05.12.2018 - 15:48 Uhr
PfreimdOberpfalz

Pfreimder Bataillon verlegt nach Litauen

Die Oberpfalz-Kaserne leert sich nach Weihnachten: Rund die Hälfte der Soldaten des Panzerbataillons 104 ist ab Februar im Militärlager Rukla stationiert. Doch zuvor findet ein Verabschiedungsappell auf dem Marktplatz statt.

Bürgermeister Richard Tischler und Oberstleutnant Peer Papenbroock besprechen vorm Rathaus in Pfreimd den Ablauf des Verabschiedungsappells am Marktplatz.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Rund 450 Soldaten des Panzerbataillons 104 stellen im ersten Halbjahr 2019 das Hauptkontingent des Nato-Einsatzes in Litauen. Sie verlegen ab Januar zum Militärstützpunkt in Rukla, etwa 100 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Vilnius im Südosten des Landes.

Kaserne "verpacken"

Am Dienstag, 11. Dezember, um 17 Uhr, findet ein Verabschiedungsappell auf dem Pfreimder Marktplatz statt. "Die Bevölkerung ist dazu eingeladen, denn wir haben bewusst nicht die Kaserne dafür gewählt", sagte Bürgermeister Richard Tischler gestern beim Pressegespräch im Rathaus. Anwesend war auch der Kommandeur, Oberstleutnant Peer Papenbroock, der erst seit Ende Juni dem Bataillon vorsteht. "Vom ersten Tag an war ich mit der Vorbereitung auf Litauen beschäftigt", betonte dieser und verwies auf die nicht leichte Aufgabe, eine Kaserne zu "verpacken". Die Verlegung erfordere eine planerische Perfektion. 16 Kampfpanzer, jede Menge Radfahrzeuge, Autokräne, Bergepanzer, Lkw's und die persönliche Ausrüstung eines jeden Soldaten müssten rechtzeitig und in der richtigen Reihenfolge im Militärlager Rukla sein, damit das Bataillon ab 4. Februar für die multinationale Übung einsatzbereit sei.

Familienbetreuung

Alles was die Task Force braucht, wird mitgenommen. "Die Überseecontainer für die Bahnverladung stehen schon in der Kaserne", berichtete der Oberstleutnant, der ab 24. Januar in Litauen sein wird und dort das Kommando über rund 1000 Soldaten aus vier Nationen übernimmt (siehe Kasten). Die Kernaufgabe sei "Abschreckung" durch Präsenz vor Ort, ähnlich wie es im "Kalten Krieg" in Deutschland der Fall gewesen sei. Und wie Papenbroock betonte: "Kämpen zu können, um nicht kämpfen zu müssen."

In der Freizeit könnten die Soldaten über Mobilfunk Kontakt zu ihren Verwandten und Freunden zu Hause halten. In Pfreimd organisiert die Familienbetreuungsstelle regelmäßige Veranstaltungen. Auftakt ist am 9. Dezember mit einem Informationstreffen. Beim Verabschiedungsappell am 11. Dezember werden am Marktplatz zwei Panzer positioniert. Nach den Ansprachen wird Bürgermeister Richard Tischler ein Ortsschild der Patenstadt Pfreimd für den Einsatz mitgeben. "Das ist gute Tradition und außerdem sind die Soldaten ja bei uns sehr gut verwurzelt", betont das Stadtoberhaupt. Anfang August 2019 werden die Soldaten - hoffentlich wohlbehalten - in der Oberpfalz zurück sein. Zwecks der in Litauen grassierenden Afrikanischen Schweinepest, und der damit verbundenen Tierseuchen-Prophylaxe, muss allerdings sämtliches Material und Gerät vorher dekontaminiert werden.

Vom ersten Tag an war ich mit der Vorbereitung auf Litauen beschäftigt.

Oberstleutnant Peer Papenbroock, seit fünf Monaten Kommandeur in der Oberpfalz-Kaserne

Nato-Operation zur Stärkung der „Ostflanke“:

Die Operation „Enhanced Forward Presence“ (verstärkte vorgeschobene Präsenz) wurde im Juli 2016 beim Nato-Gipfel in Warschau aufgrund der „Annexion der Krim durch Russland“ beschlossen. Während in Polen die USA, in Lettland Kanada und in Estland Großbritannien federführend sind, hat Deutschland die Verantwortung in Litauen. Mit über 1000 Soldaten (700 aus Deutschland und davon rund 450 vom Panzerbataillon 104 Pfreimd) übernimmt Oberstleutnant Peer Papenbroock am 4. Februar 2019 für ein halbes Jahr die Führung der multinationalen Battle-Group in Litauen. Weitere Soldaten kommen aus Tschechien, Norwegen und den Niederlanden. Für das erste Halbjahr 2017 war das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach (Oberstleutnant Christoph Huber) mit der Führung beauftragt. Es folgten das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg, das Jägerbataillon 292 aus Donaueschingen und schließlich aktuell das Panzerbataillon 393 aus Bad Frankenhausen. (ptr)

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