Pfreimd
29.09.2025 - 16:04 Uhr
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"Massenanfall an Verletzten" auf Pfreimder Kirwa? Ein Großeinsatz, den fast keiner mitbekam

In der Schnapsbar auf der Pfreimder Kirchweih wurde Pfefferspray versprüht, das löste einen Großeinsatz aus, doch die meisten Einsatzfahrzeuge mussten gar nicht bis zum Festplatz. Kirwavorstand Andreas Igl lobt alle Beteiligten.

Keiner der Gäste auf der Pfreimder Kirwa hat vermutlich bemerkt, wie viele Einsatzkräfte und Fahrzeuge wirklich bereitstanden, um im Notfall zu helfen. Laut Informationen von Oberpfalz-Medien haben sie sich am Pfreimder Friedhof nahe der Autobahnauffahrten der A93 gesammelt und warteten auf weitere Infos. Dieses Vorgehen sei Standard bei einem "MANV", erklärt Stefan Brunner von der Integrierten Leitstelle Oberpfalz-Nord (ILS).

Neun Rettungswägen aus den Dienstbereichen Amberg und Weiden, fünf Krankentransportwägen und fünf Notärzte seien alarmiert worden, um nach Pfreimd zu fahren, bestätigt die ILS auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Denn das passiere auch bei einem "MANV". Da würden viele Rettungskräfte gleichzeitig angefordert. Die Abkürzung "MANV" steht für "Massenanfall von Verletzten" – und diese Art der Alarmierung ist eher selten. "Oft wird das nicht ausgelöst", erklärt Brunner. Er ist kommissarischer Leiter der ILS-Betriebsstätte Amberg.

Es gebe die verschiedensten Kategorien, in Pfreimd sei man von 10 bis 15 betroffenen Personen ausgegangen. "Ein MANV ist ein Notfall mit einer größeren Anzahl von Verletzten sowie anderen Geschädigten oder Betroffenen, der besondere planerische und organisatorische Maßnahmen erfordert, weil er mit der vorhandenen und einsetzbaren Vorhaltung der präklinischen und klinischen Versorgung nicht bewältigt werden kann", ordnet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein. Eine durchaus ernste Sache also. Doch wie konnte es überhaupt zu dieser Alarmierung kommen?

"Die Ermittlungen laufen"

Am Kirwasamstag kurz nach 23 Uhr soll es in Pfreimd auf der Kirchweih zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Im Zuge dieses Konflikts soll laut Polizeibericht ein 18-Jähriger ein Tierabwehrspray hervorgeholt und dieses versprüht haben – genauer in der Schnapsbar. Ergebnis war, dass zehn Personen, ausgelöst durch den Wirkstoff des Pfeffersprays, über Schmerzen klagten. Ernsthaft verletzt wurde niemand, und es mussten keine Personen in Krankenhäuser gebracht werden. Zehn Personen wurden offiziell leicht verletzt. Tatverdächtig ist ein junger Pfreimder, den nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung erwartet. "Die Ermittlungen laufen", erklärt die Nabburger Polizei auf Anfrage am Montag. Vor allem die vorangegangene Auseinandersetzung stünde im Fokus.

"Wir gehen dagegen vor", bestätigt auch Andreas Igl im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Er ist Vorstand des Pfreimder Kirwavereins. "Wir wollen so etwas nicht auf der Kirwa. Wir wollen friedlich mit allen feiern", erklärt Igl weiter. Der ganze Vorfall habe vielleicht fünf bis zehn Minuten gedauert, dann sei ganz normal weitergefeiert worden. Als klar wurde, was eigentlich passiert sei, wurden laut Igl schnell die Zeltplanen geöffnet, um durchzulüften. Der Pfreimder Kirwavorstand, der an diesem Samstagabend auch die offizielle Festleitung inne hatte, bat die Band, ihren Auftritt kurz zu unterbrechen und eine Durchsage zu machen. "Es sollten einfach alle wissen, was nun los ist." Eine Panik sei keine ausgebrochen. "Alle haben super reagiert", lobt Igl. Alle Absprachen hätten wunderbar funktioniert.

Warten außer Blickfeld

Vor zwei, drei Jahren habe der Kirwaverein sogar einen ähnlichen Vorfall geübt – zusammen mit dem Bayerischen Roten Kreuz, teilt der Vorstand weiter mit. Da wurde eine Großübung rund um ein Festzelt durchgespielt. "Da waren damals wirklich viele Einsatzfahrzeuge zu sehen", sagt Igl. Das war nun, im Ernstfall, nicht so. Die Pfreimder Feuerwehr musste kurzzeitig den Verkehr umleiten. Ein paar Rettungskräfte wurden auch zum Festplatz beordert – doch alle Einsatzkräfte, die nach Pfreimd geeilt waren, mussten nicht eingreifen. Sie verweilten weiter außer Blickfeld der Kirwagäste am Pfreimder Friedhof, bis endgültig Entwarnung gegeben werden konnte.

Dieses Vorgehen sei übrigens auch ganz normal bei einem "MANV", erklärt Stefan Brunner von der ILS. Durch das Zwischenparken der Rettungskräfte ist ein schnelles Eingreifen möglich, wenn nötig. Doch das Zwischenparken würde auch verhindern, dass sich die vielen Einsatzfahrzeuge gegenseitig behindern und dafür sorgen, dass Verletzte so schnell, wie es eben geht, in die Krankenhäuser gebracht werden können. Aber das war ja in Pfreimd zum Glück nicht nötig.

Pfreimd28.09.2025
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