29.04.2020 - 13:47 Uhr
PfreimdOberpfalz

Investitionen in Trinkwasser-Versorgung

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe versorgt Ortsteile aus vier Gemeinden mit Trinkwasser. Um dieser Aufgabe auch künftig gerecht werden zu können, sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur notwendig.

Das Wasserwerk des ZV Glaubendorfer Gruppe im Luhetal bei Meisthof ist in die Jahre gekommen. Eine umfangreiche Ertüchtigung steht dringend an.
von Richard BraunProfil

Zum Zweckverband zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe gehören die Stadt Pfreimd, die Gemeinde Trausnitz sowie die Märkte Markt Wernberg-Köblitz und Luhe-Wildenau. Die Bürgermeister der Kommunen sind im Verbandsrat. Seit 1998 sind auch Teile der Marktgemeinde Leuchtenberg angeschlossen. Die Verbandsversammlung fand im Bürgersaal der Stadt Pfreimd statt.

Der Zweckverband startete denkbar schlecht ins Jahr 2020. Bei einer Routineuntersuchung stellte das Wasserwirtschaftsamt coliforme Keime im Trinkwasser fest, die am 7. Februar zur Einstellung der Wasserförderung führten. Über die eingeleiteten Schritte informierte Verbandsratsvorsitzender Johann Müller das Gremium. Das Trinkwasser für das Versorgungsgebiet lieferte fortan die Marktgemeinde Wernberg-Köblitz. Nach der eingeleiteten Chlorierung der Wasserleitung war diese am 3. März wieder keimfrei. Kontaminierungen ergaben sich dagegen noch wie vor im Tiefbrunnen II, die eine zusätzliche Desinfektion erforderten. Das Ergebnis dieser Maßnahme wird in den nächsten Tagen erwartet. Solange keine Freigabe durch das Gesundheitsamt vorliegt, übernimmt weiterhin der Markt Wernberg-Köblitz die Versorgung mit Trinkwasser.

Folgen für die Finanzen

Johann Müller ist zuversichtlich, dass der Brunnen II in drei Wochen wieder ans Netz gehen kann. Diese Verkeimung hat natürlich auch Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Zweckverbandes, da das Trinkwasser aus Wernberg-Köblitz entsprechend vergütet werden muss. Da die Stadt Pfreimd seit 1979 die Geschäftsführung des Zweckverbandes wahrnimmt, gab Kämmerer Christian Hechtl einen Überblick. Der Haushaltsplan 2020 ist sowohl im Verwaltungs- als auch im Vermögenshaushalt von der Verkeimung des Brunnens geprägt. Der Verwaltungshaushalt ist mit 316 300 Euro angesetzt. Als größter Ausgabeposten ist hier der Fremdwasserbezug in einer Höhe von rund 80 000 Euro.

Der Vermögenshaushalt ist mit 142 150 Euro veranschlagt. Die Haupteinnahme des Zweckverbandes besteht aus den Wasserverbrauchsgebühren. Diese resultieren aus 127 000 Kubikmetern Eigenwasser aus dem Tiefbrunnen II in Meisthof und 45 000 Kubikmetern Fremdwasser aus Wernberg-Köblitz. Der hohe Zukauf an Fremdwasser geschieht bereits das dritte Jahr in Folge. Die Ursache hierfür liegt am Tiefbrunnen I in Meisthof, der die Förderung eingestellt hat. Der Brunnen ist Baujahr 1958 und die Filterschlitze sind völlig verkrustet.

Fördermenge erhöhen

Die Fördermenge am Tiefbrunnen II (Baujahr 1970) ist wasserrechtlich auf 130 000 Kubikmeter gegrenzt. Die dadurch entstandene Fehlmenge von rund 40 000 Kubikmeter soll durch eine Erhöhung der Fördermenge erreicht werden. Dafür ist allerdings eine wasserrechtliche Genehmigung notwendig. In Hinblick auf vergangene und künftige Herausforderungen in der Wasserversorgung und der Versorgungssicherheit sah es der Verwaltungsrat des Zweckverbandes als notwendig an, einen Fahrplan für die nächsten Jahre festzulegen.

Mit dieser Aufgabe wurde das Büro Piewak & Partner beauftragt. Im ersten Schritt erfolgt eine hydrologische Untersuchung des Einzugsgebietes und der Prüfung einer möglichen Entnahmeerhöhung des Brunnens II. Als Zukunftsinvestition und zusätzliche Sicherheitsfunktion wird das Wasserwerk mit einer UV-Anlage ausgerüstet, die Keime abtötet.

Als vorerst letzter Schritt ist die Vergabe und Erstellung eines Sanierungs- und Strukturkonzeptes inklusive einer Wirtschaftlichkeitsberechnung für das gesamte Zweckverbandsgebiet notwendig.

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