28.06.2019 - 17:47 Uhr
PfreimdOberpfalz

Wenn es Petrus zu gut meint

Uh, das wird heiß am Wochenende - bis zu 36 Grad. Landauf, landab stöhnen die Organisatoren der großen Bürgerfeste und Vereinsjubiläen. Einige haben in der Not ganz kreative Anti-Hitze-Ideen entwickelt.

Bei tropischer Hitze sollte man viel Wasser trinken. Das gilt besonders für alle, die an den großen Vereinsjubiläen und Bürgerfesten an diesem Wochenende teilnehmen. Die Organisatoren wollen vor allem für die Festzüge Getränkestationen am Rande des Wegs einrichten.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Unerschütterlich blickt der Krieger- und Reservistenverein Högling auf die Tage mit der Bruthitze. 100 Jahre gibt es den Verein schon und von Temperaturen über 30 Grad lassen sich die 70 Vereinsmitglieder nicht die Laune verderben. "Jacke ausziehen beim Festzug?" Hubert Meierhofer winkt ab: "Die Krieger gehen am Sonntagnachmittag mit angezogener Jacke die eineinhalb bis zwei Kilometer die Hauptstraße rauf und runter." Natürlich werden gekühlte Getränke bereit gestellt. Falls doch jemand schlapp macht "haben wir vorsorglich vier Krankenwagen geordert". Danach wird am Fußballplatz in einem "hellen" 1500-Mann-Zelt gefeiert.

"Kommt, wie's kommt"

In Schmidgaden bejubelt an diesem Wochenende der FC sein 75-jähriges Bestehen. Einen Festzug hat man gar nicht erst eingeplant, nur einen Kirchenzug. Und der ist am Sonntag bereits um 9 Uhr, also vermutlich vor der großen Hitzeattacke. So könnte auch sein, dass der Festgottesdienst unter freiem Himmel ungestört von Ohnmachtsanfällen und Hitzschlägen über die Bühne geht, denn er beginnt schon um 10 Uhr. Ob man am Nachmittag allerdings die Fußball-Jungs spielen lässt, bleibt laut FC-Urgestein Josef Schimmer "noch offen". Er zeigt sich als ein Stoiker: "Das Wetter kommt, so wie's kommt."

Ganz so entspannt sieht Markus Muntanjohl als Vorsitzender der Feuerwehr Pfreimd das Aufziehen der Saharahitze nicht. "Wenn es wirklich so heiß wird, dann verkürzen wir den Festzug zum 150-Jährigen der Feuerwehr." Drei Kilometer Wegstrecke wären für die teilnehmenden 140 Gruppierungen dann wohl doch zu lang. Außerdem würden entlang der Strecke Getränkestationen mit Wasser und anderem Nichtalkoholischen aufgestellt, an denen sich die Teilnehmer des Festzugs bei Bedarf gütlich tun könnten.

Danach: Jacken ausziehen

"In der Kirche, beim Festgottesdienst, werden wir alle unsere Uniformjacken tragen", berichtet Muntanjohl, "aber danach ziehen wir und die Patenwehr die Jacken aus und gehen in Hemd und Krawatte den Festzug mit". Es müsse ja nicht sein, dass einer umfalle.

Kritisch wird es beim Jubelfest der FFW Pfreimd dann noch einmal im Festzelt, das auf dem Großparkplatz beim Fußballplatz aufgestellt wurde. "Ich hoffe, dass wir eine Zeltlüftung bekommen", sagt der Vorsitzende. Das ist eine Anlage, die normalerweise zum Lüften und Kühlen von Ställen genutzt wird, diesmal aber die Menschen erfrischen muss. Außerdem will man das Zelt durch Anspritzen mit Wasser kühlen - für was ist man denn die Feuerwehr.

Im übrigen hilft auch die ansässige Bundeswehr mit. "Wir gestalten einen Biergarten unter deren Tarnnetzen", so Muntanjohl, der überdies auf allerlei Sonnenschirme und kleine Zelte verweist, die Schatten spenden werden. Auf jeden Fall hat den Verantwortlichen die Sorge um die Hitze "einiges an Zeit gefressen". Am Ende gilt das Prinzip Hoffnung: "Vielleicht kriegt's ja doch nur 30 Grad."

Für den Schwarzenfelder Bürgermeister Manfred Rodde, dessen Ort sich für das Bürgerfest an diesem Wochenende rüstet, ist die Warnung vor Hitze etwas Neues. "In den früheren Jahren haben wir uns immer davor gefürchtet, dass es regnet." Für ihn ist klar: Es muss genügend zu trinken geben und jeder müsse schauen, dass er nicht zu lange in der Sonne bleibe.

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