11.12.2019 - 15:15 Uhr
PfreimdOberpfalz

Ein Pfreimder regiert Nabburg

Eine Fundgrube: Auf 160 Seiten haben in der aktuellen Jahresschrift des Heimatkundlichen und Historischen Arbeitskreises "Der Stadtturm" sechs Autoren zehn historisch wertvolle und unterhaltsame Beiträge zusammengestellt.

Der eiserne Steg über die Naab in Iffelsdorf: Eine Aufnahme von 1912.
von Alfred HammerProfil

In einem Nachruf wird eingangs des im Oktober letzten Jahres verstorbenen Vereinsmitglieds Dietrich Scholz gedacht. Scholz war auch eine der Triebfedern, der die Gründung des Arbeitskreises vor nunmehr 35 Jahren zu verdanken ist.

Der Kreisheimatpfleger für Archäologie, Kurt Engelhardt, berichtet über die Besiedlung Pfreimds in der frühen Eisenzeit, auch als Keltenzeit bezeichnet. Durch verschiedene Funde im Süden der bebauten Ortslage von Pfreimd beginnt sich diese Lücke nun zu schließen.

Kreisheimatpfleger für Archäologie i.R. Ernst Thomann bereichert die Jahresschrift mit einem Fund auf einem Pfreimder Acker: Es handelt sich um einen künstlerisch gestalteten Gürtelhaken aus dem 19. Jahrhundert. Das Fundstück zeigt einen Stierkopf, Attribut und Wappentier der Metzger. Der Träger hat also diesen Beruf ausgeübt.

Gut ausgekommen

Glaubt man der alten, der Romantik des 19. Jahrhunderts entsprungenen Sage, die von der "Rivalität" der beiden Städte Nabburg und Pfreimd berichtet, so war ja Pfreimd gegenüber Nabburg die "Überlegene". Dieses kommt zumindest in den Textveröffentlichungen zum " Hahnenkreuz" deutlich zum Ausdruck. Dass dem nicht so war und Pfreimd und Nabburg sehr wohl gut miteinander auskommen, belegt der Artikel von Josef Eimer. Darin wird von einem Pfreimder berichtet, der sogar die Geschicke der Stadt Nabburg leitete: Josef Sturm aus Pfreimd, geboren 1806, - Bürgermeister und Landtagsabgeordneter in Nabburg.

Der Sachsenspiegel - das alte norddeutsche Landrecht, galt auch einmal in Pfreimd. Warum ausgerechnet dieses Rechtsbuch für Pfreimd und Leuchtenberg Anwendung fand, versucht Hubert Amode in seinem Beitrag nachzugehen.

Helmut Friedl richtete den Fokus auf die Wirts-Familie Dorner, welche seit 1779 als Pächter die Tafernwirtschaft "Zum Schwan" in Pfreimd betrieb. In den unruhigen Zeiten während der napoleonischen Kriege setzten sich drei "Dorner-Söhne" nach Ungarn ab, um dem Militär- und Kriegsdienst zu entgehen. Durch Fleiß, Handelsgeschick und kluge Heiratspolitik sind sie in der ungarischen Stadt Moson (Wieselburg) zu einflussreichen Kauf- und Handelsleuten aufgestiegen.

Hans Paulus berichtet über "Die Malerfamilie Merz in der Oberpfalz und Niederbayern". Vor allem Anton Merz hat zahlreiche Gemälde mit religiösen Motiven in Kirchen und Kapellen im Landkreis Schwandorf hinterlassen. Allein in Pfreimd finden sich mehrere Exponate in der Franziskanerkirche und im ehemaligen Kloster.

Die Pfreimder Brücken

"Über sieben Brücken musst du geh'n...": Neben historischen Begebenheiten, baugeschichtlichen Vorgängen und den bekannten Aktivitäten des "Amtsschimmels" gibt Hubert Amode in seinem Beitrag eine Übersicht über die wichtigsten Brücken in Pfreimd. Die Jahresschrift schließt mit einem Beitrag über "Münzfunde aus Schömersdorf im Landkreis Schwandorf". Unter dem Konvolut befanden sich Pfennige des 13. und 14. Jahrhunderts, die den Fundumständen nach zu urteilen, vermutlich einem kleinen Münzschatz zuzuordnen sind.

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Die Herausgabe der Jahresschrift wurde durch die Verkaufseinnahmen der Schrift selbst sowie durch die finanzielle Unterstützung örtlicher Firmen und Institutionen ermöglicht. Die Schrift ist erhältlich bei Druck+Papier Eisenreich, im Buch-Café, im Rathaus sowie im Museum "Zehentstadel" in Nabburg zum Preis von 9,80 Euro.

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