Karl und Luise hervor. Neben seiner Landwirtschaft war Stock als Probenehmer des Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern (LKV) in der Region unterwegs. Gut 40 Jahre war er zudem Obmann des Bayerischen Bauernverbandes.

Noch mit 85 Jahren ging er der Jagd nach. Gut 60 Jahre übte er dieses Hobby aus. Bis vor kurzem war er noch selbst täglich mit dem Auto unterwegs. "Doch die Augen machen beim Fahren nicht mehr so mit", sagte Stock selbst.

Der Jubilar wohnt noch immer auf seinem Anwesen, das mittlerweile an Sohn Franz übergeben wurde, und genießt seinen Lebensabend. Zum runden Jubiläum überbrachte dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl die Geburtstagsgrüße.

Groß gefeiert wurde der Geburtstag von Sebastian Stock im Kreis seiner Familie und den sechs Enkeln beim Rechersimer in Röthenbach.

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