28.04.2019 - 11:09 Uhr
PfreimdOberpfalz

Wenn der Kirwabaum Beine kriegt

Wenn der Kirwaverein Theater spielt, dann werden die Lachmuskeln des Publikums arg strapaziert: Auf der Suche nach dem geklauten Kirwabaum überschlagen sich die Ereignisse und man hat den Eindruck, dass es so wirklich geschehen könnte.

Der Schreck steht Luki Tischbein (Kevin Lösch), Simmerl (Michael Hösl), Tina Tischbein (Eva Brunner) und Evi Tischbein (Andrea Armer) (von links nach rechts) ins Geschicht geschrieben: "Ja verreck, da Kirwabaum is weg!" Der Kirwaverein spielte wieder einmal grandios Theater.
von Redaktion ONETZProfil

"Ja verreck, da Kirwabaum is weg!" Mit dem Titel des gleichnamigen Lustspiels hat die Theaterabteilung des Kirwavereins Pfreimd am Samstag eine gelungene Premiere gefeiert. Die Besucher erlebten ein Theaterteam um Anna Stubenvoll, Theresia Igl und Anna Wellner, das alle Register seines Könnens zog, bei einem Stück, das aus dem vollen Leben gegriffen ist, und das jederzeit auch in Pfreimd hätte spielen können.

Im Mittelpunkt des Lustspiels - es hat diese Einstufung auch wirklich verdient - stand natürlich der Kirwabaum in Pfreimd und jede Menge Witz, Spaß und Frohsinn. Bürgermeister Richard Tischbein hat zur Vorbereitung der Feierlichkeiten alle Hände voll zu tun. Jörg Irlbacher spielte das gestresste Gemeindeoberhaupt vortrefflich. Ausgerechnet jetzt hat er auch noch Ärger mit der Nachbarin Mare Huber. Sie will partout, dass sich der Bürgermeister um ihre Terrasse und das Blumenbeet kümmert, die voller Hühnerkot waren, vermutlich verursacht vom "Houdara" seine Hühner. Katharina Wellner spielte die streitsüchtige und zugleich auch neugierige Nachbarin geradezu perfekt. Zum Glück ist der Kirwabaum an einem sicheren Ort, denn der Bürgermeister hat persönlich dafür gesorgt, dass der Simmerl die ganze Nacht Wache hält. Denkt er zumindest.

Leider aber hat der Simmerl ein, zwei Bier zu viel getrunken. Michael Hösl, passte wie die Faust auf´s Auge für diese Rolle. Die Nachricht, dass der Kirwabaum am frühen Morgen geklaut wurde, war für den Bürgermeister natürlich schrecklich und es ist verständlich, dass er stinksauer war und seine bessere Hälfte Evi (Andrea Armer) befindet dann auch noch: "Das ist eine Schande für die ganze Stadt." Das gesamte Stück war gekonnt mit zahlreichen Anspielungen auf Pfreimd und seine Persönlichkeiten gespickt, eine Mischung, die beim Publikum für heftige Lachanfälle sorgte.

Der "Kleinhäusler" und Gelegenheitsarbeiter Simmerl hat sich vorsichtshalber versteckt, zumal er bei seiner resoluten Frau Zenzi (Kerstin Rauch) unterm Pantoffel steht. Die Kirwa ist schon kurz davor, abgesagt zu werden, doch dann meldet sich doch noch der Vorstand Karl Priegl von der Feuerwehr Stein (Christian Maier). Gegen eine Brotzeit und ein großes Fass Bier rückt die Feuerwehr den Baum wieder raus und gemeinsam wird er dann aufgestellt.

Beim der anschließenden Kirwa geht es indes drunter und drüber. Da waren Tina Tischbein (Eva Brunner), die Tochter des Bürgermeisters, die in Karl, den Vorstand der Steiniger Feuerwehr verliebt ist, und auch Luki Tischbein (Kevin Lösch), der Sohn des Bürgermeisters, der mit der flotten Kellnerin Julia (Enya Irlbacher) kräftig flirtete. Die jung Verliebten versprechen sich von der Nacht was Besonderes und das traf auch ein. Eva Brunner, Kevin Lösch, Kerstin Rauch, Andrea Armer und Enya Irlbacher überzeugten in ihren Rollen.

Die Nacht hatte es aber auch bei den anderen Protagonisten in sich, allen voran beim Bürgermeister, der nicht nur am Morgen einen riesigen Kater hatte, sondern mit den Ortsburschen auch noch so allerhand Unfug anrichtete. Da waren die Mare Huber, der ihre Reizwäsche von der Leine gestohlen wurde, und die Nepomuk-Figur, die sehr zur Verärgerung des Ortspfarrers mit einem wollenen Damenunterrock bekleidet wurde.

Am Ende hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst, dabei auch ohne den "Spürsinn" des korrekten Polizeihauptmeisters Rabe, der von Maximilian Brunner toll gespielt wurde. Vor allem seine dienstlich-hochdeutsche Aussprache sorgte für permanente Lachsalven im Publikum. Völlig zurecht wurden die Schauspieler des Kirwavereins vom Publikum in der vollbesetzten Schulturnhalle frenetisch gefeiert und durften erst nach zahlreichen Verbeugungen die Bühne verlassen.

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