04.11.2018 - 15:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Anwälte der Wildtiere

Zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis macht die BJV-Kreisgruppe Nabburg die Hubertusfeier in der Stadtpfarrkirche Pfreimd. 50 Jagdhornbläser lassen ihre Instrumente zur Ehre Gottes und des Heiligen Hubertus ertönen.

50 Jagdhornbläser der BJV- Kreisgruppe Nabburg haben sich um den Hubertusaltar versammelt, um Gott mit ihrem Spiel zu ehren.
von Richard BraunProfil

Die Jagd ist seit Jahrhunderten eng mit Brauchtum und Tradition verbunden. Dazu gehört seit jeher die Feier des Namenstages der Heiligen Hubertus, des Schutzpatrons der Jägerschaft. In diesem Jahr hatte sich der Hegering Pfreimd als zuständiger Ausrichter der Feier etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die musikalischen Gestaltung lag dieses Mal in den Händen der Oberpfälzer Parforcehornbläser, die sich als Meister dieses Instrumentes schon viele Auszeichnungen erspielt haben.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes stimmten die Jagdhornbläser aus Nabburg, Schwarzenfeld und Pfreimd mit verschiedenen Signalen die vielen Gottesdienstbesucher auf die Feier ein. Als besonderen Blickfang hatten die Jäger einen beeindruckenden Hubertusaltar vor dem Presbyterium aufgebaut.

Ruhestandspfarrer Gottfried Rottner, der den Gottesdienst zelebrierte, stellte das Leben des Hl. Hubertus in den Mittelpunkt seiner Predigt. Die Hubertus-Legende gehört zu den bekanntesten Heiligengeschichten überhaupt. Das strahlende Kreuz zwischen dem Geweih eines Hirsches ist auch heute noch das sichtbare Erkennungsmerkmal der Jäger und Schützen. Als Bischof von Lüttich und Maastricht hatte sich der Heilige besonders der Armen und Kinder angenommen. Inspiriert durch dieses Wirken stellten die Jäger die Hubertusfeier unter das Motto „Sternstunden, Jäger helfen Kindern“. Eine Sonderkollekte erbrachte einen stattlichen Betrag für diese Benefizaktion des Bayerischen Rundfunkes.

Am Ende des Gottesdienstes richtete Burkhard Graf Beissel von Gymnich in seiner Funktion als BJV-Kreisgruppenvorsitzender einen leidenschaftlichen Appell an die Gottesdienstbesucher, gemeinsam als Anwälte der bedrohten Wildtiere aufzutreten. „Der Respekt vor den heimischen Wildtieren geht vielerorts verloren. Ihr Lebensraum muss zunehmend wirtschaftlichen Interessen weichen“, ist die traurige Feststellung des erfahrenen Waidmannes. „Den Wildtieren wird kein Respekt entgegen gebracht. Sie werden oft als Schädlinge bezeichnet“ , so der Redner weiter. „Es gibt kein Gut oder Böse in der Tierwelt“, lautet ein waidmännischer Grundsatz. Für den Jäger gilt deshalb zunehmend die Prämisse: „Nicht schießen, sondern schützen“. Das gemeinsam gesungene „Dedeum“, das von den Parforcehornbläsern meisterlich begleitet wurde, wird den Gottesdienstbesuchern noch lange in Erinnerung bleiben.

Ein unvergleichliches Klangerlebnis bereiteten die Oberpfälzer Parforcehornbläser den Besuchern der Hubertusfeier in der Stadtpfarrkirche.
Pfarrer Gottfried Rottner zelebrierte den Festgottesdienst zum Namenstag des heiligen Hubertus, der von den "Oberpfälzer Parforcehornbläser" meisterlich musikalisch gestaltet wurde.
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