Die Vereinsräume der Landgraf-Ulrich-Halle waren bis auf den letzten Platz belegt, als Bürgermeister Richard Tischler die diesjährige Bürgerversammlung eröffnete. Seinen Rechenschaftsbericht begann der Bürgermeister mit einem Blick auf die Einwohnerentwicklung. Im Stadtgebiet sind derzeit 5363 Einwohner mit Wohnsitz gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 27 Einwohner. Den 41 Geburten im zurückliegenden Jahr stehen 70 Sterbefälle gegenüber. In der Statistik sind auch die 56 Flüchtlinge und Asylbewerber enthalten, die zum Jahresende die Stadt verlassen werden. Erfreulich sind die Einwohnerzahlen der Ortsteile. Hier kann jedes Dorf einen Einwohnerzuwachs verzeichnen.
Als sehr zufriedenstellend bezeichnete der Bürgermeister die finanzielle Situation der Stadt. Der 18-Millionen-Haushalt deckte alle Ausgaben und kam ohne Kreditaufnahme aus. Allerdings wurden die Rücklagen von 2,4 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro zurückgefahren und dies, obwohl das neue Baugebiet selbst finanziert wurde. Die Rücklagenentnahme hatte aber auch wirtschaftliche Gründe. "Besser ist es, Rücklagen zu entnehmen, als Strafzinsen zu zahlen", so der Bürgermeister.
Ohne die geplante Neuverschuldung verringerte sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf 505 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden beträgt 731 Euro. In den letzten fünf Jahre konnten die Schulden der Stadt nahezu halbiert werden. Von 5,11 Millionen Euro im Jahr 2012 reduzierten sich diese auf 2,75.
4,5 Millionen für Infrastruktur
In die Infrastruktur der Stadt wurden 4,5 Millionen Euro investiert. Die größten Posten waren die Erschließung des Baugebietes "Westlich der Nabburger Straße BA III" die bis zur Fertigstellung mit 1,45 Millionen Euro veranschlagt ist, und die Reparatur der Stützwand am Kellerweg mit Kosten von 1,11 Millionen Euro. Hinzu kamen noch der Bau der GVS Untersteinbach-Ragenhof (385 000 Euro), die Wassersuche mit der Stadt Nabburg (492 000 Euro) und die Sanierungsarbeiten in der Grund- und Mittelschule (250 000 Euro). Nicht zuletzt schlug der Kinderspielplatz in der Bahnhofstraße mit 100 000 Euro zu Buche.
Die Restarbeiten aus dem Jahr 2018, die nicht zur Ausführung kamen aber 2019 umgesetzt werden sollen, verursachen Kosten in Höhe von 3,38 Millionen Euro. Die Schwerpunkte werden hier die Aufweitung der Zufahrt in den Kalvarienberg BA II (eine Million Euro) und die Sanierung des "Haas-Anwesen" mit 1,56 Millionen Euro sein. Hinzu kommt noch die Sanierung der Kulmbachbrücke in Untersteinbach mit 345 000 Euro.
Noch nicht geklärt ist das weitere Vorgehen beim Feuerwehrhaus der FFW Pfreimd. Die notwendigen Anbauten rücken als Alternative einen Neubau in den Fokus. Eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen. Bereits genehmigt ist der Kauf eines Feuerwehrautos für die FFW Hohentreswitz. Kurz vor der Eröffnung steht auch das neue Stadtmuseum. In Planung ist der Ausbau der Bahnhofstraße. Die Umsetzung kommt erst 2019/20 zum Tragen.
Als Letztes ging der Bürgermeister auf die Personalentwicklung in der Verwaltung ein. Die aus Altersgründen ausscheidenden Mitarbeiter konnten durch junge Kräfte ersetzt werden. Der Bürgermeister dankte allen, die in Vereinen,Organisationen und auf andere Art und Weise ehrenamtlich tätig sind. Dazu gehören auch die starken Wirtschafts- und Handwerksbetriebe und Dienstleister, die Arbeitsplätze bereitstellen und mit ihrer Gewerbesteuer einen erheblichen Anteil an der guten finanziellen Situation der Stadt haben.
Diesen Dankesworten schloss sich dritter Bürgermeister Hubert Betz an, der besonders die ausgezeichnete Arbeit des amtierenden Bürgermeisters herausstellte. "Wir stehen nicht schlecht da und arbeiten gut zusammen", dankte Hubert Betz dem Stadtrat für seine geleistete Arbeit. In seinem Dank schloss der dritte Bürgermeister auch Evi Tischler ein, die als Frau des ersten Bürgermeisters oft zurückstecken musste. Als kleine Entschädigung hatte er ein Geschenk dabei.












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