Wie soll das alles weitergehen? In der Corona-Krise werden Aufträge storniert oder auf die lange Bank geschoben. Sorgen, die auch die Greiner Lichtwerbung GmbH hat. Lichtreklame jeder Art - damit ist das Pfreimder Unternehmen europaweit gut im Geschäft. Leuchtende Schriftzüge für die Lebensmittelkette Coop, für Märkte wie Bauhaus oder Hagebau. Greiner hat sich auf Werbeflächen - Kunststofflösungen, kombiniert mit LED-Technik, Stahl- oder Alukonstruktionen - spezialisiert.
Doch Geschäfte durften nicht mehr öffnen, Firmen reduzierten ihre Produktion oder stellten sie ganz ein. Da werden dann auch bei Greiner Aufträge nicht abgerufen oder bleiben ganz aus. Dafür ist jetzt ein anderes Produkt gefragt: Plexiglas, genauer gesagt Acrylglas oder das bruchsichere Makrolon. Zuerst fragten Ärzte und Apotheken, dann Filialisten nach. Greiner reagierte und konnte auf die Kontakte zu einem Hersteller aus Darmstadt bauen, der den plötzlichen Run auf Plexiglas kaum mehr bewältigen kann. "Der Markt ist leer gefegt", erzählen die beiden Geschäftsführer Irmingard Greiner und Wolfgang Bauer. Das Pfreimder Unternehmen hatte rechtzeitig vorgesorgt und greift zudem noch auf die Lagerkapazitäten im tschechischen Werk zurück.
1500 Schutzwände wurden für Edeka Süddeutschland bestellt, Geschäfte in der Schweiz ordern Handdesinfektionssäulen, um das Übertragungsrisiko an den Griffen der Einkaufswägen zu minimieren. Die Justizvollzugsanstalt braucht Trennwände, die sie dann in der eigenen Werkstatt noch zu Gesamtlösungen komplettiert. Anfragen gingen von der Finanzverwaltung Hessen ein. Wenn nun die kleineren Geschäfte wieder öffnen dürfen und auch mancher das Homeoffice gegen den Büroarbeitsplatz tauscht, sieht Wolfgang Bauer weiteren Bedarf.
Er orientiert sich an den Bedürfnissen der Kunden. Kassiererinnen in Supermärkten brauchen dreigeteilten Schutz: Dort, wo die Ware aufs Band gelegt wird, wo sie dem Kunden gegenüber sitzen und wo die Ware in die Einkaufstasche gelangt. Unterschiedliche Durchreiche-Möglichkeiten sind gefragt, gefräste Ausschnitte oder Trennscheiben, die mit höhenverstellbaren Aufhängungen variabel montiert werden. Die Schutzvorrichtungen müssen so angebracht werden können, dass sie gewohnte Abläufe weiter zulassen.
Gefertigt wird inzwischen in verschiedenen Größen und variablen, erweiterbaren Baustein-Systemen. Und wenn die Schulen wieder öffnen: "Brauchen die Lehrer da nicht auch Hygienewände am Lehrerpult? Vielleicht individuelle Lösungen, zusammenklappbar und transportabel?", spinnen Bauer und Greiner den Faden weiter.
Das neue Geschäftsfeld kann kein Ersatz für das Kerngeschäft sein, "doch es sind Aufträge", betonen die beiden Geschäftsführer mit Blick auf die rund 80 Mitarbeiter und Kurzarbeit.
Das Unternehmen hat auch die eigenen Büroräume mit Hygienewänden ausgestattet. "Das Thema wird uns noch begleiten, bis ein Impfstoff gefunden worden ist", meinen Irmingard Greiner und Wolfgang Bauer übereinstimmend. "Und sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden fühlen sich einfach sicherer".














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