05.11.2019 - 16:39 Uhr
PfreimdOberpfalz

Markus Langers Leopardenhöschen

Die Landgraf-Ulrich-Halle ist prall gefüllt. Kabarettist Markus Langer und dessen Kunstfigur „Sepp Bumsinger“ sorgen bei den Fans für Lachtränen.

Markus Langer unterhielt den prall gefüllten Saal mit seiner Kunstfigur "Sepp Bumsinger".
von Redaktion ONETZProfil

Menschenmengen vor der Landgraf-Ulrich-Halle: Fans verschiedener Altersgruppen, teilweise sogar mit passendem T-Shirt oder Mütze, warten ungeduldig auf Einlass. Markus Langer kommt an.

Eine Lanze für das Land

Der Saal füllt sich schnell und die Blicke der Zuschauer gehen zur Bühne, auf der bereits ein Kleiderständer mit Jacke und Mütze aufgestellt ist. Wem diese Kleidungsstücke gehören, ist den meisten Fans des Kabarettisten klar: seiner Kunstfigur Sepp Bumsinger, die durch zahlreiche YouTube-Videos bekannt wurde. Bis Bumsinger jedoch seinen Auftritt bekam, muss sich das Publikum bis zur zweiten Hälfte der Show gedulden, was bei Langers guter Unterhaltung und dessen Programm "Spaßvogel(n)" nun wirklich kein Problem ist.

Markus Langer betritt unter tosendem Applaus die Bühne und freut sich, außerhalb der Großstadt aufzutreten: "Am Land heraußen ist es doch einfach am Schönsten. Wenn Du einen Akkuschrauber brauchst, gehst Du zum Nachbarn und kommst drei Stunden später sternhagelvoll zurück."

Mit sympathischer und ungezwungener Art erzählt Langer von alltäglichen Geschichten, die man auch selbst gut nachempfinden kann - auch wenn sie natürlich überspitzt sind. Sei es das Kartenspielen, bei dem er an seine Freunde Hundekekse verfüttert oder der Tag danach, bei dem durch den übermäßigen Bierkonsum so ziemlich alles in die Hose ging.

Fahrt ins Fiasko

Eine "Verkettung unglücklicher Umstände" kommt zustande, als Langer den Versuch unternimmt, den Kater nach dem Kartenspielen zu bewältigen: Er baut sich ein Planschbecken im Garten auf und setzt sich mit ein paar Weizen hinein. Schließlich kommt seine Frau nach Hause, vor der er größten Respekt hat - so sehr, "dass sich die Nackenhaare aufstellen, sobald ihre Schritte zu hören sind". Sie erinnert ihn daran, dass er seinen Sohn vom Bahnhof holen will. Er springt auf, salutiert vor seiner Frau, schlüpft in eine trockene Badehose und macht sich auf den Weg. Wie es an so einem Tag sein muss, ist der Tank plötzlich leer und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als in seinem viel zu engen Leopardenhöschen aus dem Jahr 1986 an der Tanksäule zu stehen.

Weiter auf dem Weg Richtung Bahnhof rast er mit 70 Sachen durch die 30er-Zone und wird deswegen direkt neben einem gut besuchten Erdbeerfeld von Polizisten aufgehalten. Als er als Beweis seiner Arm-Bein-Koordination den Maccarena-Tanz aufführt, was gefilmt und auf YouTube hochgeladen wird, ist die Stimmung bei Langers Frau am Ende. Denn durch das Alter der Badehose schien der Gummi porös zu sein, wodurch das Intimste nicht mehr ausreichend bedeckt ist.

Im Saal kommen den Zuschauern vor Lachen die Tränen. Markus Langer weiß, wie er seine Geschichten locker und mit charmant bayerischem Akzent erzählen muss. Nach der Pause schließlich ein Höhepunkt: Die Kleidungsstücke auf der Bühne kommen zum Einsatz und Sepp Bumsinger, der gerne mal einen über den Durst trinkt, erzählt mit belämmertem Blick aus seinem Leben. Der Beifall des Publikums bestätigt Langers Beliebtheit. Das sei jedoch nicht immer so gewesen, erklärt der Kabarettist am Ende des Abends. Seit fast 20 Jahren stehe auf der Bühne, sein großer Durchbruch kam allerdings erst vor drei Jahren, als er ganz spontan seine Kunstfigur Bumsinger mit einem Video auf YouTube einführte, welches innerhalb kürzester Zeit Wellen schlug. Langers Fazit: "Manchmal muss man es einfach machen".

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