31.01.2019 - 14:57 Uhr
PfreimdOberpfalz

"Rettungsaktion" für Bienen läuft an

Für die Biene ist eine Wiese ohne Blumen eine "grüne Wüste". So sieht das auch stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl. Ohne Zögern setzt er seiner Unterschrift unter das Volksbegehren zur Artenvielfalt.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl (Mitte) setzte gleich am ersten Tag in Pfreimd seine Unterschrift auf die Liste für das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Schnell ist er zusammen mit Gerhard Deinzer, Leiter des Pfreimder Ordnungsamts (links) und Bürgermeister Richard Tischler in eine Diskussion über das Konfliktpotenzial der Initiative verwickelt.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Pünktlich um 8 Uhr steht am Donnerstag der erste Bürger vor der Tür des Pfreimder Rathauses, um seine Unterschrift unter die Liste zum Volksbegehren "Rettet die Bienen" zu setzen. Drei Stunden später sind es schon 30 Personen aus Pfreimd und Trausnitz, die mit ihrem Namen einen besseren Artenschutz einfordern. "In den vergangenen Tagen waren schon einige da, aber das war zu früh", berichtet Rathaus-Mitarbeiterin Andrea Armer.

Noch am Vormittag kommt auch stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, um den Vorstoß zu unterstützen, der "auf freiwilliger Basis leider nicht funktioniert hat". Und er liefert auch gleich ein Beispiel: So gilt in ganz Deutschland die Vorschrift, dass in einem Fünf-Meter-Abstand zu Gewässern weder gedüngt noch gespritzt werden darf, nur eben in Bayern nicht. "Außerdem ist es ein Fakt, dass der Bestand an Insekten um 70 Prozent abgenommen hat", zeigt sich Kimmerl überzeugt und macht dafür auch einen fehlenden Biotop-Verbund verantwortlich.

In einer "grünen Wüste", also bei Wiesen, die für Silage ständig abgemäht werden, fänden sich kaum noch Blüten oder Ackerunkräuter, kritisiert er. So manche Schmetterlingsart leide inzwischen unter einer Nitratvergiftung, und dass Glyphosat die Fortpflanzuung von Insekten und die Kommunikation von Bienen störe, sei auch längst erforscht. Was Kritik vonseiten der Landwirte anbelangt, die eine "Enteignung" anprangern, meint der stellvertretende Landrat: "Das ist jetzt eine Chance für die Bauern, dass Umweltleistungen auch honoriert werden." Aktuell gingen zwei Drittel der EU-Agrarförderung in Handel und Verarbeitung, bedauert er. Dass nun Lobby der Bienen "quer durch alle Parteien" gehört wird, freut den stellvertretenden Landrat, der auch selbst Imker ist, besonders. Die Eintragungsfrist fürs Volksbegehren endet am 13. Februar.

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