Pfreimd
07.07.2022 - 09:23 Uhr

Führungswechsel in der Sozialpädagogischen Tagesstätte in Pfreimd

In der Sozialpädagogischen Tagesstätte in Pfreimd geht eine Ära zu Ende: Gründer und ehrenamtlicher Geschäftsführer Georg Pfannenstein sowie Heimleiterin Maria Söllner legen die Verantwortung in jüngere Hände.

Ein Wechsel vollzog sich in der Führungsebene der Sozialpädagogischen Tagesstätte ein Pfreimd. Der Gründer und bisherige Geschäftsführer Georg Pfannenstein (links) und die Heimleiterin Maria Söllner (Zweite von links) gehen in den Ruhestand. Ihre Nachfolge treten Michaela Reitinger (Zweite von rechts) und Hans Müller (rechts) an. Bild: bnr
Ein Wechsel vollzog sich in der Führungsebene der Sozialpädagogischen Tagesstätte ein Pfreimd. Der Gründer und bisherige Geschäftsführer Georg Pfannenstein (links) und die Heimleiterin Maria Söllner (Zweite von links) gehen in den Ruhestand. Ihre Nachfolge treten Michaela Reitinger (Zweite von rechts) und Hans Müller (rechts) an.

Etwas versteckt hinter den Mauern des Klosters in Pfreimd befindet sich die Sozialpädagogische Tagesstätte (SPT). Diese teilstationäre Einrichtung der Jugendhilfe betreut Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren aus dem gesamten Landkreis, welche nach Entscheid des Jugendamtes besondere Unterstützung und Hilfe brauchen.

Seit 2005 ist dieser Ort ein Segen für Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und wegen persönlicher oder familiärer Defizite besonderer Obhut bedürfen. Doch bis diese Einrichtung ihren Betrieb aufnehmen konnte, musste der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Ehrenbürger der Stadt Pfreimd, Georg Pfannenstein, der zugleich auch Kreisvorsitzender der AWO-Schwandorf war, einen steinigen Weg zurücklegen.

Erste Gespräche im Jahr 2000

Diesen zeichnete Dritter Bürgermeister Norbert Auer anlässlich einer kleine Feierstunde nach, bei der Georg Pfannenstein seine Geschäftsführertätigkeit an seinen Nachfolger Hans Müller übergab. Die ersten Gespräche zur Errichtung einer Sozialpädagogischen Tagesstätte in Pfreimd wurden bereits im Jahr 2000 geführt und der Bedarf durch das Jugendamt in Schwandorf bestätigt.

Im städtischen Teil des Klosters stand ein geeignetes Gebäude zur Verfügung. Dieses musste allerdings erst mit hohem finanziellen Aufwand bedarfsgerecht umgebaut werden. Ohne staatliche Förderung war dies nicht möglich. Als Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion konnte Georg Pfannenstein an die notwendigen Türen klopfen, um an die entsprechenden Fördergelder zu kommen.

Mit der Stadt wurde ein Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen und die Sanierung konnte begonnen werden. Am Eröffnungstag, dem 1. September 2005, war vom Jugendamt nur ein Kind zugewiesen worden, obwohl die Einrichtung für zwölf Kinder ausgelegt war. Von der ersten Stunde an wurde die Erzieherin Maria Söllner als Heimleiterin mit ins Boot geholt.

Der Betrieb lief nur schleppend an und die Verbindlichkeiten häuften sich. Der AWO-Kreisverband bekam kalte Füße und es drohte die Schließung. Dies war mit Georg Pfannenstein nicht zu machen. Er trat als AWO-Kreisvorsitzender zurück und stand als Privatperson in der Haftung für entstehende Verluste. In dieser schweren Zeit wurden Maria Söllner und ihr Team zur großen Stützte für Pfannenstein.

Schulden abgetragen

Das Jugendamt fasste Vertrauen zur Tagesstätte und die Soll-Zahl von Kindern wurde schnell erreicht. Auch in der Bevölkerung rückte die SPT immer mehr ins Bewusstsein als sie sah, mit welcher Fürsorge und Kompetenz die anvertrauten Kinder betreut wurden. Damit stieg auch die Spendenbereitschaft und die Schulden konnten abgetragen werden.

Nach zwei Jahren übergab Georg Pfannenstein die Tagesstätte schuldenfrei an den AWO-Ortsverband Pfreimd als künftigen Träger. Er selbst blieb ehrenamtlicher Geschäftsführer. „Dieser Erfolg ist in hohen Maße der umsichtigen, warmherzigen und überaus kompetenten Leiterin Maria Söllner und ihrem Team geschuldet“, richtete Georg Pfannenstein den Dank an seine Mitarbeiter.

Den Dank des Landkreises überbrachte Landrat Thomas Ebeling, der sich darüber freute, „dass es jetzt so läuft, dass alle zufrieden sein können“. An die schwere Zeit der Gründung erinnerte Altbürgermeister Albert Meier: „Wer die Not der Kinder gesehen hat, der hatte keine Zweifel an der Notwendigkeit der Einrichtung.“

Zu seinem Abschied wurde Georg Pfannenstein eine besondere Würdigung seiner Arbeit zu Teil: Die SPT erhielt den Namen „Kinderhaus Georg Pfannenstein“. Die Nachfolge von Georg Pfannenstein als ehrenamtlicher Geschäftsführer tritt Oberamtsrat a. D. Hans Müller an. Die Heimleitung übernimmt die Sozialpädagogin Michaela Reitinger aus Weihern.

 
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