Ob Pizza-Schachtel oder ein kaputter Schirm: "Ich bin für jeden Dreck zu haben", wirbt ein Pfreimder Abfallkorb um die Gunst von Passanten. Die sollen lästigen Müll nicht einfach fallen lassen, sondern sich die Mühe machen, ein paar Schritte weiter zu gehen. Als "Lockmittel" setzt die Stadt auf flotte Sprüche in weißer Schrift auf blauem Grund. Wer sich auf eine "Tour de Müll" durch die Stadt begibt, kann zehn pfiffige Appelle oder Anmerkungen entdecken.
Einer der ersten, die über solche Botschaften geschmunzelt haben, war Bürgermeister Richard Tischler: Bei einem Ausflug in Wien ist ihm aufgefallen, wie die Großstädter ihre Bürger zum Müllsammeln animieren.
"Die Behälter heißen dort Mistkübel", amüsiert sich Tischler, der sich die Methode mit den markigen Worten auch für seine Heimatstadt vorstellen konnte. Prompt kam es zu einem Brainstorming von Bauamt und Bürgermeister, die Verwaltungsmitarbeiter konnten dabei das Internet zu Rate ziehen oder selbst kreativ werden.
Zehnmal anders schmunzeln
Das Ergebnis ist auf 30 Schilder und 10 Folien gedruckt. "Jeden Spruch gibt es vier Mal", berichtet der Bürgermeister und verschweigt auch nicht, was die Aktion gekostet hat: 679,19 Euro. Montiert wurden Schilder und Folien vor einem Jahr. Wie viel beim Füttern der Abfallkörbe geschmunzelt wird, lässt sich nicht abschätzen. "Bis jetzt hat mich noch niemand drauf angesprochen", so der Bürgermeister. Haben die originellen Sprüche nun das Wegwerf-Verhalten tatsächlich positiv beeinflusst? Bauhofleiter Josef Paulus war anfangs recht skeptisch. Nicht selten mussten sich die Bauhof-Mitarbeiter in der Vergangenheit nach Müll bücken, der nur einen Meter vom Abfallkorb entfernt lag. "Zu faul für ein paar wenige Schritte", lautete dann der Kommentar. Sollten die Zigaretten-Schachtel oder Brotzeit-Tüten mit einem Schmunzeln nun gezielter platziert werden?
Bessere Trefferquote
"Ich hatte nicht viel von der Idee gehalten, aber wer es nicht ausprobiert, kann auch nichts gewinnen", so Paulus. Sein Fazit: "Es funktioniert mehr oder weniger", und ja, "es ist besser geworden". Schließlich sind die Körbe "Tag und Nacht aktiv" und "Rund um die Uhr für Sie geöffnet". Sie fordern "Ihre Papiere bitte!" oder "Ab ins Körbchen" und geben sich nachdenklich: "Mal seh'n, was für mich abfällt." Auf jeden Fall dürfte es "das beste für die Reste" sein. "Wenn ich groß bin, werd' ich ein Container", lautet ein Versprechen, das da zu lesen ist. Hundertprozentig sicher ist das ebenso wenig wie die Trefferquote beim Entsorgen. "Saubären gibt es immer wieder", seufzt der Bauhofleiter. Ganz werde man das wohl nie in den Griff bekommen, stellt er klar und verweist auf nach wie vor akute Probleme mit Zigarettenkippen, mit Leuchtstoffröhren oder Windelsäcken, die auch mal in Kleider-Containern landen. Da dürften auch flotte Sprüche wenig ausrichten.

















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