08.11.2019 - 10:18 Uhr
PfreimdOberpfalz

Mit Leidenschaft im Salsa-Schritt

Die Playmobil-Männer sind kein gutes Vorbild. Wer Salsa lernen will, orientiert sich besser an Marionetten. Nicht jeder hat beim Schnupperkurs in Pfreimd gleich die Leidenschaft im Blut.

Tanzlehrer Sacha Vezard (rechts) erklärt zusammen mit Partnerin Sylvia beim Schnupperkurs die Schrittfolge für Salsa. Erst sind die Damen an der Reihe, dann die Herren. Bei der anschließenden Party zeigen Könner, wie lässig das aussehen kann.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Ein Hauch von Disco liegt über dem sonst eher nüchternen Gastronomiebereich der Landgraf-Ulrich-Halle in Pfreimd. Bunte Lichter ersetzen grelle Lampen, und eine Schar Einsteiger wartet gespannt auf die ersten Anweisungen, um endlich Neuland in Sachen Tanz zu betreten. "Salsa" heißt das Zauberwort an diesem Abend, und das ist noch nicht alles. Mit weiteren Tänzen wie Bachata, Kizomba und Merengue zieht Exotik ein, Walzer und Co haben hier an diesem Abend keinen Platz.

"Klar, auch der Walzer ist immer noch gefragt, aber Salsa ist eben rhythmischer", erklärt Sylvia Vezard von der gleichnamigen Tanzschule aus Weiden. "Salsa geht ins Blut, da schwingt Leidenschaft mit." Wie sich diese Leidenschaft in Bewegung umsetzen lässt, dass will sie zusammen mit Sohn Sacha beim Schnupperkurs mit anschließender Salsa-Party vermitteln. Doch los geht es mit Merengue, dem "einfachsten Tanz der Welt". Die Tänzer dürfen erst einmal auf der Stelle gehen, um locker zu werden.

Steife Haltung ist absolut nicht gefragt. "Wir bewegen uns hier nicht so wie eine Playmobil-Figur mit durchgedrückten Knien", erklärt Tanzlehrer Sacha Vezard und zeigt als Beispiel ein paar staksige Schritte. Statt dessen sollen sich die Interessenten für lateinamerikanische Rhythmen an einer Marionette orientieren, deren Schultern wie an unsichtbaren Fäden vor und zurück gehen und deren Knie sich deutlich beugen. "Salsa ist ein bisschen flotter", warnt der 40-Jährige allzu optimistische Schüler.

Wie flott, das wird dann ganz schnell klar, als die vorher separat für Damen und Herren eingeübten Grundschritte in das Rhythmus-Korsett eingepasst werden sollen - inklusive der für Salsa charakteristischen Pause auf den jeweils vierten Schlag eines Taktes.

Reich an Varianten

Im Nu ist die Schnupperstunde um, die Teilnehmer sind durchgeschwitzt und kommen bald aus dem Staunen nicht mehr heraus: Denn nun ist Party-Zeit, und auf der Tanzfläche tummeln sich die fortgeschrittenen Tänzer. Komplexe Schrittfolgen gibt es da zu sehen, scheinbar mühelos und variantenreich. Die Anfänger staunen, wie unterschiedlich hier die Hüften geschwungen werden, wie mal sanft, mal betont die Schuhsolen im Takt auf den Boden tippen oder Stöckelschuhe grazile Drehungen hinkriegen. "Salsa ist auch führungstechnisch interessant, weil es sehr schnell gehen muss", sagt Sylvia Vezard, die früher am liebsten Jive und Cha-cha-Cha getanzt hat, inzwischen aber wegen des Unterrichts kaum noch selbst Zeit fürs Parkett hat. Den Tanz hatte schon ihre Großmutter als Beruf erkoren, ihre Mutter setzte die Tradition fort.

Sohn Sacha hatte eigentlich eine Karriere als Lehrer für Englisch und Französisch angepeilt, sich dann aber doch fürs Tanzen entschieden. "Die pädagogische Seite kommt bei einer Tanzlehrer-Ausbildung oft zu kurz, da kann ich jetzt von meinem Studium profitieren", meint der 40-Jährige, der beim Erklären öfter mal Umschwenken will auf eine andere Methodik.

Besser als Internet

Denn beim Tanzen, davon ist er überzeugt, hilft ein Video im Internet nicht immer weiter. "Viele kommen hierher, weil sie die Drehung oder Schrittfolge auf Youtube nicht kapieren", erzählt er. Warum sie es trotzdem versuchen? "Diese Musik, die zieht einen rein", schwärmt seine Mutter. Wem's zu anstrengend ist, der könne ja auch einfach nur zuschauen, meint sie und stellt klar: "Auf einer Salsa-Party sollte jeder mal gewesen sein. Vielleicht kommt man dabei auch auf den Geschmack."

Anfängerkurs:

Anfängerkurs

Für November ist in Pfreimd in der Landgraf-Ulrich-Halle ein Salsa-Anfängerkurs geplant. Die Termine: jeweils freitags von 18 bis 19.30 Uhr am 8., 15. und 29. November sowie am 6. Dezember. Kursgebühr: 60 Euro. Infos und Anmeldung bei Petra Mack, Telefon 01 71 / 815 87 21.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.