Pfreimd
25.06.2018 - 18:42 Uhr

Anspruchsvoller Auftrag

Die Stadt hilft bei der Wohnungssuche. Im August wird Oberstleutnant Peer Papenbroock seine Zelte in Meckenheim bei Bonn abbrechen und nach Pfreimd ziehen. Für drei Jahre übernimmt er das Kommando in der Oberpfalzkaserne.

Antrittsbesuch bei Bürgermeister Richard Tischler: Obersteutnant Stefan Reiße und sein Nachfolger, der neue Kommandeur Peer Papenbroock, trugen sich ins Gästebuch der Stadt Pfreimd ein. Völkl
Antrittsbesuch bei Bürgermeister Richard Tischler: Obersteutnant Stefan Reiße und sein Nachfolger, der neue Kommandeur Peer Papenbroock, trugen sich ins Gästebuch der Stadt Pfreimd ein.

Der bisherige Kommandeur, Oberstleutnant Stefan Reiße, kann dann - überspitzt gesagt - fast an Papenbroocks früherer Wohnung vorbeifahren, wenn er seinen neuen Dienstsitz in Gelsdorf bei Bonn ansteuert. Er übernimmt eine Führungsaufgabe im Counter IED (Improvised Explosive Device), braucht nicht mehr hunderte von Kilometern zu seiner Familie pendeln. Beim Abschieds- und Antrittsbesuch des scheidenden und des neuen Kommandeurs im Rathaus unterstrich Reiße, dass er sich in Pfreimd sehr wohl fühlte. Er habe immer ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Bundeswehr, Stadt und Bevölkerung geherrscht. Die Zusammenarbeit auf dem kleinen Dienstweg funktioniere in beide Richtungen.

"Die Bundeswehr ist hier integriert und akzeptiert", betonte Bürgermeister Tischler. Er bereitete den neuen Kommandeur gleich schmunzelnd auf den Kirchweihwettbewerb im September mit Maßkrugstemmen und Traktorziehen vor. Oberstleutnant Peer Papenbroock macht gerne mit. Jeder Standort habe so seine Traditionen. Papenbroock stammt aus Sachsen-Anhalt, aus der Altmark. Dort hat er Haus und Jagdrevier. An manchem Wochenende wird er hier nach dem rechten sehen, doch sein "Standort" ist künftig Pfreimd, bei seiner Truppe. Die Stadt gefällt ihm.

Der 40-Jährige, dem das Kommando beim Appell am 27. Juni übertragen wird, freut sich auf seine neue Führungsposition. Er weiß um die Herausforderung, die der große Litauen-Einsatz Anfang nächsten Jahres für ihn und die Soldaten bedeutet. Das Anforderungsprofil habe sich geändert: Zahlreiche Soldaten sind in den Vorbereitungen gebunden. Im Litauen-Einsatz sehen Reiße und Papenbroock eine Aufwertung der Oberpfalzkaserne und des Bataillons in der Öffentlichkeit. In der nächsten multinationalen Battlegroup - sozusagen der Zeigefinger der Nato gegenüber Russland - sind rund 450 Pfreimder Soldaten dabei. Staatsgäste besuchen die Truppe in Litauen, das Bataillon wird in den Medien verstärkt wahrgenommen. "Davon profitiert auch das Image des Standorts und der Stadt".

Papenbroock geht mit nach Litauen. Die Ausbildung beanspruche die Soldaten sehr. Ab September werde die Schlagzahl nochmals erhöht. "Doch das ist eine herausfordernde Aufgabe, die aus militärischer Sicht zur Attraktivität des Bataillons beiträgt". In Papenbroocks Pfreimder Kommandeurszeit fällt später auch noch ein Doppeljubiläum: Im Jahr 2021 feiert der Bundeswehrstandort Pfreimd sein 50-jähriges, das Panzerbataillon 104 das 40-jährige Bestehen.

 
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