12.10.2021 - 15:39 Uhr
PfreimdOberpfalz

Theaterstück entlarvt rechtsradikale Verführer

In einem Streitgespräch entlarvt Ole Bosse die rechtspopulistischen Aussagen seiner Gegenspielerin Jessica Schilling als menschenverachtend.
von Richard BraunProfil

Das "ue-Theater" versteht sich als politische Theatergruppe. Mit dem Stück „Ich bin kein Nazi, aber ...“ konfrontiert es die Schüler der Landgraf-Ulrich-Mittelschule in Pfreimd mit dem Thema Rechtsradikalismus. Initiiert wurde der Auftritt von der Jugendsozialarbeiterin Rita Chail-Leißl mit Unterstützung des Kreisjugendamtes.

Mit ihren Stücken will die Theatergruppe gesellschaftliche Missstände auf die Bühnenbretter bringen und Lösungen durchspielen. Im Stück „Ich bin kein Nazi, aber...“ steht die antidemokratische Einstellung von Rechtspopulisten im Mittelpunkt, die mit Floskeln ihre menschenunwürdige Rhetorik zu verschleiern versuchen. „Das wird man doch noch sagen dürfen, deshalb bin ich doch noch kein Nazi“, sei als einer der am häufig gebrauchten Aussprüche genannt, mit dem sich Radikale als „aufrichtige Demokraten“ darzustellen versuchen. Wie verheerend sich Hetze und Verleumdung auswirken können, zeigen die Verbrechen der jüngsten Vergangenheit mit rechtsradikalem Hintergrund. Das Theater will verhindern, dass Jugendliche rechtsextremen Rattenfängern auf den Leim gehen.

An diesem Punkt setzt des Theaterstück an. In einem offen auf der Bühne ausgetragenen Meinungsstreit zwischen zwei Schülern wird der Wahrheitsgehalt von rechtspopulistischen Aussagen untersucht und ihr antidemokratischer Kern aufgezeigt. Ein Schüler (Ole Bosse) repräsentiert dabei den von den Rechten gerne verhöhnten „Gutmenschen“, während die Schülerin (Jessica Schilling) rechtspopulistische Positionen vertritt. Die Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe wurden in das Geschehen mit eingebunden. Jeder Themenkomplex endete mit einer Publikumsfrage, die die Schüler beantworten sollten. In einer Rückblende wurde schließlich aufgezeigt, aus welchen persönlichen Gründen heraus ein junger Mensch Anhänger eines autoritären, rückständige Politikkonzeptes werden kann. Eine Diskussion zwischen Schauspieler und Publikum kam nicht richtig ins Laufen.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.