12.06.2018 - 16:23 Uhr
Pfaben bei ErbendorfOberpfalz

Im Steinwald hoch hinaus

Unter dem Motto „sicher klettern“ bietet der Weidener Alpenverein seit Jahren Kletter-Ausbildungskurse an. Eine Möglichkeit zum Schnupperklettern bietet sich nun am Sonntag.

Dank der Tipps für geeignete Tritt- und Griffmöglichkeiten der Trainer konnten alle Teilnehmer mehrere Kletterpartien erfolgreich absolvieren.
von Autor FEIProfil

(fei) Der Einstiegskurs findet in der Regel an einer künstlichen Kletterwand in der Weidener Berufsschulturnhalle statt, an den sich ein weiterer Kurs für Fortgeschrittene anschließt. Beim darauffolgenden Kurs „von der Halle an den Fels“ geht es darum, die Fertigkeiten in freier Natur sicher anzuwenden.

Fritz Ratzinger hat mit Unterstützung von Evi Lingl und Tina Nuissl acht Kletterfreunden den Spaß und die Sachkunde am Vogel- und Ratsfelsen im Steinwald vermittelt. Auch wenn allen Teilnehmern bereits im Vorfeld klar war, dass am Naturfels keine bunten Griffe und Tritte zur Orientierung wie beim Sportklettern in der Halle vorhanden sind, so war es doch für jeden überraschend, wie gravierend dieser Umstand ist. Die natürliche Felsstruktur gibt die Griffe und Trittmöglichkeiten vor, die jeder für sich selbst ertasten muss. Die für den Steinwald typischen vertikalen und horizontalen Risse forderten die Teilnehmer, erweiterten aber auch deren Klettererfahrung.

Nach einem kurzen Theoriepart ging es sogleich ans sprichwörtliche Eingemachte: hintersichertes Abseilen über die senkrechte und knapp 20 Meter hohe Ostkante am Vogelfelsen. Dank der versierten und umsichtigen Einweisung überwanden die Kletteraspiranten das anfangs mulmige Gefühl recht zügig, wenn man das erste Mal über eine Felskante nach unten steigt. Nach den ersten Abseilmetern verschwand aber bei allen die Unsicherheit, das Vertrauen in Material und eigenes Können wurden zunehmend stärker. Im weiteren Kursverlauf wurden verschiedene Routen mit Klettersicherung (Top Rope) aufgebaut. Dabei wird das Seil von einer Umlenkung am Ende der Route zum Kletterer am Einstieg hinuntergeführt. Ein Sicherungspartner hält das Seil stets straff, währenddessen der Kletterer die Route nach oben steigt. Weitere Ausbildungsinhalte waren Naturschutz, Aufbau einer Sicherung mit Top Rope, die Selbst- und die Hintersicherung.

Die Theorie konnten die Teilnehmer an einfacheren Routen sofort in die Praxis umsetzen. In den Erholungspausen standen Material- und Knotenkunde auf dem Ausbildungsprogramm. Dank der Tipps für geeignete Tritt- und Griffmöglichkeiten der Trainer konnten alle Teilnehmer mehrere Kletterpartien erfolgreich absolvieren. An den beiden Kurstagen herrschte herrliches Wetter und der Granit des Steinwaldes war angenehm griffig. Lediglich die nachlassende Arm- und Beinkraft bremste im Laufe des Nachmittags die Klettereuphorie. Den zweiten Tag verbrachten die Kletterer am Ratsfelsen. Die Kurschwerpunkte betrafen unter anderem das Fädeln nach dem Vorstieg am Umlenkpunkt, die Reihenschaltung am Standplatz und den richtigen Einsatz von Klemmkeilen und Friends in Kletterrouten. Zum Kursende war allen die Freude am Klettern und der Stolz auf die eigenständige Bewältigung der einen oder anderen kniffligen Kletterstelle anzusehen. Aufgrund der ruhigen und einfühlsamen Art des Ausbildungsteams war der Kurs für alle Teilnehmer ein tolles Erfolgserlebnis, das im "Zoigl-Gasthof am Räuberfels“ gemütlich ausklang.

Kinder und Jugendliche haben am Sonntag, 17. Juni, die Möglichkeit zum Schnupperklettern. An diesem Tag findet die Hüttenkirwa rund um die Steinwaldhütte in Pfaben 25 statt. Am Nachmittag können Nachwuchs-Kletterer ohne jegliche Vorkenntnisse das Klettern am Fels ausprobieren. Die komplette Ausrüstung mit Helm, Klettergurt und Seil wird kostenfrei vom Weidener Alpenverein zur Verfügung gestellt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich; Treffpunkt direkt an der Steinwaldhütte. Die Einweisung und Absicherung übernehmen versierte Kletterer des Alpenvereins. Weitere Informationen sind unter www.dav-weiden.de zu finden. Und alle, die professionellen Kletterern zusehen wollen oder einen spannenden Wettkampf miterleben möchten, sollten sich einen Termin vormerken: am 17./18. August findet unter dem Glasdach des Münchener Olympiastadions das Finale der Boulder-Weltcup-Serie statt, bei dem sich die weltbesten Boulderer messen. Im vergangenen Jahr waren rund 300 Athleten aus 47 Nationen am Start und die starken Mitglieder des deutschen DAV-Kaders wollen vor heimischem Publikum auch diesmal wieder um Plätze auf dem Podium klettern.

Nach einem Theoriepart ging es zum Klettern an den Felsen.

 

 

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